Dominion Downs freut sich über sein Tor.
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Der FC trotzt allen Widrig- und Regelmäßigkeiten

Bereits nach 20 Minuten sah der 1. FC Köln gegen den 1. FC Union Berlin wie der sichere Verlierer, wie ein Absteiger aus. Mit einem beeindruckenden Schlussspurt wahren die Geißböcke ihre Minimalchance.

Auch wenn Timo Schultz unter der Woche noch eine gehörige Portion Optimismus versprühte, standen die Chancen auf den Relegationsplatz beim FC nach 32 Spieltagen eher mau. Durch den 3:2-Erfolg über Berlin wahren die Kölner die Chance auf den Klassenerhalt – und das auf sehr beeindruckende Weise.

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Es waren erst sehr wenige Minuten im zweiten Abschnitt gespielt, als Jérôme Roussillion nach einem Foulspiel schon auffallend lange an seinen Schnürsenkeln rumhantierte. Schnürsenkel, die weder sonderlich offen schienen noch den Abwehrspieler an einem Weiterspielen gehindert hätten. Ähnlich viel Zeit ließ sich auch Berlins Keeper Fredrik Rønnow bei einem Abstoß zu einem Zeitpunkt, bei dem man sich schon über die ausführlich ausgeübte Maßnahme wundern konnte. Denn auch wenn Florian Kainz vor dem Seitenwechsel noch mit einem Elfmeter auf 1:2 gestellt hatte, glaubten wohl nicht viele Zuschauer der Begegnung des 1. FC Köln gegen Union Berlin an eine Auferstehung der Geißböcke. Zumindest nicht die, die ein Spiel mit drei Elfmetern für die Heimmannschaft für möglich hielten. Der FC schien sehr weit weg von einem weiteren Treffer, von einer Wende. Ein Zeitspiel nach 50 Minuten war eigentlich unnötig.

Wenig sprach nach 20 Minuten für den FC

Schon nach dem frühen 0:2 war der FC gefühlt abgestiegen. Alles sprach gegen die Geißböcke. Union ging nach einer Ecke mit dem ersten Torschuss der Gäste durch Robin Knoche in Führung, Berlin erhöhte nach einem unglücklichen Handspiel von Faride Alidou, mit einem schlecht geschossenen oder extrem abgebrühten Elfmeter von Kevin Volland. Und zu allem Übel musste Luca Waldschmidt nach 20 Minuten vom Platz. Nach einem Foulspiel, für das der Übeltäter noch nicht einmal verwarnt wurde. „Man merkt so richtig, wie die Jungs dann ins Zweifeln kommen“, sagte Schultz. Wenn eine Mannschaft über Wochen die Bundesligatauglichkeit vermissen lässt und dann auch noch das Spielglück komplett fehlt, dann ist der Abstieg wohl nur eine Frage der Zeit. So erklärte auch Sky-Experte Didi Hamann, dass zu diesem Zeitpunkt niemand mehr einen Pfifferling auf die Kölner gesetzt hätte.

Und auch Timo Hübers gab zu, dass er in diesem Moment nicht mehr an eine Wende gedacht habe. „Nach dem 0:2 gehen die Köpfe erst einmal runter. Du kommst aus einer Negativspirale, spielst die Woche davor nur 0:0, davor die Woche 1:1, davor verlierst du. Da ist es normal, dass man nicht vor Optimismus sprüht“, sagte der Abwehrspieler. Doch der FC kam zurück. Rani Khedira foulte den Abwehrspieler auf unnötigste Art und Weise unmittelbar vor der Pause und Florian Kainz verkürzte per Elfmeter. Die Hoffnung lebte. Allerdings nicht besonders lange. Denn die Geißböcke ließen auch nach dem Wechsel jegliche Kreativität vermissen, zeigten einmal mehr eindrucksvoll, woran es in dieser Spielzeit so erschreckend lahmt – an der Offensive. Mehr als eine Großchance von Alidou, die dieser beeindruckend einfach vergab, hatten die Kölner nicht.

Dominique Heintz: „Wir müssen einen kühlen Kopf bewahren, weil wir noch nichts erreicht haben“

Fast schon planlos wirkten die lange Bälle, die die Kölner fortan nach vorne jagten. Einen Abnehmer fanden die Geißböcke dabei nur selten. Erst als niemand mehr daran glaubte, einige Fans die Heimreise schon angetreten hatten, schlug der FC zu. Zunächst köpfte Steffen Tigges den Ausgleich, anschließend traf Damion Downs zum 3:2. Der FC darf mit dem Erfolg weiter auf den Klassenerhalt hoffen. Ein Selbstläufer ist das aber nicht. „Wir müssen einen kühlen Kopf bewahren, weil wir noch nichts erreicht haben“, sagte Dominique Heintz. Tatsächlich haben die Kölner das Erreichen des Relegationsplatzes nicht in der eigenen Hand. Der FC muss in Heidenheim gewinnen, Union Berlin muss verlieren. Zudem müssen die Kölner trotz lahmender Offensive auch einige Tore aufholen.

Die Ausgangslage ist wahrlich keine gute. Bei allen Schwächen, desolaten Auftritten und Schwierigkeiten beweist Köln in dieser Spielzeit eine beeindruckende Stehauf-Mentalität. „Das wichtigste ist, dass man gesehen hat, dass wir alle zusammenstehen und egal, wie es läuft, wie viele Rückschläge auch kommen, dass jeder gewillt ist, wieder aufzustehen und auch jeder dran glaubt, dass es noch möglich ist“, sagte Christian Keller. Der Klassenerhalt ist vor dem 34. Spieltag auch weiterhin sehr unwahrscheinlich, aber bei dieser Kölner Mannschaft nicht ausgeschlossen.



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