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Selke und Leverkusen – da war doch was

Am Samstag könnte Davie Selke gegen Bayer Leverkusen sein Comeback für den 1. FC Köln geben. Ausgerechnet gegen die Werkself, gegen die der Stürmer vor einem Jahr einen Doppelpack für den FC schnürte und zumindest vorerst zum Publikumsliebling wurde.

Der 1. FC Köln trifft am Sonntag auf Bayer Leverkusen. Dann vielleicht wieder mit Davie Selke. Der Stürmer könnte gegen die Werkself wieder angreifen. Der Stürmer und Leverkusen, da war doch was: Als Davie Selke zum Publikumsliebling gegen Leverkusen wurde.

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Die Erwartungshaltung war groß, die Enttäuschung zumindest in gewisser Weise auch. Denn die erhoffte Wende in der anhaltenden Sturmflaute brachte auch der im Winter verpflichtete Davie Selke im vergangen Jahr nicht sofort auf den Platz. Neun Spiele ohne Tor, davon einmal nicht und einmal ohne Einsatz im Kader, lautete die ernüchternde Bilanz des Mittelstürmers, der beim FC zu alter Form finden wollte. Denn eigentlich sollten Selke und der 1. FC Köln zu einer klassischen Win-Win-Situation werden. Der Stürmer sollte von den Besser-mach-Qualitäten des Entwicklers Steffen Baumgart profitieren und an alte Leistungen anknüpfen. Köln hoffte in dem ablösefreien Selke die Lösung für die anhaltende Sturmproblematik zu finden. Denn weder Steffen Tigges noch Florian Dietz konnten die Lücke, die Anthony Modeste gerissen hatte, ansatzweise schließen.

Mit Doppelpack zum Publikumsliebling

Doch so richtig rund lief es nicht, auch, weil Selke mit Verletzungen zu kämpfen hatte. Im zehnten Spiel mit Geißbock auf der Brust war es für Selke soweit. Gegen Borussia Dortmund erzielte der Angreifer sein erstes Tor für den FC. Blöderweise stand es zudem Zeitpunkt bereits 4:0 für die Borussia, Selkes Treffer hatte wohl in erster Linie für den Stürmer großen, einen befreienden Wert. Wirklich geplatzt war der Knoten auch anschließend nicht. Erst fünf Wochen später war Selke gegen Hoffenheim erneut zur Stelle. Die Personalie war auch unter den Fans eine heiß diskutierte. Ausgerechnet das Nachbarschaftsduell gegen Bayer Leverkusen beendete die Diskussion, eröffnete viel mehr eine, ob man den Stürmer fortan Derbyheld nennen dürfe, wenn der Gegner doch „nur“ Leverkusen hieß.

Ein Held war er für die Kölner Fans an diesem Freitagabend alle mal. Selke erzielte gleich zwei Treffer beim 2:1-Erfolg über die favorisierte Werkself. Für den Stürmer die endgültige Ankunft in Köln, für den FC vor allem aber der sichere Klassenerhalt, der nach dem Wochenende auch rechnerisch nicht mehr zu verhindern war. Ein knappes Jahr später ist Selke vor dem Duell gegen Leverkusen so etwas wie ein kleiner Hoffnungsträger. Denn nach fünfwöchiger Verletzungspause steht der Stürmer wieder auf dem Trainingsplatz, ein Einsatz gegen Leverkusen scheint durchaus realistisch. „Ich kann das selbst schwer einschätzen. Wir steigern die Trainings-Intensität gerade Schritt für Schritt“, sagte Selke am Dienstag nach dem Training. „Bis jetzt merke ich keinerlei Reaktion. Aber ich muss Ende der Woche schauen, wie dann entschieden wird.“ Spätestens nächste Woche soll der FC-Stürmer wieder komplett einplanbar sein.

Ähnliche Sturmflaute, andere Auswirkung

Selkes Qualitäten werden am Sonntag durchaus gebraucht. Die Sturmflaute ist eine ähnliche wie im Vorjahr. Nur, dass sie in dieser Saison viel deutlicher ins Gewicht fällt. Vor allem, weil die Reihe hinter dem Angriff nicht auf dem Level der vergangenen Spielzeit performt. So erzielten alleine die Kölner Mittelfeldspieler damals wettbewerbsübergreifend 35 Treffer, Top-Torjäger waren Ellyes Skhiri und Dejan Ljubicic mit jeweils acht Hütten. In dieser Saison kommt das Mittelfeld auf acht bis zehn – je nachdem, wie die Position von Spielern wie beispielsweise Jan Thielmann in dem jeweiligen Duell ausgelegt wird. Selke führt die Torschützenliste mit fünf Treffern an, obwohl auch die aktuelle Spielzeit für den Angreifer keine einfache ist.

Am Sonntag könnte es das Comeback des Angreifers auch geben, weil das Offensivspiel der Kölner trotz der Systemumstellung nicht ins Laufen kommen will. Gegen die TSG Hoffenheim und Werder Bremen erspielten sich die Kölner so gut wie gar keine Chance, gegen den VfB Stuttgart waren es immerhin zwei sowie der Treffer von Eric Martel. Der fiel im Anschluss an eine Ecke, die beiden Chancen resultierten aus einem Ausrutscher und einem Verlegenheitspass aus der eigenen Hälfte. Das Kölner Spiel ist wie unter Steffen Baumgart implementiert noch immer auf Flanken ausgelegt, auch, wenn Timo Schultz bemüht ist, diese nach und nach in andere spielerische Elemente zu verändern.

Schultz: „Wir gehen in das Spiel rein, um es zu gewinnen“

Selke war damals zum FC gekommen, weil er das Kölner Flankenspiel als ideal für seine Fähigkeiten angesehen hat. Ob der Stürmer auch in der kommenden Saison für den FC spielt hängt auch mit dem Klassenverbleib zusammen. Dem Vernehmen nach hat Selke eine Ausstiegsklausel bei Abstieg und könnte den Verein dementsprechend dann verlassen. „Ich bin Optimist und fest davon überzeugt, dass wir es schaffen. Aber wir müssen punkten – am besten dreifach und am besten anfangen, eine Serie zu starten. Dann sehen wir, was am Ende dabei herauskommt. Ich habe in meinem Plan schon, dass es sein kann, dass wir die Saison noch ein wenig verlängern“, sagte Selke. Die Aufgabe wird keine leichte. Aber: „Leverkusen ist für mich aktuell die beste Mannschaft der Liga. Es wird anspruchsvoll, aber wir werden unseren Plan entwickeln und gehen in das Spiel rein, um es zu gewinnen.“


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