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In der Defensive stabil, die Offensive vernachlässigt

Es fehlte nicht viel und der FC hätte gegen die TSG Hoffenheim den zweiten Sieg in Serie eingefahren. Am Ende brachten sich die Kölner um einen Erfolg, der aber nicht verdient gewesen wäre.

Am Sonntagabend wäre der Plan von Trainer Timo Schultz, zu Null zu spielen, beinahe aufgegangen. Die Kölner Defensive stand lange stabil. In der Offensive blieb der FC jedoch zu ungefährlich. Ein nicht neues Problem beim 1. FC Köln: Das lief gegen Hoffenheim gut, das schlecht.

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Die Marschroute von Timo Schultz war vor dem Duell bereits klar vorgegeben. „Über allem muss stehen, dass wir zu Null spielen“, hat der Kölner Trainer nun schon mehrfach betont und in diesem Zusammenhang immer darauf hingewiesen, dass dann auch die Siegwahrscheinlichkeit für sein Team signifikant steigen würde. „Defensiv standen wir gut, das hat mir gut gefallen. Die Jungs haben gekämpft, die Jungs glauben an sich, ich glaube an die Jungs und die Fans auch“, sagte Schultz nach dem 1:1-Unentschieden gegen die TSG Hoffenheim. Tatsächlich stand die Kölner Defensive in Sinsheim lange stabil. Der Europa-League-Anwärter kam kaum zur Entfaltung, hatte kein Rezept gegen die Kölner Hintermannschaft. Ihlas Bebou und Wout Weghorst kamen im ersten Abschnitt zu ihren Abschlüssen, brachten diese aber nicht aufs Tor. Nach dem Wechsel schmiss sich Benno Schmitz in die größte Chance der Hausherren.

Zu wenig Offensivkraft

Mehr gelang der TSG nicht und es hätte nicht viel gefehlt und der Plan des Trainers wäre aufgegangen. Um die Siegchancen signifikant zu steigern sind allerdings Offensivbemühungen ebenfalls essentiell. Da sich der FC aber sehr auf seine Defensivarbeit konzentrierte, dabei die Offensive komplett vernachlässigte, stand die Null folgerichtig lange nicht nur auf der einen Seite. „Wir haben sehr gut gegen den Ball gearbeitet, alles reingeworfen, taktisch sehr diszipliniert gespielt – aber mit dem Ball war das heute nicht so, wie wir uns das vorgestellt hatten“, sagte Florian Kainz, der sicher nicht seinen besten Tag erwischte. „Da waren sehr viele Fehler dabei, die Umschaltsituationen haben wir unsauber ausgespielt, dadurch hatten wir viel zu wenig Torchancen.“ Das war noch deutlich übertrieben. Im ersten Abschnitt hatte der FC nichts, was einer Torchance gleichkam.

Insgesamt verzeichnete der FC fünf Abschlüsse, von denen aber nur einer direkt aufs Tor kam. „Vorne müssen wir über Einzelaktionen kommen, in Heimspielen tun wir uns da leichter“, sagte auch Benno Schmitz. „Vor allem in der zweiten Halbzeit haben wir versucht, nach vorne hin mutig zu sein und die Eins-gegen-eins-Situationen zu nehmen. Das hatten die Hoffenheimer vielleicht so nicht erwartet“, ergänzte Marvin Schwäbe. Torchancen blieben weiterhin Mangelware. So war es bezeichnend, dass der FC eine Standardsituation zur Führung nutzte und diese auch ein Abwehrspieler erzielte. Youngster Max Finkgräfe nahm sich die Kugel und verwandelte aus knapp 25 Metern. „Max macht es im Moment überragend, deswegen hat er sich das Tor redlich verdient. Mit ihm kann man gut arbeiten“, so Schmitz.

Führungstreffer nicht genug

Beinahe wäre der „Die Null muss stehen“-Plan von Timo Schultz perfekt aufgegangen. Denn nach dem Treffer deutete nicht mehr viel daraufhin, dass das Spiel noch eine andere Wende nehmen könnte. Hoffenheim strahlte in der Schlussphase so viel Gefahr aus, wie der FC bis zur glücklichen Führung. Und doch fiel der Ausgleich. Denn die Kölner wähnten sich offenbar bereits auf der Zielgeraden, befanden sich in den Schlussminuten für einen Augenblick im Tiefschlaf. Andrej Kramaric kam in der vierten Minute der Nachspielzeit an den Ball, legte sich diesen mit der Brust vor und traf mit ein wenig Glück.

„Wenn du in der 94. Minute den Ausgleich bekommst, tut das im ersten Moment sehr weh. Gerade in der Situation, in der wir sind, hätten uns drei Punkte sehr gutgetan“, sagte Kainz. „Hoffenheim hat natürlich alles nach vorne geworfen, wir haben uns ein bisschen zu tief hinten reindrängen lassen und es nicht geschafft, uns vorne festzusetzen. Das sind so Kleinigkeiten, die man besser machen kann.“ Kleinigkeiten, die man besser machen muss, um die Chancen auf einen Sieg signifikant zu erhöhen.



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