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So bewerten wir die FC-Spieler zur Winterpause – Mittelfeld und Sturm

Mal abgesehen von dem verdienten Derbysieg gegen Gladbach hat der 1. FC Köln in der zweiten Hälfte des Jahres wenig Grund zur Freude gehabt. Das spiegelt sich besonders in unseren Noten für Mittelfeld und Sturm wider.

Sonderlich viele Erfolgserlebnisse gab es in den ersten 16 Ligaspielen nicht für den 1. FC Köln: Das zeigt auch die Einzelkritik der FC-Profis zur Winterpause. In Teil II bewerten wir das Mittelfeld und die Stürmer.

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Zehn Punkte aus 16 Spielen sprechen eine deutliche Sprache: der 1. FC Köln spielt bislang eine desolate Saison. Nur aufgrund der ebenfalls schwachen Konkurrenz können die Kölner im letzten Spiel der Hinrunde gegen den 1. FC Heidenheim die Abstiegsplätze Mitte Januar verlassen. Und auch im Pokal gab es das frühe Aus gegen einen Zweitligisten. Über die gesamte Hinrunde überzeugen konnte nur Torhüter Marvin Schwäbe. Dabei erhielt der Keeper auch viele Chancen, sich auszuzeichnen. Ansonsten fallen die Zwischennoten der Kölner Profis nicht besonders erfreulich aus. Gerade in der Offensive ist in dieser Saison noch unheimlich viel Luft nach oben.

Die Einzelkritik der FC-Profis zur Winterpause

Eric Martel: Ist sicherlich eins der größten Zukunftsversprechen der Kölner, sollte er denn auch seine Zukunft bei den Geißböcken sehen. Ist mit 21 Jahren schon überraschend weit, reifte neben Ellyes Skhiri zu einem wichtigen Spieler, ist ohne Skhiri unverzichtbar. Kommt auf eine Zweikampfquote von fast 60 Prozent (dritter Platz im FC-Ranking), bringt 85 Prozent seiner Pässe zum Mitspieler (dritter Platz im FC-Ranking) und nähert sich auch in der Laufleistung Skhiri zunehmend an. Auch an ihm gingen die Leistungsschwankungen mit Tiefpunkten wie etwa gegen Leipzig oder Union Berlin nicht vorüber. Dennoch eine sehr konstante Hinrunde.

Dejan Ljubicic: Machte gegen Dortmund zum Auftakt ein ordentliches Spiel und erweckte mit seinen Werten den Eindruck, als würde er die Lücke, die Ellyes Skhiri hinterlassen hat, stopfen können. Doch mit der Pleite gegen Bremen kam der Knick. Und der war gewaltig. Ljubicic war weit entfernt von den Leistungen der Vorsaison. Der Österreicher verlor viele wichtige Zweikämpfe, spielte Fehlpässe und hatte kaum noch Zug zum Tor. Bis zur Winterpause kommt der 26-Jährige auf keine Torbeteiligung. So wurde er auch nicht mehr für die Nationalmannschaft Österreichs nominiert.

Denis Huseinbasic: Erlebte in der vergangenen Spielzeit den Raketenaufschwung, landete in dieser Spielzeit hart auf dem Boden der Realität. Profitierte zunächst noch von einer Verletzung von Eric Martel. Konnte sich aber kaum empfehlen. War dementsprechend auch lange außen vor und erhielt erst gegen Union Berlin wieder die Chance, sich von Beginn an zu beweisen. Diese Chance nutzte er nicht wirklich. Wirkte schon bei der EM der U21 im Sommer nicht immer glücklich. Das hat sich in die Saison übertragen.

Florian Kainz: Ging als neuer Kapitän hoch motiviert in die aktuelle Saison. Doch es wirkt fast so, als sei die Binde eine zu hohe Bürde für den Österreicher. Fand sich in dieser Saison überhaupt nicht zu recht und ist nach wie vor auf der Suche nach der Form und nach dem nötigen Selbstvertrauen. Das holte er sich auch nicht durch die seltsame Positionsrochade seines Ex-Trainers. Spielte erstaunlich viele Fehlpässe, kommt oft in den Zweikämpfen zu spät. Zeigte einige unbekannte Frustfouls. Ein Sechser wird Kainz wohl nicht mehr werden, um wieder ein guter Zehner oder Achter zu werden, ist es ein Stück Arbeit. Möglich, dass ein neuer Trainer den richtigen Impuls gibt. Erzielte immerhin drei Treffer – alle vom Punkt.

Jacob Christensen: Die Erwartungshaltung war groß. Schließlich wurde Christensen als Sechser verpflichtet und mit Ellyes Skhiri ging der Inbegriff eines Sechsers. Dass der junge Däne den Tunesier nicht eins-zu-eins ersetzen würde, wurde frühzeitig kommuniziert. Allerdings zauberten die Kölner Verantwortlichen auch keinen anderen Sechser aus dem Hut. So lag von Beginn an viel Druck auf Christensen, der bislang nicht mehr als ein wenig Pokal-Luft schnuppern dürfte. Laut Daten und Analysen schlummert in Christensen ein sehr starker Spieler. Es wird Zeit, dass er das Potenzial mal aufblitzen lässt.

Jan Thielmann: Fiel lange aus und dann bei seinem Comeback mit einer beeindruckenden Leistung auf. Ist sicherlich einer der größten Hoffnungsträger der Geißböcke. Steht zumindest für die wesentlichen Dinge, die den Abstiegskampf ausmachen: Leidenschaft, Wille, Körperlichkeit. Lässt sich auch von ungewohnten Positionen nicht aus der Ruhe bringen und zeigt erstaunliche Defensiv-Qualitäten. Feierte auch in der U21 des DFB sein Comeback. Wartet allerdings noch auf seine erste Torbeteiligung in der Liga.

Linton Maina: Seine Tempoläufe sind eigentlich eine Waffe, nur durch die fehlende Präzision im finalen Pass eine ziemlich stumpfe. Sorgt immer wieder für ordentlich Tempo, weckt die Hoffnung auf Offensivaktionen, die dann aber mit einer schlampigen Aktion verpuffen. Kommt bislang auf ein Tor und eine Vorarbeit – zu wenig für den schnellen Außenbahnspieler. Hatte unter Baumgart eine Art Stammplatzgarantie. Die dürfte mit einem neuen Coach möglicherweise wackeln.

Faride Alidou: Wurde kurz vor Ende der Transferperiode noch von Eintracht Frankfurt ausgeliehen. Eigentlich sollte Benedict Hollerbach von Wehen Wiesbaden kommen, der entschied sich anders. Fiel unter die Kategorie „Baumgart-holt-sie-schon-aus-der-Krise“-Spieler. Hat Baumgart nicht. Alidou blieb weit hinter den Erwartungen zurück. Sehr weit. Aktuell braucht man viel Fantasie um zu verstehen, wie eine Kaufoption in Höhe von kolportiert drei bis vier Millionen Euro zu Stande gekommen ist. Seine Leistungen sind bislang ein großes Rätsel.

Mathias Olesen: Kam einige Male für den verletzten Eric Martel zum Einsatz – allerdings nur als Joker. Konnte nicht ansatzweise für mehr Spielzeit werben. Fiel zwischenzeitlich ebenfalls verletzt aus. Könnte möglicherweise von einem neuen Trainer profitieren. Könnte…

Luca Waldschmidt: Wurde als gefühlter Königstransfer in Köln empfangen. Die ersten Eindrücke in der Saisonvorbereitung waren auch sehr vielversprechend. In den Pflichtspielen konnte Waldschmidt dann nur noch ansatzweise an diese Leistungen anknüpfen. Der ehemalige Nationalspieler macht die Offensive definitiv variabler, lässt seine Kreativität auch aufblitzen. Mehr aber (noch) nicht. Zwei Tore und ein Assist sind für einen Spieler seiner Klasse definitiv zu wenig.

Mark Uth: Kehrte mit großen Erwartungen zurück aus einer Seuchensaison, um dann umgehend wieder verletzt auszufallen. Kehrte dann erneut mit großen Erwartungen zurück und erfüllte sie im Pokal gegen Lautern. Baumgart betonte immer wieder, dass Uth noch Zeit brauchen würde. Damit lag der Ex-Coach der Kölner goldrichtig. Der Kölner Offensivspieler ist noch nicht an der Leistungsgrenze, die ihn für den FC zu einem wichtigen Faktor macht.

Steffen Tigges: Der Angreifer bringt mit seiner Kompaktheit, seiner Größe eigentlich viel für einen Mittelstürmer mit. Doch das alleine reicht offensichtlich nicht. Tigges ist bei den Kölnern überhaupt kein Faktor. Kam auf elf Einsätze in dieser Saison, auf sieben Torschüsse, aber auf nicht eine Torbeteiligung. Und selbst die sieben Torschüsse waren weit von einer echten Chance entfernt. Erstaunlich, dass Baumgart so lange und so oft an Tigges festgehalten hat.

Sargis Adamyan: Kündigte an, sich in dieser Saison durchsetzen zu wollen. Die Saisonvorbereitung war verheißungsvoll. Doch mit dem ersten Pflichtspiel war die Hoffnung, dass der Knoten in Köln vielleicht doch noch platzen könnte, wie weggeblasen. Adamyan findet ähnlich wie Tigges nicht statt – auch auf dem Spielfeld. Warum man den Angreifer mit einem Vier-Jahres-Vertrag ausgestattet hat, bleibt wohl eins der größten Geheimnisse von Christian Keller.

Davie Selke: Über eine mangelnde Einstellung kann man sich bei dem Mittelstürmer sicherlich nicht beschweren. Selke bringt auch viel mit und doch hat man den Eindruck, dass der Angreifer immer einen Schritt zu spät kommt, bei Flanken einen Schritt falsch steht, den Ball knapp verpasst oder sonst glücklos agiert. Vier Tore ist noch die beste Ausbeute der Kölner Offensivabteilung. Das ist in dieser Saison aber auch nicht wirklich schwer.

Florian Dietz: Die Rekonvaleszenz dauerte nach dem Kreuzbandriss länger als zunächst angenommen. Feierte unmittelbar vor Weihnachten sein Comeback und strahlte mehr Offensivkraft aus als Tigges und Adamyan. Ob er dem FC aber aus der Krise helfen kann, ist mindestens fraglich.

Damion Downs: Feierte in dieser Spielzeit sein Bundesliga-Debüt gegen Werder Bremen. Hatte auch eine Großchance und hätte beinahe sein erstes Liga-Tor erzielt. Dieser Einsatz alleine hat nicht viel Aussagekraft über die Ligatauglichkeit.

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