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Der Abwehrjeff verlässt den FC – eine schmerzhafte, aber logische und richtige Entscheidung

Im dritten Sommer in Folge verlässt der überragende Feldspieler der abgelaufenden Saison den 1. FC Köln. Auch dieses Mal wird es (notgedrungen) keinen adäquaten Ersatz geben. Das ist für den FC bitter, für Jeff Chabot aber ein logischer und richtiger Schritt.

Wieder einmal verlässt den FC ein überragender Spieler der abgelaufenen Saison. Der Abgang ist für den FC schmerzhaft, für Jeff Chabot aber logisch und richtig.

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Die Nachricht ploppte am Mittwochabend auf. Sie kam nicht überraschend, war aber deswegen nicht weniger schmerzhaft. Jeff Chabot verlässt den 1. FC Köln. Es ist wieder passiert. Den dritten Sommer in Folge verlieren die Kölner den überragenden Feldspieler der abgelaufenen Saison. 2022 verließ Goalgetter und Lebensversicherung Anthony Modeste den FC und Steffen Baumgart, der den Franzosen irgendwie wieder auf Kurs gebracht hatte. Modeste zog es Richtung Dortmund, in der Absicht, beim BVB Champions League zu spielen. Das tat er, wirklich glücklich schien die Liaison von außen betrachtet nicht. Vor einem Jahr ging Ellyes, der unscheinbare Mittelfeldmotor, Richtung Frankfurt, um den nächsten Schritt seiner Karriere zu gehen. Aus damaliger Sicht, ebenfalls von außen betrachtet, ein doch eher kleiner großer Schritt. Jonas Hector beendete bekanntlich seine Karriere und ging ebenfalls.

Chabot einer der besten Innenverteidiger der Liga

Nun also Jeff Chabot – und es bedarf kein Expertenwissen, um zu prophezeien, dass auch der Abwehrspieler in Köln nicht adäquat ersetzt werden wird. Der FC darf aufgrund der Transfersperre bekanntlich nicht nachbessern und selbst wenn er es könnte, einen adäquaten Ersatz wird der FC in Zeiten des Chaos und Zweitklassigkeit nicht nach Köln lotsen – auch nicht in der Winterpause, wenn sich auch für die Geißböcke das Transferfenster wieder öffnet. Mit einer Quote von 68 Prozent gewann der Kölner Innenverteidiger (prozentual) die meisten Zweikämpfe der Liga. Auch die Liste der gewonnenen Luftduelle führt Chabot mit 78 Prozent ligaweit an. Über die gesamte Saison gesehen, war der Abwehrspieler der einzige Kölner, der konstant gute Leistungen abrief. Einsatz, Leidenschaft, Willen – Chabot verkörperte wie kein anderer FC-Profi den Abstiegskampf.

Die Enttäuschung war dem 26-Jährigen ins Gesicht geschrieben, als der Abstieg perfekt war. Und sie wirkte authentisch und echt. Wenn Chabot in seinen Abschiedsworten davon spricht, dass es ihm eine „Ehre war“, das FC-Trikot zu tragen, dann hat gerade die vergangene Saison dafür eindrucksvoll Futter geliefert. An dem gebürtigen Hessen hat der Abstieg sicher nicht gelegen. Das war so nicht zwingend abzusehen. Bei seinem Debüt für den FC gegen Hoffenheim 2022 wirkte Chabot ungelenk, behäbig. Der Hüne wanderte zunächst auf die Bank. Doch schon in der Folgesaison wurde er zum Stammspieler und spätestens in der abgelaufenen Spielzeit zum absoluten Leistungsträger. „Wir haben sehr gute Gespräche mit Jeff geführt und wollten ihn nach seiner starken Saison, in der er sich zu einem großen sportlichen Rückhalt und anerkannten Führungsspieler entwickelt hat, unbedingt halten. Es spricht für Jeff, dass er sehr lange und ernsthaft über einen ligaunabhängigen Verbleib nachgedacht hat“, sagte Christian Keller.

Eine logische Entscheidung

„Gestern hat er uns nun mitgeteilt, dass er sich für einen Wechsel und damit verbunden für seinen Kindheitstraum, in der Champions League zu spielen, entschieden hat. Das akzeptieren und respektieren wir vollauf. Jeff hat sich diese große sportliche Chance mit seinen Leistungen verdient. Wir sind ihm für diese Leistungen für den FC sehr dankbar und wünschen ihm alles, alles Gute für seine Zukunft. Er wird beim FC auch zukünftig immer willkommen sein“, so Keller weiter. Dass Chabot nun eine neue Herausforderung sucht, ist verständlich und auch richtig. Der 26-Jährige hat es sich verdient, in der kommenden Spielzeit Königsklasse statt 2. Bundesliga zu spielen. Auch, wenn es für den FC und seine Fans schmerzhaft ist. Auch, wenn es sicherlich den ein oder anderen Fußball-Romantiker geben wird, der von den FC-Profis eine ähnliche Rettungsaktion erwartet wie damals als Timo Horn und Jonas Hector dem Verein trotz Abstieg die Treue hielten. Fußball ist in erster Linie auch ein Geschäft, für Chabot ein Beruf. Dass der Abwehrspieler bei einem Club zu besseren Konditionen, auf größerer Bühne spielen will, ist vollkommen legitim. Zumal der Gedanke nicht vollkommen Fehl am Platz ist, das die Krise des FC dem Innenverteidiger vielleicht eine Kader-Nominierung des DFB gekostet hat. Möglicherweise wären die überragenden Leistungen im Zusammenhang mit einem anderen Club anders wahrgenommen worden.

Mit seinen 26 Jahren bekommt Chabot nun die Chance, sich auf internationalem Parkett zu zeigen. Dass der Innenverteidiger am Ende des Tages für nur rund vier Millionen Euro den Verein verlassen kann, ist dagegen besonders bitter. Allerdings war bei Vertragsabschluss weder die extrem positive Entwicklung des Spielers noch die extrem negative des Vereins so abzusehen.


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