Max Finkgräfe kehrt nach Mönchengladbach zurück
,
Startseite » Max Finkgräfe und die Rückkehr nach Mönchengladbach

Max Finkgräfe und die Rückkehr nach Mönchengladbach

Zehn Mal stand Max Finkgräfe nun in Folge in der Startelf des 1. FC Köln. Der 19-Jährige hat sich längst festgespielt. Die Begegnung am Samstag ist dennoch eine besondere für den Youngster. Dann geht es gegen seinen Geburtsort und zurück an eine alte Wirkungsstätte.

Er ist längst Stammspieler beim 1. FC Köln, eilt von Ehrung zu Ehrung. Am kommenden Samstag spielt er mit dem FC das Derby gegen die Fohlen. Ein ganz besonderes Spiel: Max Finkgräfe kehrt nach Mönchengladbach zurück.

 Ihr wollt immer aktuell informiert sein? Folgt unserem WhatsApp-Kanal hier


Wenn Steffen Baumgart in der jüngeren Vergangenheit von Jonas Hector sprach, kam der ehemalige Kölner Trainer nicht aus dem Schwärmen. Erst vor wenigen Wochen adelte der HSV-Coach seinen ehemaligen Kapitän als den besten Linksverteidiger des Landes. Kein Wunder, dass Baumgart noch während seiner Zeit beim FC nicht müde wurde, das Fehlen seines verlängerten Arms zu bedauern und auch als einen Grund für die Misere zu benennen. Denn einen adäquaten Ersatz für Hector bekam der Kölner Coach nicht in seinen Kader. Umso erstaunlicher, dass genau auf dieser Position aktuell der größte Hoffnungsträger der Kölner spielt: Max Finkgräfe. Der 19-Jährige ist der große Gewinner der Geißböcke in dieser doch von Niederlagen geprägten Saison. Finkgräfe bringt konstant gute Leistungen, hat sich auf der linken Seite der Viererkette festgespielt und überrascht die Liga. Erst diese Woche wurde der Youngster von der DFL zum „Rookie des Monats Februar“ nominiert. Und: Baumgart wies darauf hin, dass Finkgräfe ja die Saison einreiße.

Finkgräfe durchlebt eine rasante Entwicklung

Eine rasante Entwicklung. Eine Entwicklung, die man dem Kölner Eigengewächs so im Sommer vielleicht noch nicht in dem Maße zugetraut hätte. Damals wird sich so mancher FC-Fan gewundert haben, welches Talent im Testspiel über die linke Seite für ordentlich Tempo, für ein aggressives Pressing und für Gefahr sorgte. Für die Fans und vielleicht die Kölner Verantwortlichen ein rasanter Weg, für Finkgräfe selbst offenbar nicht. „Ich bin ein bisschen davon ausgegangen, dass es diese Saison vielleicht passieren kann“, sagte Finkgräfe im Interview mit seinem Arbeitgeber. „Einfach dadurch, dass ich letztes Jahr schon mit dem Profikader mitgereist bin. Und ja, deswegen habe ich alles gegeben, damit ich diese Chance auch nutze.“ Der FC testete im Rahmen des Trainingslagers gegen Gornik Zabrze, jenen Klub für den das Kölner Idol und Eigengewächs Lukas Podolski auf dem Feld stand, doch ein anderes Eigengewächs erhaschte die Aufmerksamkeit: eben Finkgräfe.

Ein Eigengewächs, aber ein spätes. Denn eigentlich liegen die Wurzeln des 19-Jährigen ganz woanders. Geboren wurde der Linksverteidiger in Mönchengladbach, Finkgräfe kommt aber aus der Stadt Willich am Niederrhein, die ziemlich zentral zwischen Neuss, Gladbach und Düsseldorf liegt. Nach den ersten fußballerischen Schritten beim VfL Willich wechselte das Talent in die Jugend von Fortuna Düsseldorf. Es folgte aber schon bald der nächste Schritt, der Wechsel in das Nachwuchsleistungszentrum von Borussia Dortmund. Durchsetzen konnte sich Finkgräfe beim BVB nicht, als 14-Jähriger ging es zum Klub seiner Geburtsstadt.

Bei Gladbach nicht durchgesetzt

Finkgräfes Juniorenzeit war geprägt von Verletzungen, die ihn immer wieder zurückwarfen. Wahrscheinlich ein Grund, warum er sich in den diversen NLZs schwer tat. Möglicherweise hätte er ausgerechnet bei der Borussia den Durchbruch geschafft. Denn sein Talent war auch dort unbestritten. „Max ist ein richtig guter Junge, deshalb haben wir ihn ja damals auch aus Dortmund zu uns geholt. Natürlich waren wir von ihm überzeugt und haben ihm zugetraut, dass er es auch bei uns bis nach oben schafft. Aber er hatte in seiner Zeit in Gladbach viel Pech mit Verletzungen, viele Kleinigkeiten, die ihn ausgebremst haben. Dann kam auch noch Corona“, erklärte Gladbachs Geschäftsführer Roland Virkus bei „Bild“.

Doch Finkgräfe brach sich 2019 im Dienste der Gladbacher das Bein. Gegen seinen Ex-Klub aus Dortmund erlitt er eine Fraktur des Standbeins und das ohne Fremdeinwirkung. Der damalige Mittelfeldspieler fiel monatelang aus. Das junge Talent verlor den Anschluss, der Traum vom Profifußball schien vorerst geplatzt, die Leidenschaft des Sports nicht. Finkgräfe schloss sich der SG Unterrath an, bei der er immerhin Junioren-Bundesliga spielen konnte. „Ich wollte unbedingt nochmal U17-Bundesliga spielen und Gladbach auch beweisen, dass ich es packen kann“, sagt Finkgräfe.

Gepackt hat es der Youngster. Und das wird man auch in Gladbach mitbekommen haben. Schließlich hat es ein ehemaliges, ein wenn auch durch Verletzungspech aussortiertes Eigengewächs bei einem anderen Bundesligisten, beim direkten Rivalen gepackt. Am Samstag wird der Youngster aller Wahrscheinlichkeit nach wieder in der Startelf stehen. Dann gegen die Mannschaft seines Geburtsorts, dann mit der Chance, seinem Junioren-Club auf direktem Weg zu zeigen, dass er es gepackt hat.



Wie ist deine Meinung? Du hast einen Fehler gefunden? Dann lass uns etwas in den Kommentaren da! Wir freuen uns auf einen Austausch mit dir!

Einzelkritik

Schreibe einen Kommentar