Dejan Ljubicic auf dem Weg zum Skhiri-Ersatz?

Dejan Ljubicic
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Dejan Ljubicic auf dem Weg zum Skhiri-Ersatz?

Dejan Ljubicic überzeugte im Spiel gegen Borussia Dortmund auf der Doppelsechs. Der Mittelfeldspieler wird eine wichtige Rolle im Kölner Gefüge übernehmen.

Lange wurde rund um den 1. FC Köln über einen adäquaten Ersatz für Ellyes Skhiri diskutiert. Sportchef Christian Keller hatte einen Routinier in Aussicht gestellt und einen talentierten „Entwicklungsspieler“ verpflichtet. Dabei könnte der Nachfolger aus den eigenen Reihen kommen. Ist Dejan Ljubicic auf dem Weg zum Skhiri-Ersatz?

Dejan Ljubicic

Wochen-, wenn nicht sogar monatelang ließ die FC-Fans die Personalie Ellyes Skhiri nicht los. Erst als der Tunesier auch offiziell bei Eintracht Frankfurt vorgestellt wurde, starb der letzte Funken Hoffnung für einen Verbleib des Mittelfeldakteurs. Skhiri geht bei den Hessen den nächsten Schritt, die Personalie ist aber in Köln noch immer präsent. Denn die Frage nach der Nachfolge wurde rund ums Geißbockheim lange diskutiert. Daran ist auch Christian Keller nicht ganz unschuldig. Der Kölner Sportchef hatte einen Neuzugang in Aussicht gestellt, der direkt auf Bundesliga-Niveau funktionieren würde. Es wurde Jacob Christensen, ein talentierter Mittelfeldspieler, der aber noch entwickelt werden soll, gegen den BVB beispielsweise nicht zum Einsatz kam.

Dejan Ljubicic als Sechser nach Köln geholt

Und so flammte die Frage nach einem adäquaten Ersatz immer mal wieder auf. Keller beantwortete sie mittlerweile mit Alternativen aus dem eigenen Fundus. Ihm würden gleich einige Spieler einfallen, die dort spielen könnten. Unter anderem nannte der Sportchef Dejan Ljubicic. Gegen den BVB untermauert der Österreicher zum einen, warum Keller ihn auf dem Zettel hat und der Sportchef ihn zum anderen, nicht gehen lassen wird. Ljubicic machte neben Eric Martel auf der Doppelsechs ein überragendes Spiel. Der 25-Jährige, der vor wenigen Tagen noch mit dem VfL Wolfsburg in Verbindung gebracht worden war, hielt das Zentrum kompakt, gewann wichtige Zweikämpfe und schaltete sich immer wieder in die Offensivaktionen ein. Und das auch gefährlich. Ljubicic spielte Selke frei, der nur die Latte traf, der Österreicher versuchte es aber aus 18 Metern auch selbst und verfehlte das Tor nur knapp.

Ljubicic

Dejan

92%

Passquote

69%

Zweikampfquote

In der Rückwärtsbewegung war er zudem unverzichtbar und zeigte seiner Stärken auf der Position. Das kommt nicht wirklich überraschend. „Ich wurde eigentlich als Sechser geholt aus Wien. Aber ich kann auch rechts spielen, ich kann auch als Zehner agieren. Auf der Doppelsechs fühle ich mich sehr wohl“, sagte Ljubicic am Samstagabend bei Sky. Tatsächlich kam Ljubicic als Sechser 2021 zum FC, auch aufgrund der starken Doppelsechs Skhiri/Martel wurde der 25-Jährige offensiver eingesetzt und löste auch dort seine Aufgaben gut. Trotz langer Verletzungspause erzielte Ljubicic in der Vorsaison wettbewerbsübergreifend acht Tore, bereitete zwei weitere Treffer vor. Er entwickelte sich in den vergangenen beiden Jahren zum Leistungsträger.

Dejan Ljubicic mit überragenden Werten

Nach der überragenden Leistung in Dortmund dürfte er auf der Sechs gesetzt sein. Das zeigen auch die reinen Daten. Dejan Ljubicic lief 12.76 Kilometer, nur Eric Martel spulte 200 Meter mehr ab. Der Österreicher gewann zudem 69 Prozent seiner Zweikämpfe. Einen besseren Wert erreichte am Samstag nur der starke Jeff Chabot mit 77 Prozent. Dazu kamen 92 Prozent seiner Pässe beim Mitspieler an, der Topwert der Begegnung. Zum Vergleich beim 3:2-Erfolg der Kölner im vergangenen Jahr kam Skhiri auf 12.5 Kilometer, gewann 67 Prozent seiner Zweikämpfe und kam auf eine Passquote von 87 Prozent. Natürlich ist Ljubicic ein anderer Spielertyp, die beiden Akteure sind nur schwer zu vergleichen, doch schon jetzt ist zu sehen, dass der 25-Jährige auf der Sechs eine große Rolle spielen könnte. Und noch in einer anderen Kategorie ähnelt Ljubicic dem Tunesier. Der 25-Jährige ist mit einem Marktwert von 8.81 Millionen Euro der wertvollste FC-Spieler dieser Saison. Skhiri kam in Köln auf rund 15 Millionen Euro. Mittelfristig dürfte der FC also einen Skhiri-Ersatz gefunden haben.

Aber auch der zweite Teil der Doppelsechs überzeugte am Samstag. Neben dem Topwert in der Laufleistung brachte Martel 91 Prozent seiner Pässe zum Mitspieler, gewann immerhin 55 Prozent seiner Zweikämpfe. Jeff Chabot gewann prozentual die meisten Zweikämpfe, zudem kam er auf 83 Prozent Passquote und lief knapp 10.5 Kilometer. Nicht ganz so gut lief es für Benno Schmitz. Der Rechtsverteidiger brachte nur 59 Prozent seiner Pässe zum Mitspieler und gewann im Schnitt nur jeden zweiten Zweikampf. Das Ranking der einzelnen Kategorien gibt es hier.

 

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Kommentar: Hoffnung und Warnung zugleich

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Kommentar: Hoffnung und Warnung zugleich

Der 1. FC Köln kam bei Borussia Dortmund einer Überraschung sehr nahe. Das lag an der starken Defensivleistung. Dass es am Ende keinen Punkt gab, an der schwachen Chancenverwertung. Der Saisonauftakt macht Hoffnung auf mehr, er sollte aber auch als Warnung wahrgenommen werden.

Bis weit in die Schlussphase war der FC in Dortmund näher an einem Sieg als die Borussia – trotz der deutlichen Dominanz der Westfalen. Der Erfolg in Osnabrück, die Leistung in Dortmund – der FC scheint auch in diesem Jahr wieder zu funktionieren. Oder? Dazu unser Kommentar: Hoffnung und Warnung zugleich.

Mit dem knappen Erfolg über den VfL Osnabrück und der unglücklichen Niederlage beim Deutschen Vizemeister ist der FC ordentlich in die neue Saison gestartet. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Unterm Strich steht aber ein Saisonauftakt, der durchaus Hoffnung auf mehr machen darf. Das 3:1 nach Verlängerung über die Niedersachsen hält für Steffen Baumgart und sein Team zumindest den Traum vom Pokalfinale in Berlin aufrecht, das 0:1 in Dortmund hat wiederum die Kritiker Lügen gestraft, die nach den Hector- und Skhiri-Abgängen bereits vor dem ersten Spieltag den sicheren Gang in die Zweitklassigkeit prophezeit haben. Die Leistung beim BVB stimmte nicht nur, sie war in weiten Teilen erstklassig.

Die Begegnung in Dortmund hat jedenfalls bewiesen, dass Steffen Baumgart seinen Zauber auch in der dritten Saison am Geißbockheim noch nicht verloren hat. Dortmund war ohne Frage das Team mit mehr Ballbesitz, vermutlich mit den besseren Individualisten und womöglich auch mit der besseren Spielanlage – die größeren Chancen, mehr Leidenschaft, mehr Herz, vor allem aber mehr Ideen brachte der FC auf den Platz. Köln führte den hochgelobten Titelaspiranten an den Rande einer Niederlage, hat ihn vor eine schwere Aufgabe gestellt, ihn überrascht und geärgert. Nichts anderes hat Baumgart versprochen, nichts anderes hat der FC geliefert. Köln macht auch in der dritten Spielzeit unter dem 51-Jährigen Spaß. Zudem scheint auch in dieser Saison der Plan aufzugehen, junge Spieler zu entwickeln, ihnen Vertrauen zu schenken, sie stark zu reden und zu machen und dafür eine gute Leistung zurückgezahlt zu bekommen. Rasmus Carstensen könnte ein solcher Akteur werden, genauso wie Max Finkgräfe.

In beiden Spielern lässt sich aber auch ein aktuelles Problem der Geißböcke ablesen. Trotz ihrer guten Leistungen wurden sie auf Positionen eingesetzt, die sie zwar schon gespielt haben, die aber nicht ihrer Kernaufgabe entsprechen. Vielleicht aufgrund ihres Potenzials, wahrscheinlich aber, weil dem FC die Alternativen fehlen. Der Kader ist – auch aufgrund von Verletzungen – auf einigen Positionen sehr dünn besetzt. Baumgart schiebt die einen Spieler hin, die anderen her. Der Eindruck von Lückenbüßern ist nicht gänzlich von der Hand zu weisen. Ein Luca Kilian als Stoßstürmer ist ein eindeutiger Beleg für fehlendes Personal. Das kann gut gehen, muss es aber auf lange Sicht nicht. Natürlich werden Akteure wie Linton Maina und Steffen Tigges bald zurückkehren, dafür werden sehr wahrscheinlich andere ausfallen. Es bleibt ein Tanz auf dünnem Eis, selbst wenn in diesen Tagen der Deal mit Faride Alidou dann endlich über die Bühne geht.

Zudem sollte man, nein, man darf bei all der Freude über die gute Leistung einen anderen Aspekt nicht aus den Augen verlieren: der FC steht ohne Punkte da. Klar, in der Liga ist erst die erste Etappe absolviert, 33 weitere werden folgen. Also kein Grund zur Panik. Die Leistung macht Lust und Hoffnung auf mehr. Das Ergebnis gegen den BVB sollte aber zumindest als Warnung verstanden werden. Denn am Ende des Tages werden gute Leistungen alleine nicht reichen – es braucht eben doch Punkte.

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Max Finkgräfe: Unbekümmert und selbstbewusst auf den Radar

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Max Finkgräfe: Unbekümmert und selbstbewusst auf den Radar

Ausgerechnet gegen den Vizemeister Borussia Dortmund feierte Max Finkgräfe sein Profidebüt – es war ein eindrucksvolles und eins, das Lust auf mehr macht.

Zwar blieb der 1. FC Köln beim starken Auftritt gegen Borussia Dortmund ohne Punkte, dennoch gab es gleich einige Gewinner. Zum Beispiel Max Finkgräfe: Unbekümmert und selbstbewusst auf den Radar.

Auf den ersten Blick überraschte dieser Moment nach einer guten Stunde im Duell der Kölner bei Borussia Dortmund. Der FC bäumte sich gerade gegen eine erwartbare Niederlage beim Vizemeister auf. Nicht nur das, die Kölner schnupperten an der Überraschung. Dennoch nahm FC-Trainer Steffen Baumgart mit Florian Kainz und Luca Waldschmidt zwei der Routiniers vom Platz. Dafür schickte der Kölner Coach den 22-jährigen Mathias Olesen und Max Finkgräfe auf den Platz. Baumgart verhalf dem A-Junioren-Pokalsieger zum Profidebüt. Das Debüt an sich kam alles andere als überraschend. Das hatte Baumgart dem Youngster bereits vor dem Pokalspiel in Osnabrück in Aussicht gestellt. Viel überraschender war der Zeitpunkt, der Gegner, das Momentum. „Am Montag bei Osnabrück haben wir den Zeitpunkt noch nicht für richtig gehalten. Auch, weil da viele Emotionen dabei waren“, sagte Baumgart. „Heute fanden wir es richtig, ihn zu bringen.“ Und mit einer beeindruckenden Unbekümmertheit, mit einem gesunden Selbstbewusstsein zahlte der 19-Jährige das Vertrauen dem Trainerteam zurück.

Selbstbewusster Auftritt von Finkgräfe

Das Arbeitszeugnis konnte sich jedenfalls sehen lassen. In den verbliebenen 25 Minuten lief Finkgräfe, der noch im April mit der U19 der Geißböcke den DFB-Pokal gewann, mehr als vier Kilometer, absolvierte 20 Sprints, brachte 70 Prozent seiner Pässe zum Mitspieler und drei Flanken in den Strafraum. Kurzum, Finkgräfe belebte das Kölner Offensivspiel. Und: Der 19-Jährige hatte unmittelbar vor Spielende sogar den Siegtreffer aus dem Fuß. Aus spitzem Winkel jagte der Youngster den Ball über das Gehäuse. „Die Eier musst du erst einmal haben“, lobte Baumgart seinen Schützling. Und die „Eier“ hatte Finkgräfe nicht nur bei dem Schuss. Der 19-Jährige war sich für keinen Zweikampf zu schade, suchte auch gegen vermeintliche Dortmunder Größen das direkte Duell und gewann vier von fünf. Ein beeindruckender Auftritt.

Finkgräfe

Max

70%

Passquote

80%

Zweikampfquote

Und das, obwohl Finkgräfe gar nicht auf seiner angestammten Position in der Viererkette spielte. Baumgart brachte den Youngster für die Offensive und machte damit viel richtig, genauso wie mit Rasmus Carstensen auf der rechten Seite. Dass Finkgräfe auf dem linken Flügel spielen kann, bewies er zuvor – wenn auch selten – in der U19, nun auch in der höchsten deutschen Spielklasse. Für die Kölner Verantwortlichen ist die rasante Entwicklung keine große Überraschung. Schon bei der US-Reise im Herbst vergangenen Jahres hatte Finkgräfe auf sich aufmerksam gemacht. Im April gab es die folgerichtige Vertragsverlängerung bis Sommer 2025. Dabei war Finkgräfes Weg zu den Profis alles andere als einfach. Der Youngster hatte in verschiedenen Juniorenteams von Mönchengladbach über Dortmund seine Startschwierigkeiten und auch beim Nachwuchs vom FC tat sich der Defensivspieler zunächst schwer, entwickelte sich aber schließlich zu einer festen Größe. 

Finkgräfe plötzlich auf dem Radar

So sehr, dass Christian Keller bereits Anfang des Sommers dem „Express“ verriet, dass dem heute 19-Jährigen wohl am ehesten der Sprung zu den Profis zuzutrauen sei. Kein Wunder also, dass Finkgräfe zu den Nachwuchskräften gehören sollte, die sich in der Vorbereitung beweisen sollten. Das tat er eindrucksvoll. „Wir haben mit Max Finkgräfe einen sehr interessanten Spieler, der noch unter dem Radar schwirrt. Der aber das Zeug hat, über den Radar zu kommen“, sagte Christian Keller vor knapp zwei Wochen. Spätestens seit Samstagabend hat es der Youngster mit dem Profidebüt auf den Radar der Bundesliga geschafft. Die Chancen, dass die Kölner noch viel Freude an Finkgräfe haben werden, stehen jedenfalls nicht schlecht.

 

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1. FC Köln: Das lief gut, das lief schlecht

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1. FC Köln: Das lief gut, das lief schlecht

Der 1. FC Köln kam bei Borussia Dortmund einer Überraschung sehr nahe. Das lag an der starken Defensivleistung. Dass es am Ende keinen Punkt gab, an der schwachen Chancenverwertung.

Bis weit in die Schlussphase war der FC in Dortmund näher an einem Sieg als die Borussia – trotz der deutlichen Dominanz der Westfalen. Das lag vor allem an dem kompakten Mittelfeld der Geißböcke, es war aber nicht alles gut beim FC. 1. FC Köln: Das lief gut, das lief schlecht.

Youssoufa Moukoko strahlte über das ganze Gesicht, als er sich nach dem doch glücklichen 1:0-Erfolg über den FC von den Fans feiern ließ. Auf dem Kopf trug er seine neue Kopfbedeckung – eine Schiebermütze von Steffen Baumgart. Dieser hatte dem Stürmer das Bekleidungsstück überlassen, nachdem sich die beiden beim letzten Aufeinandertreffen auf diesen speziellen Trikot-Schiebermützen-Tausch geeinigt hatten. Dass Moukoko mit Mütze zur Wand stapfte, war aber alles andere als selbstverständlich. Denn in der 88. Minute dürfte man sich ernsthafte Sorgen um das Stück Stoff machen. Baumgart riss sich die Mütze vom Kopf, sichtbar genervt, wütend, frustriert. „Am Ende geht ein Ding aus wenig rein“, sagte der Coach nach der höchst unglücklichen 0:1-Pleite gegen den Titelkandidaten. „Von unseren Dingern muss eher einer reingehen, als sich gegen das Standbein schießen und oben geht er dann rüber.“ Das einzige Manko des Kölner Spiels an diesem Abend.

FC lässt zu viele Chancen liegen

Tatsächlich sorgte eine verunglückte Aktion der wenig glücklich agierenden Dortmunder Offensive um den FC wiederum ins Unglück zu stürzen. Dollyen Malen stand bei der Ecke in der 88. Minute sträflich frei, rutschte beim Schussversuch weg und traf den Ball irgendwo zwischen Fuß, Knöchel und Schienbein. Dieser nahm eine physikalisch nur schwer erklärbare Flugkurve und segelte über den mit 1,84 Meter wahrlich nicht kleinen Leart Pacarada ins Tor. Baumgarts Mütze musste sich so einem besonderen Reiß- und Stresstest unterziehen. Offenbar mit gutem Ende. Der Frust war mehr als verständlich. Davie Selke traf nach einem tollen Ljubicic-Pass und starker Einzelleistung erst Niklas Süle und dann den Pfosten. Sargis Adamyan fand gleich zwei Mal aus aussichtsreicher Position Gregor Kobels Beine und nicht den Weg ins Dortmunder Gehäuse und Dejan Ljubicic schlenzte den Ball aus aussichtsreicher Position knapp am Tor vorbei. Genauso wie der starke Max Finkgräfe in der Schlussphase. „Ich bin mehr als zufrieden mit den Jungs, sie haben alles gegeben. Es war eine klasse Mannschaftsleistung“, sagte der Kölner Coach. „Wir haben mutig agiert und hatten gute Möglichkeiten.“ Nur wollte eben keine dieser Chancen den Weg ins Tor finden.

Dortmund kam im ersten Abschnitt zu einem gefährlich Abschluss, als Julian Brandt aus spitzem Winkel an Marvin Schwäbe scheiterte. So richtig gefährlich wurden die Westfalen dann aber nicht mehr – trotz der in der vergangenen Saison ausgestrahlten Torgefahr. Und so war es die verunglückte Malen-Aktion, die den Dortmundern den Auftaktsieg und dem FC eine bittere Niederlage bescherte. Dabei war Dortmund von der Spielanlage das bessere Team. Der BVB kam auf 67 Prozent Ballbesitz, spielte mehr als doppelt so viele Pässe wie der FC und zwang die Kölner zwischenzeitlich zu einer sehr defensiven Ausrichtung. Dabei wirkte die Dortmunder Offensive aber seltsam ideenlos, uninspiriert, unkreativ. Auch, weil die Kölner Defensive einen beeindruckend guten Job erledigte. Die Doppelsechs mit Eric Martel und Ljubicic gewann gefühlt jeden Zweikampf im Zentrum, gerade der Österreicher leitete dann zahlreiche Umschaltmomente ein. Der FC stand im Mittelfeld kompakt, hielt die Räume, die der BVB benötigte, eng, geschlossen.

Köln überzeugt in der Defensive

Die Innenverteidigung um Jeff Chabot und Timo Hübers fischte zudem so gut wie alles aus dem Sechzehner. Von den zwölf Flanken der Dortmunder fand nur eine einzige einen gelb-schwarzen Angreifer. Alleine Chabot gewann einmal mehr mehr als 70 Prozent seiner Zweikämpfe (Hier geht es zum FC-Ranking). Trotz optischer Dominanz fand der BVB überhaupt kein Mittel gegen den FC. „Es war heute nicht viel dabei, was uns gefallen hat“, sagte dementsprechend Dortmunds Trainer Edin Terzic. „Das einzig Positive war, dass wir als Sieger vom Platz gehen.“ FC-Trainer Steffen Baumgart hatte angekündigt, den Gegner überraschen zu wollen. Das gelang dem FC defensiv auf beeindruckende Weise. Die Sorge, das Kölner Gebilde würde ohne Ellyes Skhiri und Jonas Hector nicht funktionieren, wandelten die Geißböcke in Lust auf mehr – zumindest gegen Dortmund, immerhin einen Titelaspiranten.

Allerdings offenbarten die Kölner wieder ihre Schwächen im Torabschluss. Gerade Adamyan hätte mindestens eine seiner hervorragenden Chancen nutzen müssen. Zudem fehlte an der ein oder anderen Stelle der letzte, der entscheidende Pass. „Wir hatten immer wieder gute Ballgewinne, haben es dann aber häufig nicht konsequent zu Ende gespielt“, sagte Timo Hübers. So gingen die Kölner letztlich als Verlierer vom Platz. „Wenn du dann so spät das Gegentor bekommst, ist das sehr ärgerlich“, stimmte auch Florian Kainz zu. So ärgerlich, dass beinahe die Baumgart-Mütze nicht bei Moukoko gelandet wäre.

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Einzelkritik

Rasmus Carstensen – ein lohnendes Investment?

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Rasmus Carstensen – ein lohnendes Investment?

Rasmus Carstensen wurde mit großer Skepsis in Köln begrüßt. Der Rechtsverteidiger kam in Genk nicht zum Zug. Nach den ersten Einsätzen für den FC, stellt sich die Frage nach dem Warum?

Als Rasmus Carstensen in Köln vorgestellt wurde, war die Skepsis unter den Fans groß. Kein Wunder, der Rechtsverteidiger kam in Genk so gut wie gar nicht zum Zug. Das scheint sich beim FC zu ändern. Dort hält man große Stücke auf Rasmus Carstensen – wird er ein lohnendes Investment?

Auch wenn Steffen Baumgart es ganz sicher anders meinte, ließ der Kölner Trainer rund eine Stunde vor dem Duell gegen Borussia Dortmund seinen Worten taten folgen. Auf der Pressekonferenz am Donnerstag sagte der Kölner Coach, dass der FC in dieser Spielzeit den ein oder anderen Gegner überraschen wolle. Das tat Baumgart schon bei der Aufstellung. Denn auf dem Spielbogen tauchte ein Name auf, den man nicht unbedingt in der Startelf vermutet hätte – zumindest nicht gemeinsam mit Benno Schmitz. Rasmus Carstensen (Zum Datenblatt) stand da und damit jener Rechtsverteidiger, den der FC vor wenigen Wochen verpflichtete und von dem der Trainer zunächst sagte, er solle sich hinter Benno Schmitz erst einmal entwickeln. Nun lief der Däne allerdings vor Benno Schmitz im rechten Mittelfeld auf und löste seine Aufgabe gut, wie Steffen Baumgart nach dem Spiel gegen den BVB betonte.

Carstensen ist mehr als eine Notlösung

Tatsächlich spulte der 22-Jährige rund 12 Kilometer ab, brachte 70 Prozent seiner Pässe zum Mitspieler und leitete mit gedankenschnellen Pässen gefährliche Aktionen ein. So bei einem Doppelpass mit Dejan Ljubicic, der daraufhin Davie Selke bediente. Der Stürmer scheiterte an Niklas Süle und dem Pfosten. Seine scharfe Hereingabe auf Sargis Adamyan im zweiten Abschnitt hätte ein Tor verdient gehabt. Der Armenier traf aus kurzer Distanz nur Gregor Kobels Bein. Dass der Däne seine Rolle auf der rechten Seite offensiv auslegt, war bekannt. Dass er auch im rechten Mittelfeld in den Überlegungen von Steffen Baumgart eine Rolle spielt, eher nicht.

„Ich bin ein Verteidiger, der viel laufen kann und offensiv denkt, ohne die Defensiv-Aufgaben zu vernachlässigen“, sagte Carstensen in der vergangenen Woche und dass er sich auf den Zweikampf mit Schmitz freue. Dazu kam es zuletzt aber nicht. Denn schon im Pokal gegen Osnabrück setzte Baumgart die Neuverpflichtung im rechten Mittelfeld ein, auch da löste der 22-Jährige seine Aufgabe ordentlich. In seiner Zeit in Silkeborg spielte Carstensen genau drei Mal als Rechtsaußen. „Hoffentlich kann ich ein paar Vorlagen geben“, hatte sich Carstensen vorgenommen. Dass seine Hereingaben nicht zu Toren führten, lag nicht an Carstensen oder der Qualität seiner Pässe.

Bislang 24 Tore vorbereitet

Dass der etatmäßige Abwehrspieler über Offensivqualitäten verfügt, zeigt seine bisherige Profibilanz. In 89 Pflichtspielen bereitete Carstensen 24 Tore vor, erzielte zwei Tore. Unter Steffen Baumgart scheint er sich zu einer Option auf der rechten Seite zu entwickeln. Zumal der Däne über ein hohes Tempo verfügt. Nach dem Pokalspiel gegen Osnabrück hatte Baumgart betont, dass ihm drei, vier schnelle Spieler fehlen würden. Carstensens Einsatz wirkte ein wenig wie Notlösung. Nach dem Dortmund-Spiel ist klar, dass es deutlich mehr werden kann. Tatsächlich soll in den kommenden Tagen Faride Alidou beim FC unterschreiben, mit Linton Maina kehrt in den kommenden Wochen eine weitere schnelle Offensivkraft zurück und Carstensen könnte wieder eine defensivere Position übernehmen. So oder so könnte sich das Investment in Carstensen für die Kölner auszahlen. Dem Vernehmen nach hat der FC für den geliehenen Spiele eine Kaufoption ausgehandelt, die etwa bei rund 1.5 Millionen Euro liegt. Aktuell wird der Marktwert des Dänen von Gool.ai auf 1.25 Millionen Euro berechnet. Das Online-Portal sieht aber ein großes Entwicklungspotenzial. Schon im kommenden Sommer könnte die Kaufoption also deutlich unter dem Marktwert liegen.

Dabei war Carstensen mit einer Portion Skepsis in Köln begrüßt worden, nachdem er bei Genk in der vergangenen Saison keine Rolle gespielt hat. Das lag auch an der starken Konkurrenz in Belgien, an der der 22-Jährige nicht vorbeikam. Carstensen erhielt allerdings nur wenige Chancen, sich zu beweisen. Das scheint beim FC anders zu sein. Und stand jetzt wird er diese auch nutzen.

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Einzelkritik

„Bis auf das Ergebnis hat Vieles gestimmt“

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„Bis auf das Ergebnis hat Vieles gestimmt“

Der BVB war dominant, der FC hatte die besseren Chancen. Das sahen auch Spieler und Trainer so. Die Stimmen zum Spiel.

Ich gebe der Mannschaft mit, dass sie fünf Minuten die Köpfe hängen lassen sollen und dann sollen sie loslegen. Sie sollen das als Leistung nehmen und die kann man so einschätzen, dass wir schon sehr gut verteidigt haben, dass wir gute Umschaltmöglichkeiten hatten, in der zweiten Halbzeit dann auch 100-prozentige Torchancen. Aber das gehört zum Fußball dazu. Am Ende ging wenig rein, da müssen wir weiter arbeiten an unserem Fußball. Mit gefällt, wie die Jungs arbeiten und über Grenzen gehen. Ich bleibe dabei: Wenn du so spielst, dann gewinnst du mehr, als du verlierst. Wir haben in Dortmund gespielt und bis auf das Ergebnis hat Vieles gepasst.“ 
 

Steffen Baumgart

In der zweiten Halbzeit haben wir es noch besser gemacht, als in er ersten. Und von unseren Dingern muss eher einer reingehen, als sich gegen das Standbein schießen und oben geht er dann drüber. Im Fußball musst du dir alles erarbeiten. Das Ergebnis steht und damit Glückwunsch an Dortmund. Wir werden weiter arbeiten und haben von dem, was wir gesagt haben, was wir wollen, eine ganze Menge umgesetzt und trotzdem gehst du etwas traurig nach Hause, was aber verständlich ist.“ 

Steffen Baumgart

Wir haben heute ein super Spiel gemacht. Hatten immer wieder gute Ballgewinne, haben es dann aber häufig nicht konsequent zu Ende gespielt. Wir waren heute sehr schwer zu bespielen und hätten mindestens einen Punkt verdient. Nichtsdestotrotz müssen wir jetzt nach vorne schauen. Auf dieser Leistung können wir definitiv aufbauen.”

Timo Hübers

Wir haben nicht alles richtig gemacht, sonst hätten wir gewonnen. Wir haben ein gutes Spiel gemacht. Wir haben das umgesetzt, was der Trainer gefordert hat. Wäre der letzte Pass angekommen, hätten wir vielleicht gewonnen. Vergangene Saison haben wir hier 1:6 verloren, von daher kann man die Spiele nicht vergleichen. Am Ende haben uns ein paar Prozent gefehlt.“

Dejan Ljubicic

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Einzelkritik der FC-Profis gegen Dortmund

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Einzelkritik der FC-Profis gegen Dortmund

Der 1. FC Köln hat den Bundesliga-Auftakt bei Borussia Dortmund verloren, dennoch eine ordentliche Leistung absolviert. Dementsprechend gab es auch einige gute Noten. So bewerten wir die FC-Profis.

Der FC kehrt ohne Punkte, aber mit der Gewissheit einer guten Leistung aus Dortmund zurück. „Mir gefällt, wie die Jungs arbeiten. Wenn wir so spielen, gewinnst du mehr als du verlierst“, sagte FC-Trainer Steffen Baumgart nach der Begegnung. Zwar hat der FC verloren, die Spieler haben sich zum Großteil aber gute Noten erarbeitet. Unsere Einzelkritik der FC-Profis gegen Dortmund.

Gegen Osnabrück geriet der FC vor allem im zweiten Durchgang massiv unter Druck. Jeff Chabot bekam somit viele Gelegenheiten, sich auszuzeichnen. Das tat der Innenverteidiger auf beeindruckende Art. Zudem krönte der Abwehrspieler mit dem Treffer zum 3:1 seine starke Leistung – es war gleichzeitig die Entscheidung. Auch Benno Schmitz trug sich mit einem beeindruckenden Treffer in die Torschützenliste ein. Denis Huseinbasic und Mathias Olesen bereiteten jeweils ein Tor vor, konnten aber nicht an die guten Leistungen der Vorbereitung anknüpfen.

So bewerten wir die FC-Profis gegen Dortmund

Hatte 20 Minuten nichts zu tun, war dann hellwach. Parierte stark gegen Julian Brandt aus spitzem Winkel und später gegen Reus, der aber wegen Abseits zurückgepfiffen wurde. War beim Gegentor ohne Chance.

Sorgte für die erste Chance mit einem Schuss aus der Distanz und für das erste gelbwürdige Foul gegen Ryerson. Dennoch ein starkes Bundesliga-Debüt des 28-Jährigen.

Machte eine bessere Partie als noch gegen Osnabrück. Gewann zwei Drittel seiner Zweikämpfe, leistete sich aber auch einige Fehlpässe. Ließ im ersten Durchgang Dortmunds einzige Chance zu.

Überragendes Spiel des Innenverteidigers. Wieder einmal. Verteidigte so ziemlich alles weg. Als ihm das zu wenig wurde, suchte er sich Zweikämpfe im Mittelfeld, die er dann auch meist für sich entschied.

Bügelte seinen krassen Stellungsfehler gegen Donyell Malen selbst wieder aus und das stark. Blockte auch gegen den BVB-Angreifer – ebenfalls stark. Gewann nur 50 Prozent seiner Zweikämpfe.

Zweikampfstark, konsequent. Dazu mit 90 Prozent eine überragende Passquote. Martel ist auf der Sechs unverzichtbar.

Feierte überraschend sein Startelf- und sein Bundesliga-Debüt – und dazu noch ein gutes. Steigerte sich zunehmend und sorgte mit scharfen Hereingaben für Gefahr. Ist auf der rechten Seite auch in der Offensive eine Alternative.

Spielte wieder auf der Zehn und hatte mehr Einfluss auf das Spiel als noch gegen Osnabrück. Gefahr konnte der Kölner Kapitän aber auch auf dieser Position nicht so wirklich erzeugen.

Gewann zahlreiche Zweikämpfe im Mittelfeld und leitete umgehend die Kölner Angriffe ein. War nahezu an jeder starken Aktion beteiligt. Hätte die Führung mit einem Schlenzer erzielen können, wenn nicht müssen. Das schmälerte seine gute Leistung nicht.

Startete überraschenderweise auf der linken Seite, wechselte dann auf die rechte. Übte zunächst einige Zweikämpfe, in denen er meist zu spät kam. Konnte sich nicht so recht einbringen und bekam zu allem Überfluss den Ball aus kurzer Distanz ins Gesicht geschossen. Zeigte aber, dass er dem FC helfen kann.

Bis 52.: Machte in der Anfangsphase so ziemlich alles richtig, als Ljubicic ihn schickte. Süle rettete aber in höchster Not. Ackerte, wurde immer wieder von Ljubicic eingesetzt. Musste nach gut 50 Minuten erneut angeschlagen vom Platz.

Ab der 52: Erarbeitete sich viele Chancen, nutzte leider keine davon. Gerade den Kopfball gegen Kobel muss er eigentlich machen. Dennoch ein engagierter Auftritt.

Köln verliert unglücklich in Dortmund

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Köln verliert unglücklich in Dortmund

Der 1. FC Köln kehrt trotz starkem Kampf mit null Punkten aus Dortmund zurück. Beim BVB kassierten die Kölner eine 0:1-Pleite, hatten trotz Dortmunder Dominanz aber auch durchaus Chancen.

FC-Trainer Steffen Baumgart hatte bereits am Donnerstag auf der Pressekonferenz vor dem Dortmund-Spiel betont, er wolle Gegner in dieser Saison überraschen. Gegen den Vizemeister ist den Geißböcken genau das gelungen. Bis zur 88.Minute. Dann schlug Donyell Malen zu. Köln verliert unglücklich in Dortmund. „Wir haben nicht alles richtig gemacht, sonst hätten wir gewonnen“, sagte der starke Dejan Ljubicic. „Am Ende haben uns ein paar Prozent gefehlt.“

Wie erwartet spielte der FC in einer 4-2-3-1-Formation, wie erwartet stand Dejan Ljubicic für Mathias Olesen in der Startformation, überraschend dagegen das Startelf-Debüt von Rasmus Carstensen, der auf der rechten Seite für Denis Huseinbasic begann und, dass Florian Kainz auf der Zehn agierte, während Luca Waldschmidt über die linke Seite kam. Der BVB hatte dagegen wenige Überraschungen parat – weder personell noch taktisch. So übernahm der BVB von Beginn an die Initiative, presste wie erwartet aggressiv und ließ den Kölnern Räume. So kam Leart Pacarada bereits nach wenigen Minuten zum ersten Abschluss. Trotz der Dortmunder Dominanz ließen die Kölner dagegen kaum Chancen zu. Der FC suchte die Zweikämpfe und machte die Räume im Zentrum eng. Und die Kölner hatten ihre Möglichkeiten. Carstensen setzte Ljubicic ein, der wiederum Selke schickte. Süle rettete in letzter Sekunde zur Ecke.

Dortmund dominiert, der FC hat die Chancen

Erst nach einer guten halben Stunde fanden die Dortmunder erste Mittel gegen das kompakte Kölner Zentrum und erarbeiteten sich erste Chancen. Unter anderem prüfte Julian Brandt FC-Keeper Marvin Schwäbe aus spitzem Winkel. Der FC blieb aber bissig, gewann viele Zweikämpfe im Mittelfeld und leitete umgehend Konter ein. Meist über Dejan Ljubicic, der eine große Bereicherung für das FC-Spiel war. Der entscheidende Pass wollte aber auch bei den Kölnern nicht ankommen.

Auch zu Beginn der zweiten Halbzeit das gleiche Bild: Dortmund war bemüht, das Spiel zu machen, der FC gewann weiterhin die Zweikämpfe im Mittelfeld und schaltete schnell um. Ljubicic schickte Carstensen, der passte scharf ins Zentrum, doch der eingewechselte Sargis Adamyan scheiterte aus kurzer Distanz an Gregor Kobel. Der BVB-Offensive fiel weiterhin herzlich wenig ein. Zwar prüfte auch Marco Reus den Kölner Keeper, der ehemalige Dortmunder Kapitän wurde aber wegen einer Abseitsstellung zurückgepfiffen. Nach einer guten Stunde wechselte Baumgart, brachte unter anderem Max Finkgräfe für Luca Waldschmidt – das versprochene Profidebüt für den 19-Jährigen. Und der Youngster setzte – wenn auch unfreiwillig – Ljubicic ein, der aus 16 Metern knapp am Tor vorbeischlenzte.

Und die Kölner wollten in der Schlussphase offensichtlich mehr. Der FC agierte mit den Dortmundern plötzlich auf Augenhöhe. Der starke Carstensen flankte genau auf Adamyan, der aus kurzer Distanz Kobel auf die Füße köpfte. Dortmund sorgte nur noch selten für Entlastung. Wenn überhaupt kam der BVB nur bei Standards noch gefährlich vor das Kölner Tor. So auch in der 88. Minute. Dann stand Donyell Malen am langen Pfosten frei und versenkte den Ball über Pacarada im Tor. Der FC versuchte noch einmal alles. So setzte Finkgräfe mit dem Schlusspfiff den Ball über das Tor. Es blieb bei der bitteren Niederlage. Eine Niederlage, auf die die Kölner aber aufbauen können.

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1. FC Köln: Schwäbe – Schmitz, Chabot, Hübers, Pacarada – Martel, Ljubicic – Carstensen (90. Kilian), Kainz (65. Olesen), Waldschmidt (65. Finkgräfe) – Selke (51. Adamyam); Tore: 1:0 Malen 88.

Einzelkritik

Gegnercheck: Aggressives Pressing und Torgefahr

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Gegnercheck: Aggressives Pressing und Torgefahr

Viel schwerer hätte es für den 1. FC Köln zum Bundesliga-Auftakt wohl kaum kommen können. Am Abend startet der FC mit der Begegnung bei Borussia Dortmund in die neue Spielzeit.

Voller Vorfreude blickte FC-Trainer Steffen Baumgart dem Saisonstart gegen Borussia Dortmund entgegen. Dabei stehen die Kölner vor einer denkbar schweren Aufgabe. Das zeigt auch der Gegnercheck: der BVB besticht durch aggressives Pressing und Torgefahr.

Steffen Baumgart ein Lächeln abzuringen, gehört wahrlich nicht zu den leichtesten Aufgaben. Auf der Pressekonferenz vor dem Spiel bei Borussia Dortmund am Samstagabend musste der Kölner Trainer immerhin schmunzeln. Ein TV-Reporter hatte betont, dass es doch schwierig werden könnte, in Dortmund zu bestehen. „Das habe ich auch schon mal gehört“, sagte der Trainer grinsend. „Wir können sagen, dass wir mit dem Anspruch nach Dortmund zu fahren, um zu gewinnen. Das haben wir im vergangenen Jahr auch und haben sechs Dinger bekommen. Anspruch und Wirklichkeit liegt manchmal auseinander.“ Vielmehr wolle der FC seinen Fußball spielen. Baumgart freue sich auf ein emotional geladenes Spiel. „Dass wir gewinnen wollen, weiß jeder. Wir werden versuchen, unser Spiel durchzusetzen. Aber das wird Dortmund auch versuchen“, sagte der Kölner Coach.

Dortmunder Offensivkraft

Dazu bauen die Dortmunder durchaus auf Elemente, die dem Kölner Trainer bekannt vorkommen dürften. Die Dortmunder setzen den Gegner früh durch ein hohes, vor allem aber ein aggressives Pressing unter Druck, strahlen mit ihrer hohen Intensität eine enorme Präsenz aus. Die Westfalen laufen den Gegner meist schon im ersten Drittel an. Edin Terzic lässt gegen eine Doppelsechs in der Regel eine 4-3-3-Formation auflaufen. Nach dem Ballgewinn sucht der BVB ebenfalls durch Tiefenläufe den direkten Weg in die Offensive. Auffallend sind die Räume, die der BVB beim Gegner ausmacht und dann auch ausnutzt. Mit Neuzugang Ramy Bensebaini, Marius Wolf und Julian Ryerson verfügt der BVB über drei starke Außenverteidiger, die sich bei Ballbesitz extrem in die Offensive mit einschalten und sehr weit außen stehen. Vor allem Bensebaini, der Dejan Ljubicic vom Derby der vergangenen Saison ja noch bestens bekannt sein sollte, neigt dazu, die Position zu verlassen. Dadurch könnten sich für die Kölner Räume ergeben, die der FC wiederum in seinem Umschaltspiel ausnutzen kann.

Die Präsenz geht vor allem von der beeindruckenden Offensive der Dortmunder aus. Das Sturmtrio um Sébastien Haller, Donyell Malen und Karim Adeyemi ist eingespielt und strahlte in der Rückrunde der vergangenen Saison eine einmalige Torgefahr aus. 24 Tore erzielten die drei Angreifer und bereiteten 18 weitere vor. Mit insgesamt 83 Toren bewegten sich die Dortmunder fast schon in Münchner Sphären. Gerade auf Haller ist das Spiel der Dortmunder zugeschnitten. Daran wird sich auch in dieser Saison nichts ändern. Mit Julien Duranville verfügen die Dortmunder zudem über ein beeindruckendes 17-jähriges Talent. Der Belgier erzielt jetzt schon einen Marktwert von rund vier Millionen Euro. Laut Gool.ai wird er im kommenden Sommer bei 14 Millionen liegen.

Auch der BVB hat Qualität verloren

Ähnlich wie der FC muss aber auch Dortmund einen heftigen Aderlass kompensieren. Der Abgang von Jude Bellingham trifft Dortmund genauso hart, wie den FC der von Ellyes Skhiri – natürlich auf einem anderen Level. Aber auch Bellingham ist nicht einfach zu ersetzen. Mit Felix Nmecha und Marcel Sabitzer hat der BVB zwei zentrale Mittelfeldspieler nach Dortmund gelotst. Beide blicken auf eine durchwachsene Saison zurück, deuteten aber in der Vorbereitung an, dass sie für den BVB zu einem belebenden Element werden könnten. Sabitzer spielt deutlich defensiver als Bellingham, könnte neben dem gesetzten Emre Can agieren. Offensiv setzen die Dortmunder wieder auf Julian Brandt und Marco Reus. Dennoch scheint das Mittelfeld des BVB nicht ganz so stark besetzt, wie noch im Vorjahr. Auch in der Defensive zeigten die Dortmunder in der vergangenen Spielzeit eine gewisse Anfälligkeit. Die 44 Gegentore in der Liga sind nicht viel, für ein Team, das bis zum Schluss um den Titel mitspielt, aber eigentlich zu viel.

Der Vergleich:

Beide Teams spielen in der Regel mit einer Viererkette. Während Edin Terzic mit einer 4-3-3-Formation spielen wird, setzt Baumgart voraussichtlich auf die etwas defensivere 4-2-3-1-Taktik. Der Kaderwert spricht natürlich deutlich für den Gastgeber. Dortmund liegt laut Gool.ai bei mehr als 425 Millionen Euro, der FC bei knapp 70 Millionen Euro. Kölns wertvollster Spieler ist Dejan Ljubicic (8.81 Mio), gäbe es beim BVB eine interne Liste der wertvollsten Spieler würde sich der Österreicher auf Rang 17 einsortieren. Beim BVB kommen Niklas Süle und Karim Adeyemi auf den höchsten Wert mit jeweils rund 45 Millionen Euro. Die Bilanz spricht ebenfalls klar für den BVB.  Dortmund gewann 43 der Partien, der FC setzte sich in 35 Spielen durch. 28 Begegnungen endeten unentschieden. Weitere Zahlen und Fakten zum Duell gibt es hier.

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Mit Selke und Ljubicic zum BVB

Der 1. FC Köln ist mit Dejan Ljubicic und Daviel Selke nach Dortmund aufgebrochen. Auch Steffen Tigges befindet sich im Kader der Kölner.

Am Freitagnachmittag ist der 1. FC Köln zum Auswärtsspiel bei Borussia Dortmund (Samstag, 18.30 Uhr, Sky) aufgebrochen. Mit wenig Überraschungen. Mark Uth und Linton Maina fehlten wie erwartet. Dafür reisen die Kölner mit Davie Selke und Dejan Ljubicic zum BVB.

Damit scheint zumindest nicht ausgeschlossen, dass Davie Selke am Samstag gegen den BVB zum Einsatz kommt. Der Stürmer hatte sich im Pokalspiel gegen Osnabrück mit muskulären Problemen auswechseln lassen und unter der Woche nur zum Teil trainiert. Am Freitag erweckte er den Eindruck, wieder voll belasten zu können. Gut möglich, dass Selke in der Startformation steht. Das hatte Baumgart auf der Pressekonferenz am Donnerstag noch offen gelassen. Allerdings ist auch Steffen Tigges im Aufgebot für das Spiel gegen seinen Ex-Klub. Baumgart hatte noch am Donnerstag gesagt, dass man bei „Tiggi noch von Woche zu Woche abwarten“ wolle. Offenbar ist der Angreifer für den Fall mit dabei, dass Selke nicht spielen kann.

Auch Dejan Ljubicic ist in Dortmund wieder mit von der Partie. Der Österreicher hatte sich im Testspiel gegen Nantes am Knöchel verletzt und musste im Pokal pausieren. Gegen den BVB wird der Mittelfeldakteur mit großer Wahrscheinlichkeit beginnen. Dafür dürfte Mathias Olesen, der nicht überzeugte wieder weichen. Mark Uth fällt genauso wie Linton Maina wie erwartet aus. Im Kader befindet sich außerdem auch erneut Max Finkgräfe. FC-Trainer Baumgart hatte dem Youngster schon vor dem Pokal Einsatzzeit in Aussicht gestellt.

Der Kader des 1. FC Köln im Überblick

Tor: Philipp Pentke, Marvin Schwäbe

Abwehr: Rasmus Carstensen, Benno Schmitz, Jeff Chabot, Timo Hübers, Luca Kilian, Leart Pacarada, Kristian Pedersen

Mittelfeld: Jacob Christensen, Dejan Ljubicic, Eric Martel, Mathias Olesen, Max Finkgräfe, Denis Huseinbasic, Dimitris Limnios, Florian Kainz

Sturm: Sargis Adamyan, Davie Selke, Luca Waldschmidt, Steffen Tigges 

 

Aktuelle Marktwerte

Kader 23/24

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