Der 1. FC Köln ist weiterhin einfach zu harmlos.
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Auch die „offensivste Variante“ ist zu harmlos

Timo Schultz hatte vor dem Duell beim FC Augsburg einen offensiveren Ansatz angekündigt. Auf dem Papier hielt der Trainer Wort. Seine Mannschaft auf dem Platz aber nicht.

Am Sonntagnachmittag suchte der FC weiterhin nach seiner Torgefahr in der Offensive. Gerade im letzten Drittel fehlte es wieder an Präzision und Durchschlagskraft. Vor allem aber fehlt es an Ideen. Der 1. FC Köln ist weiterhin einfach zu harmlos.

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Am vergangenen Freitag hatte sich Timo Schultz noch unschlüssig gezeigt, am Sonntag lief sie dann doch auf, die „offensivste Variante“, wie der Trainer die Doppelspitze mit Davie Selke und Sargis Adamyan bezeichnete. Die Marschroute der drei erhofften Punkte war also nicht nur kommuniziert, sie sollte auch praktiziert werden. Einzig: Richtig gefährlich war die „offensivste Variante“ der Geißböcke im Duell gegen den FC Augsburg dann doch nur einmal. Beim Ausgleich durch Selke. „Das war von Kainzi und Sargis hervorragend herausgespielt. Dann ist es mein Job, dort zu stehen“, sagte der Angreifer. Der Treffer war tatsächlich schön herausgespielt. Vor allem von Florian Kainz, der mit einem schicken Direktpass die Augsburger Hintermannschaft aushebelte, Adamyan schickte und damit das 1:1 einleitete.

Schwäbe hält den Punkt fest

Und obwohl Schultz auch unmittelbar vor dem Spiel betont hatte, dass die Kölner einen offensiveren Ansatz wählen würden, war Augsburg im gesamten Spiel dem Sieg mindestens einen großen Schritt näher. So musste Marvin Schwäbe gleich drei Mal in höchster Not retten, während die Kölner neben dem Ausgleich nur einen weiteren Schuss auf das Tor der Fuggerstädter brachten. Zwar betonte Schultz nach der Begegnung, dass er einige „vielversprechende Dinge“ in der Offensive gesehen haben wolle, ergänzte aber wenig später, dass diese nicht klar zu Ende gespielt worden seien. „Ich denke da an vier oder fünf vielversprechende Kontersituationen in der zweiten Halbzeit, wo wir es nicht geschafft haben, zum Torabschluss zu kommen“, sagte der Trainer.

Die gab es auch schon im ersten Abschnitt, als beispielsweise der schwache Faride Alidou eine Drei-auf-drei-Situation fahrlässig durch eine gewisse Eigensinnigkeit zum Erliegen brachte. Nach dem Wechsel rettete Kevin Mbabu in letzter Sekunde gegen den eingewechselten Damion Downs und Mads Pedersen vor dem Einschuss bereiten Denis Huseinbasic. Ansonsten sorgten wenn überhaupt die Hausherren für Gefahr. Schwäbe und Jan Thielmann, der einen Ball von der Linie kratzte, hielten den Kölner Punkt fest. Dabei hatte Timo Schultz viel für mehr Offensive getan. Neben der Doppelspitze wählte der Trainer mit Dejan Ljubicic und eben Huseinbasic auch eine offensivere Doppelsechs, die sich lange aber nahezu gar nicht in die Vorwärtsbewegung mit einschaltete. Leart Pacarada hatte auf der linken Außenbahn so viel mit dem Augsburger Angriffsspiel zu tun, dass er die gegnerische Hälfte lieber nur selten betrat.

Adamyan: „Ein Punkt ist ein bisschen wenig“

Und auch Jan Thielmann hatte lange wenig Zugriff auf die Kölner Offensivbemühungen, steigerte sich aber zunehmend. „Ich glaube, die Mannschaft hat sich von der ersten bis zur letzten Minute in alles reingeschmissen“, sagte Schultz zu recht, nur brachte das nicht die erhoffte Angriffswelle, die den Kölnern die ebenfalls erhofften Punkte einspielt. Der FC verteidigte leidenschaftlich, vergaß aber wieder einmal, das Spiel auch nach vorne anzukurbeln. Köln stand viel zu tief, fand kaum kreative Mittel und nur selten den richtigen Weg aus der Drucksituation. Von den zweiten Bällen gingen zu viele verloren. Dazu leistete sich der Gast zu viele individuelle Fehler im Spielaufbau. Der FC war nicht einmal ansatzweise an den drei erhofften Punkten dran. „Wir wissen nicht, was wir davon halten sollen. Ein Punkt ist ein bisschen wenig“, sagte Adamyan. „Nach dem Spielverlauf nehmen wir den mit und wir haben einen Punkt mehr.“ Wirklich zufrieden wird man in Köln damit, aber auch mit der Leistung nicht sein.


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