Die Mannschaft des 1. FC Köln verlässt nach der Niederlage in Heidenheim geknickt den Platz.
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Fünf Gründe, warum der FC auch sportlich verdient abgestiegen ist

Dass eine Kette an Versäumnissen und Fehleinschätzungen hauptsächlich für den siebten Abstieg der Vereinsgeschichte verantwortlich sind, steht außer Frage. Doch es gab auch sportliche Gründe für den Gang in Liga zwei.

Am Ende der zahlreichen Fehleinschätzungen und Versäumnisse auf anderer Ebene steht für den 1. FC Köln der siebte Abstieg der Vereinsgeschichte. Die fehlende Kaderqualität ist nicht von der Hand zu weisen. Genauso wenig das Versäumnis, Spieler wie Anthony Modeste, Jonas Hector oder Ellyes Skhiri nicht adäquat nachbesetzt zu haben oder die nicht stechenden Neuzugänge. Doch da war auch noch mehr: Fünf sportliche Gründe, warum der FC am Ende verdient abgestiegen ist.

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Leistungsträger außer Form: Ob es wirklich die Bürde der Kapitänsbinde war, liegt weiterhin im Reich der Spekulationen. Fakt ist: Florian Kainz fand nicht ansatzweise zu den Leistungen der Vorsaison. Zweifelsohne ist der Österreicher wohl eine der größten Enttäuschungen der Spielzeit beim FC gewesen. Und das tat weh. Zwar erzielte Kainz fünf Tore und bereitete vier weitere vor, war damit der Topscorer der Geißböcke, erfolgreich war der Mittelfeldspieler aber einzig vom Punkt. Und: In der vergangenen Spielzeit erzielte Kainz acht Tore, bereitete zehn vor. Zudem hatte der Offensivspieler in der vergangenen Saison 17 Großchancen kreiert, so viele wie kein anderer Bundesliga-Akteur, in dieser Saison waren es zwei. Kainz steht nur als Beispiel für weitere Leistungsträger wie Dejan Ljubicic oder Luca Waldschmidt, die weit hinter den Erwartungen zurückblieben.

Fehlende Durchschlagskraft: Die 28 erzielten Treffer in der Spielzeit sprechen eine traurige Sprache. Dabei ist es wahrlich nicht so, dass der FC nicht in der gegnerischen Hälfte oder sogar im gegnerischen Strafraum stattfand. Wie schon in der Vorsaison schlug kein anderes Team so viele Flanken wie der FC. Die Kölner kamen auf 455 Hereingaben, gefolgt vom FC Augsburg mit 363 und Union Berlin mit 359. Auch bei den Torschüssen befinden sich die Kölner nicht im Schlussdrittel. Mit 595 Abschlüssen belegen die Geißböcke einen guten Platz neun, vor Teams wie Frankfurt oder Freiburg. Mit 28 Toren kommen die Kölner aber auf eine Chancenverwertung von 4,7 % – und damit wenig überraschend auf den schlechtesten Wert der Liga. In der Vorsaison lag der Wert mehr als doppelt so hoch bei knapp zehn Prozent.

Verletzungspech: Auch wenn die Geißböcke diese Ausrede nie in den Vordergrund stellten, sie hätten Grund dazu gehabt. Denn der FC war schon von einem überdurchschnittlichen Verletzungspech seiner Offensivspieler betroffen. Spieler, die eigentlich vor der Saison zu der Kategorie „Unterschiedsspieler“ gezählt wurden. Davie Selke fehlte bis zum Saisonende 14 Spiele, Luca Waldschmidt 12 und Mark Uth sogar 20. Diese Ausfälle konnte die Offensive um Sargis Adamyan und Steffen Tigges nicht kompensieren. Auch Leart Pacarada, vor der Spielzeit als möglicher Leistungsträger eingeschätzt, fehlte neun Spiele, Dejan Ljubicic verpasste genauso acht Partien wie Luca Kilian.

Zu wenig 50:50-Siege: Ohne Zweifel ist es schwer mit fünf Saisonsiegen die Klasse in der Bundesliga zu halten. Seit der Einführung der Drei-Punkte-Regel ist dieses Kunststück noch keinem Bundesligisten gelungen. Christian Keller wurde in der Spielzeit nicht müde zu betonen, dass er fest davon überzeugt sei, dass es in der Liga noch drei schwächere Teams gebe. Natürlich nannte der Kölner Sportdirektor keine Namen, wird aber möglicherweise den Kaderwert zu Rate gezogen haben. Das Online-Portal transfermarkt.de schätzt den Wert von Heidenheim, Darmstadt und Bochum mit rund 60 Millionen Euro (SVD sogar nur um die 40 Mio.) deutlich niedriger ein, als den der Kölner mit mehr als 90 Millionen. Aus den sechs Begegnungen gegen die vermeintlich schwächeren Teams holte der FC aber nur zwei Siege, gewann insgesamt nur den direkten Vergleich gegen Bochum. Gegen Aufsteiger Heidenheim gab es gar keinen Sieg. Auch die direkten Vergleiche gegen Mainz und Union Berlin gingen nicht an den FC.

Zu wenig Ausreißer nach oben: Nur wenige Spieler kann der FC in dieser Saison als Gewinner feiern. Jeff Chabot überzeugte als einziger Feldspieler über die gesamte Spielzeit, überragte in der Zweikampfquote und kam zudem auf eine gute Passquote. Ohne Zweifel gehört Chabot zu den besten Abwehrspielern der Liga und möglicherweise wäre der 26-Jährige während der Saison bei einem anderen Club auch in die Nähe einer DFB-Nominierung gekommen. Doch ein Chabot alleine hat dem FC nicht gereicht. Mit Abstrichen ist Max Finkgräfe ein weiterer Gewinner der Spielzeit – zumindest eine der großen positiven Überraschungen. Doch dann hört es in der Summe über die gesamte Spielzeit betrachtet auch schon wieder auf. Zu wenig, um eine Chance im Abstiegskampf zu haben.


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