Deswegen war das Rheinderby ein Spektakel
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Ein Spektakel mit gerechtem Ausgang

Der FC schnupperte gegen Borussia Mönchengladbach am vierten Saisonsieg. Aber auch die Fohlen hätten mit drei Punkten nach Hause gehen können. Das 3:3 ging absolut in Ordnung. Die Gewinner waren am Ende die Zuschauer.

Gleich zwei Doppelpacks, ständig wechselnde Führungen, sechs Tore – das Derby zwischen dem 1. FC Köln und Borussia Mönchengladbach hatte viel von einem Spektakel. Einen Sieger gab es nicht. Der FC verpasste die Chance, die Niederlagen der Konkurrenz auszunutzen. Deswegen war das Rheinderby ein Spektakel.

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Als Felix Zwayer das Rheinderby zwischen Borussia Mönchengladbach und dem 1. FC Köln am Samstagnachmittag beendete, wusste keiner der Feldspieler so recht, ob er sich freuen oder ärgern sollte. Das 3:3 war unterm Strich leistungsgerecht, ein verdientes Ergebnis, doch beide Mannschaften verließen das Feld mit dem Gefühl, eine Hand schon am Derbysieg gehabt zu haben. „Ob ich mich jetzt ärgern oder freuen soll, das entscheide ich noch“, sagte Timo Hübers, der an dem Endergebnis seinen Anteil hatte. Der noch unter der Woche von Timo Schultz als Konstante geadelte Abwehrspieler, war überraschend inkonstant, als er Nico Elvedi den Ball sinnfrei im Zentrum zupasste und so den 1:1-Ausgleich durch Franck Honorat einleitete.

Zwei Doppelpacker, kein Sieger

Zu diesem Zeitpunkt hatten die Kölner bereits den ersten Derby-Jubel hinter sich. Faride Alidou hatte aus spitzem Winkel aufs Tor geschossen. Ein spitzer Winkel, der einen Treffer eigentlich unmöglich erscheinen ließ. Eigentlich, denn Torhüter Moritz Nicolas lenkte die Kugel mit dem Knie ins eigene Netz. Gladbach hätte schon früher ausgleichen können, doch Marvin Schwäbe leitete eine Direktabnahme sehenswert an den Pfosten ab. Noch in der vergangenen Woche hatte Timo Schultz betont, dass seinem Team oft das nötige Spielglück fehle, man müsse sich das Glück auch mal erarbeiten. Ausgerechnet im Derby schien der FC genau das wiedergefunden zu haben. Doch das Glück verließ die Kölner mit dem Fehlpass von Hübers und dem Ausgleich.

In den ersten Minuten nach dem Seitenwechsel erhöhte zunächst Gladbach den Druck. Doch wieder war es Alidou, der den FC auf Erfolgskurs brachte. Nach einem Freistoß aus dem Halbfeld war der Angreifer erneut zur Stelle, dieses Mal mit dem Kopf. Die zweite Führung der Kölner, dieses Mal nach einer guten Stunde. Wieder deutete viel auf den FC als Derbysieger hin. Doch erneut schlug Gladbach zurück und das doppelt und ziemlich beeindruckend. Robin Hack wurde in der 70. Minuten eingewechselt, erzielte in der 71. Minute den Ausgleich und in der 73. Minute das 3:2. Der Doppelschlag hinterließ beim FC Wirkung und bei vielen Kölner Fans das Gefühl, dass den Geißböcken das Spiel nun aus den Händen glitt. Der Dreier, aber selbst ein Remis, schien plötzlich ganz weit weg.

Schultz: „Alle haben ein tolles Fußballspiel gesehen“

Doch auch Timo Schultz bewies ein glückliches Händchen, brachte Damion Downs, der dann doch überraschend in den Kader gerückt war. Der Youngster zahlte das Vertrauen mit dem 3:3 zurück. „Bei der Summe der Chancen ist das ein faires Ergebnis, das Pendel hätte am Ende auf beide Seiten ausschlagen können. Wahrscheinlich hätte es auch 5:5 ausgehen können“, sagte Hübers. Tatsächlich drückten beide Teams weiter, wollten den Sieg. Der eingewechselte Davie Selke wartete nach einer Flanke von Leart Pacarada vergeblich am langen Pfosten, auf der anderen Seite schlenzte erneut Hack den Ball nur Zentimeter über das Tor. Es blieb beim verrückten 3:3 mit zahlreichen Richtungswechseln. „Das 3:3 geht in Ordnung. Es war eine Menge los“, sagte Timo Schultz. „Alle haben ein tolles Fußballspiel gesehen. Die meisten Zuschauer dürften glücklich nach Hause gegangen sein, weil sie ein Spektakel gesehen haben.“ Und waren damit die eigentlichen Gewinner des Derbys.

Denn unter dem Strich hatte Schultz vor dem Spiel noch betont, dass die Kölner langsam mal mit dem Gewinnen anfangen müssten. Acht Punkte betrug vor dem Derby der Rückstand zum rettenden Ufer. Einen Erfolg gab es auch gegen Mönchengladbach nicht – trotz doppelter Führung, trotz Spielglück, trotz neu gewonnener Offensivstärke. Die Kölner ließen damit eine große Chance liegen. Denn die Konkurrenz spielte wie erwartet für den FC. Mainz bekam bei den Bayern eine 1:8-Klatsche verpasst, Darmstadt verlor gegen RB Leipzig 0:2. Bereits am Freitag hatte auch Union Berlin gegen den VfB verloren. Der Abstand zum rettenden Ufer hätte mit einem Erfolg nur noch fünf Zähler betragen, der Vorsprung auf Mainz vier. Dennoch zeigte sich Timo Schultz zufrieden. „Es war ein Schritt in die richtige Richtung und ein Punkt, den wir gerne mitnehmen“, sagte der Trainer.



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