Vertrauen ist gut, ist Sicherheit besser?

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Vertrauen ist gut, ist Sicherheit besser?

Viele Fans hatten bis zuletzt gehofft, dass der FC am Deadline Day noch einen Offensivplayer verpflichtet. Die Kölner Verantwortlichen haben sich anders entschieden und dafür gute Gründe genannt. Ein Wesentlicher ist das Vertrauen in den eigenen Kader. Vertrauen ist gut, aber wäre nicht mehr Sicherheit vielleicht beruhigender?

Seit gestern Abend 18 Uhr ist das Transferfenster geschlossen. Bevor der Deadline Day überhaupt in Fahrt gekommen ist, hat FC-Sportchef Christian Keller ihn für den FC schon wieder beendet – ohne den von den Fans erhofften Transfer. Die Gründe hat er direkt mitgeliefert. Sie sind verständlich, auch logisch und vermutlich auch gut. Denn Vertrauen ist gut, ist Sicherheit besser? Ein Kommentar.

Christian Keller hatte keine gute Nachricht im Gepäck – zumindest für die Fans des 1. FC Köln, die bis zuletzt noch auf eine Verstärkung der Offensive gehofft haben. Die schlechte Nachricht war eigentlich auch nicht viel mehr als eine paar wenige Worte. Mehr als den Wechsel von Kristian Pedersen werde es in Sachen Transfer an dem Deadline Day nicht mehr geben, verkündete Keller trocken. Punkt. Dass der Sportdirektor für diesen Satz extra zur Pressekonferenz im Vorfeld des Frankfurts-Spiel gekommen war, zeigt wiederum, dass seine Aussage dann doch ein wenig Strahlkraft haben würde. Auch, wenn Keller die Nachfragen der Journalisten mit einem sehr breiten Grinsen zu übertünchen versuchte. In der Causa „Offensive“ haben sich die Kölner Verantwortlichen überraschend defensiv verhalten und mit einigen erstaunlichen Ansagen wiederum viel Angriffsfläche geboten – zumindest in den Sozialen Netzwerken.

Sorgen der FC-Fans sind verständlich

Die Sorgen vieler Kölner Fans sind durchaus verständlich. Aktuell fehlt den Kölnern ein klassischer Mittelstürmer mit Bundesliga-Format. Ein Stürmer mit Torriecher, ein robuster Zielspieler, wie Anthony Modeste es vor zwei Spielzeiten noch war. Davie Selke leidet unter einer seltsamen Rücken- oder Muskelverletzung, die es ihm ermöglicht, im Training voll mitzugehen, ihn im Spiel aber ausbremst, bevor der Stürmer auf Touren kommt. Steffen Tigges war lange verletzt, zwar nicht an den Füßen, wie Steffen Baumgart wiederholt feststellte, aber immerhin schlimm genug, dass er am Wettkampfbetrieb der Bundesliga bislang nicht teilnehmen konnte. Und wenn man ehrlich ist, hat der Angreifer auch in der vergangenen Saison den kolportierten Rückstand aus seiner damaligen Verletzung nie aufgeholt. Florian Dietz leidet an den Folgen seines Kreuzbandrisses, einen anderen Mittelstürmer hat der FC nicht. Gerade vor der durchaus realistischen Gefahr einer möglichen Transfersperre, die im schlimmsten Fall eine Handlungsunfähigkeit bis zum Winter 24/25 mit sich bringt, ist die offensive Personaldecke aktuell sehr dünn. Sehr sehr dünn.

Daran ändert auch nichts, dass Keller der Meinung ist, ein weiterer Stürmer hätte den Kader so vergrößert, dass sich die Trainer nicht mehr die Namen der Schützlinge hätten merken können. Ein sehr schwaches Argument. Überhaupt hinterlassen Kellers Argumente dann doch einige Fragezeichen. Unter anderem sprach der Sportchef davon, dass man auf dem Markt keinen Stürmer gesehen hätte, dem man die Verbesserung des Kaders zugetraut hätte. Verschiedene Medien berichten aber, dass der FC sehr wohl gezielt bei anderen Klubs nach Angreifern wie Ihlas Bebou angefragt haben soll. Das ständige „Wir gucken schon, aber eigentlich ist der Kader stark genug“, verliert zunehmend an Glaubwürdigkeit.

Es gibt Argumente gegen den Offensiv-Transfer

Dabei gibt es ja durchaus gute Argumente gegen den Offensiv-Transfer. Die Kölner Verantwortlichen werden den Gesundheitszustand von Davie Selke vermutlich sehr gut kennen. Warum sollte er nicht wie nach der Winterpause nach anfänglichen Wehwehchen verletzungsfrei durchstarten? Und mal weitergedacht: Hätten die Kölner einen sieben-Millionen-Euro-Stürmer wie Ihlas Bebou verpflichtet, wie hätte man dann Selke einen möglichen Platz auf der Reservebank vermittelt? Oder andersherum: Mit welchem Argument hätte man den Nationalspieler Togos nach Köln locken können, wenn Selke Stand jetzt „nur“ kurzfristig verletzt ist? Unruhe und Unzufriedenheit wären vorprogrammiert gewesen. Das ändert natürlich nichts daran, dass ein Mittelstürmer aus einem niedrigeren Regalfach dem FC gut getan hätte. FC-Trainer Steffen Baumgart lieferte aber das beste Argument, als er betonte, man würde dem aktuellen Kader vollends vertrauen.

Vertrauen ist genau das, was das Team in den vergangenen beiden Spielzeiten ausgemacht, es stark gemacht hat, vielleicht sogar stärker gemacht hat, als es eigentlich war. Vertrauen ist der wesentliche Bestandteil der baumgartschen Entwicklungsstrategie, der Hauptgrund, warum die Kölner nun offensiven Angriffsfußball und nicht defensiven Angsthasenfußball spielen. Das Vertrauen, das der Kölner Coach beispielsweise einem Anthony Modeste entgegen gebracht hat, hat den Stürmer eine gesamte Saison lang überperformen lassen. Das Team vertraut wiederum dem Trainer blind, geht auch deswegen für ihn die langen, die schmerzhaften Wege. Vielleicht ist es an der Zeit, diesem Trainer, den Kölner Verantwortlichen zu vertrauen. Sie kennen das Team, sie kennen die Finanzen, sie kennen die Hintergründe. Sie sind die Fachleute.

Ja, Vertrauen ist gut! Aber das Eis ist dünn, ein Risiko bleibt. Gerade im Bezug auf die Transfersperre wäre ein wenig mehr Sicherheit beruhigender gewesen. So oder so – am Ende der Spielzeit werden sich die Kölner Verantwortlichen an den jetzigen Entscheidungen messen lassen müssen. Mal sehen, ob sich das Vertrauen für alle Beteiligten auszahlt.

Einzelkritik

Stürmer-Suche: Polarisierende Netz-Debatte um Modeste-Rückkehr

Anthony Modeste gegen den FC
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Stürmer-Suche: Polarisierende Netz-Debatte um Modeste-Rückkehr

Spätestens seit der Verletzung von Davie Selke wird kräftig über die Notwendigkeit eines weiteren Stürmers diskutiert. Im Netz fällt auch immer wieder der Name Anthony Modeste. Die Rückkehr des Franzosen ist indes sehr unwahrscheinlich, wenn auch nicht unmöglich.

Kehrt Anthony Modeste zurück zum FC? Wenn es nach einigen Fans geht, wäre der Franzose die Ideallösung für die Vakanz im Sturmzentrum. Dabei gibt es noch nicht einmal Gerüchte über einen möglichen Modeste-Transfer. Dafür aber eine polarisierende Netz-Debatte um die mögliche Modeste-Rückkehr. Unsere kommentierende Einordnung.

Viel scheint nicht mehr zu fehlen und der FC begrüßt dann auch offiziell einen Rückkehrer in seinen Reihen. Dominique Heintz wird also schon bald wieder den Geißbock auf der Brust tragen. Dabei ist in den Sozialen Medien schon längst eine Diskussion um eine ganz andere Rückkehr entbrannt. Eine Rückkehr, die doch sehr weit hergeholt und für einige Fans wiederum sehr logisch scheint. Die Hoffnung auf einen weiteren Offensiv-Transfer hat im Netz eine Debatte um einen Spieler ausgelöst, der trotz seiner Ortsansässigkeit gefühlt Lichtjahre vom Geißbockheim entfernt ist. Anthony Modeste ist beim FC im Gespräch. Mit großer Wahrscheinlichkeit nicht bei den Kölner Verantwortlichen, vielmehr ist der Franzose ein Dauerthema in den Kommentaren und Chats von X, Facebook und Co.

Es gibt Argumente für eine Modeste-Verpflichtung

Ist die Sorge vor einem langfristigen Ausfall des vermeintlich so verletzungsanfälligen Davie Selke wirklich so groß, dass man dieses Fass wieder, also noch ein drittes Mal, aufmachen will? Dass dem FC tatsächlich ein Stürmer gut zu Gesichte stünde, ist nicht von der Hand zu weisen. Alleine schon aufgrund der möglichen Transfersperre, die die Kölner dann im Winter und möglicherweise auch über den kommenden Sommer hinaus handlungsunfähig machen kann, ist ein weiterer Mittelstürmer durchaus sinnvoll. Zumal Steffen Tigges schon in der vergangenen Spielzeit nach langer Verletzung fieberhaft nach seiner Form gesucht und sie nie so recht gefunden hat und Florian Dietz noch weit von einem Comeback entfernt ist. Davie Selke aber eine latente Verletzungsanfälligkeit an zu dichten, wird dem Stürmer nicht gerecht. Aufgrund von strukturellen Verletzungen ist Selke noch nie langfristig ausgefallen.

Dennoch kann man auch durchaus Argumente finden, die für einen Transfer von Anthony Modeste sprechen. Wenn der FC einen weiteren Offensivspieler verpflichtet, dann einen Zielspieler, einen großen, robusten Mittelstürmer, der mit Flanken gefüttert wird, auf den das Spiel zugeschnitten ist, der weiß, wo das Tor steht. Eben einen Stürmer wie Anthony Modeste. Der 35-Jährige würde auch nicht die obligatorische Baumgart-Zeit benötigen, die der Trainer seinen Spielern – wie jetzt Alidou – einräumt, um die taktischen Abläufe einzustudieren. Der FC weiß, was er bekommt. Modeste weiß, was er leisten muss und kann. Der Franzose würde zudem keine Ablöse kosten, wäre in der „Anschaffung“ also erschwinglich. Baumgart und Modeste haben darüber hinaus schon zu einer Zeit funktioniert, als niemand mehr an den Stürmer glaubte. Und: Modeste ist sofort verfügbar, der FC kann sich mühsame Verhandlungen mit einem anderen Klub ersparen, stünde bei einem vertragslosen Spieler auch nicht unter Zeitdruck.

Wie glaubwürdig wäre eine Rückkehr?

Das klingt doch sehr vielversprechend. Deal Done, also. Oder? Nein, eine weitere Modeste-Rückkehr ist doch sehr unwahrscheinlich und würde die Geißböcke in eine karnevalistische Ecke drängen, die das Toni-Polster-Bläck-Fööss-Tape noch toppen würde. Fakt ist, dass zu einem Transfer in aller Regel alle Parteien erst einmal ihr Einverständnis geben müssen, zumindest ein grundsätzliches Wollen bekunden. Und schon an diesem Basispunkt wird es problematisch. Von einem Interesse der Kölner an Modeste ist rein gar nichts bekannt. Es gibt noch nicht einmal ein Gerücht, dass sich auf eine ernstzunehmende oder überhaupt eine Quelle beruft. Bislang ist es eine Netz-Diskussion, die noch einmal Feuer durch eine Umfrage der „Bild (€)“ bekommen hat. Die Bild hat auch die jeweiligen Seiten befragt. Während der FC diese Personalie demnach nicht kommentieren wollte, sagte Modeste, dass man nie wisse, was komme.

Aktuell hält sich der 35-Jährige bei der Fortuna und eben nicht beim FC fit und das wohl nicht ohne Grund. Modeste hat – neben sicherlich auch erinnerungswürdigen, emotionalen und lustigen Momenten – viel verbrannte Erde am Geißbockheim hinterlassen. Vor allem, als er vor einigen Wochen die Kölner Verantwortlichen scharf kritisierte. Nach seinen Worten, bei denen es um unterschiedliche Wahrnehmungen in Sachen Gehalt, Vertragsverlängerung, seine Zukunft beim FC, aber auch um Wertschätzung ging, ist eine Vertragsverhandlung zwischen ihm und Christian Keller nur noch sehr schwer vorstellbar. Zu weit liegen die wahrgenommenen Realitäten auseinander. Eine Versöhnung, ein kölsches Schwamm drüber, ist sicher möglich, aber unwahrscheinlich, beide Parteien würden komplett ihre Glaubwürdigkeit verlieren.

Reicht die Qualität noch für Bundesliga?

Vermutlich wäre das Thema Glaubwürdigkeit spätestens nach dem dritten Modeste-Tor bereits wieder vom Tisch. Nur kommt es überhaupt zu drei Toren? Die Antwort dieser Frage ist rein spekulativ. In der Theorie kann Modeste drei Tore genauso wie 20 schießen. Für den BVB waren es in der vergangenen Spielzeit zwei, für Köln eine Saison zuvor eben jene 20. Allerdings ist Modeste mittlerweile 35 Jahre alt, es wird einen Grund haben, warum der Franzose in der Bundesliga noch keinen neuen Klub gefunden hat. Die Datenscouts von Global Soccer Network belegten anhand von zahlreichen Daten, dass Modeste in der 20-Tore-Saison deutlich überperformt, also über seinem Leistungsniveau abgeliefert hat. Dabei handelt es sich um KI, die Wahrheit liegt bekanntlich auf dem Platz. Nur würde der FC ohne eine Torgarantie dann doch ein gewisses Risiko eingehen. Denn umsonst wird Modeste, dem eine gewisse finanzielle Neigung nachgesagt wird, nicht zu den Geißböcken wechseln wollen. So groß ist die so oft beteuerte Liebe dann doch nicht. Muss sie ja auch nicht. Wie könnte also ein leistungsbezogener Vertrag – wie von einigen Usern gefordert – aussehen? Wäre Modeste nach den Querelen der Vergangenheit bereit dazu?

Modeste betonte, dass er noch zwei Spielzeiten auf höchstem Niveau spielen will. Hat er das Zeug dazu? Natürlich hat FC-Trainer Steffen Baumgart bereits bewiesen, dass er aus Modeste das Maximum rausholen kann. Dem 51-Jährigen ist auch durchaus zuzutrauen, dass er es nochmal schafft. Dem Trainer ist es aber mindestens genauso zuzutrauen, dass er auf das Modeste-Theater keine Lust mehr hat und seinem einstigen Top-Stürmer die Tür nicht mehr öffnet.

Selke oder Modeste – wer würde spielen?

Denn der Coach hat eigentlich einen Mittelstürmer in den eigenen Reihen. Einen robusten, großen Zielspieler, wenn auch einen angeschlagenen. Baumgart hat auch den formschwachen Davie Selke wieder in die Spur gebracht, ihn in Windeseile zum Publikumsliebling gemacht. Und Selke hat in der vergangenen Spielzeit geliefert. Sollte dieser wieder fit sein und Modeste tatsächlich zum FC wechseln, müsste man sich die Frage nach der ersten Elf stellen. Mit beiden Zielspielern werden die Kölner unter Baumgart sicher nicht agieren. Unruhe ist vorprogrammiert.

Eine Unruhe, die die Kölner ganz einfach umgehen können und mit großer Sicherheit auch werden. Die Debatte um Anthony Modeste findet bislang nur im Netz statt. Dort sollte sie auch bleiben.

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Kommentar: Hoffnung und Warnung zugleich

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Kommentar: Hoffnung und Warnung zugleich

Der 1. FC Köln kam bei Borussia Dortmund einer Überraschung sehr nahe. Das lag an der starken Defensivleistung. Dass es am Ende keinen Punkt gab, an der schwachen Chancenverwertung. Der Saisonauftakt macht Hoffnung auf mehr, er sollte aber auch als Warnung wahrgenommen werden.

Bis weit in die Schlussphase war der FC in Dortmund näher an einem Sieg als die Borussia – trotz der deutlichen Dominanz der Westfalen. Der Erfolg in Osnabrück, die Leistung in Dortmund – der FC scheint auch in diesem Jahr wieder zu funktionieren. Oder? Dazu unser Kommentar: Hoffnung und Warnung zugleich.

Mit dem knappen Erfolg über den VfL Osnabrück und der unglücklichen Niederlage beim Deutschen Vizemeister ist der FC ordentlich in die neue Saison gestartet. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Unterm Strich steht aber ein Saisonauftakt, der durchaus Hoffnung auf mehr machen darf. Das 3:1 nach Verlängerung über die Niedersachsen hält für Steffen Baumgart und sein Team zumindest den Traum vom Pokalfinale in Berlin aufrecht, das 0:1 in Dortmund hat wiederum die Kritiker Lügen gestraft, die nach den Hector- und Skhiri-Abgängen bereits vor dem ersten Spieltag den sicheren Gang in die Zweitklassigkeit prophezeit haben. Die Leistung beim BVB stimmte nicht nur, sie war in weiten Teilen erstklassig.

Die Begegnung in Dortmund hat jedenfalls bewiesen, dass Steffen Baumgart seinen Zauber auch in der dritten Saison am Geißbockheim noch nicht verloren hat. Dortmund war ohne Frage das Team mit mehr Ballbesitz, vermutlich mit den besseren Individualisten und womöglich auch mit der besseren Spielanlage – die größeren Chancen, mehr Leidenschaft, mehr Herz, vor allem aber mehr Ideen brachte der FC auf den Platz. Köln führte den hochgelobten Titelaspiranten an den Rande einer Niederlage, hat ihn vor eine schwere Aufgabe gestellt, ihn überrascht und geärgert. Nichts anderes hat Baumgart versprochen, nichts anderes hat der FC geliefert. Köln macht auch in der dritten Spielzeit unter dem 51-Jährigen Spaß. Zudem scheint auch in dieser Saison der Plan aufzugehen, junge Spieler zu entwickeln, ihnen Vertrauen zu schenken, sie stark zu reden und zu machen und dafür eine gute Leistung zurückgezahlt zu bekommen. Rasmus Carstensen könnte ein solcher Akteur werden, genauso wie Max Finkgräfe.

In beiden Spielern lässt sich aber auch ein aktuelles Problem der Geißböcke ablesen. Trotz ihrer guten Leistungen wurden sie auf Positionen eingesetzt, die sie zwar schon gespielt haben, die aber nicht ihrer Kernaufgabe entsprechen. Vielleicht aufgrund ihres Potenzials, wahrscheinlich aber, weil dem FC die Alternativen fehlen. Der Kader ist – auch aufgrund von Verletzungen – auf einigen Positionen sehr dünn besetzt. Baumgart schiebt die einen Spieler hin, die anderen her. Der Eindruck von Lückenbüßern ist nicht gänzlich von der Hand zu weisen. Ein Luca Kilian als Stoßstürmer ist ein eindeutiger Beleg für fehlendes Personal. Das kann gut gehen, muss es aber auf lange Sicht nicht. Natürlich werden Akteure wie Linton Maina und Steffen Tigges bald zurückkehren, dafür werden sehr wahrscheinlich andere ausfallen. Es bleibt ein Tanz auf dünnem Eis, selbst wenn in diesen Tagen der Deal mit Faride Alidou dann endlich über die Bühne geht.

Zudem sollte man, nein, man darf bei all der Freude über die gute Leistung einen anderen Aspekt nicht aus den Augen verlieren: der FC steht ohne Punkte da. Klar, in der Liga ist erst die erste Etappe absolviert, 33 weitere werden folgen. Also kein Grund zur Panik. Die Leistung macht Lust und Hoffnung auf mehr. Das Ergebnis gegen den BVB sollte aber zumindest als Warnung verstanden werden. Denn am Ende des Tages werden gute Leistungen alleine nicht reichen – es braucht eben doch Punkte.

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1. FC Köln: Das lief gut, das lief schlecht

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1. FC Köln: Das lief gut, das lief schlecht

Der 1. FC Köln kam bei Borussia Dortmund einer Überraschung sehr nahe. Das lag an der starken Defensivleistung. Dass es am Ende keinen Punkt gab, an der schwachen Chancenverwertung.

Bis weit in die Schlussphase war der FC in Dortmund näher an einem Sieg als die Borussia – trotz der deutlichen Dominanz der Westfalen. Das lag vor allem an dem kompakten Mittelfeld der Geißböcke, es war aber nicht alles gut beim FC. 1. FC Köln: Das lief gut, das lief schlecht.

Youssoufa Moukoko strahlte über das ganze Gesicht, als er sich nach dem doch glücklichen 1:0-Erfolg über den FC von den Fans feiern ließ. Auf dem Kopf trug er seine neue Kopfbedeckung – eine Schiebermütze von Steffen Baumgart. Dieser hatte dem Stürmer das Bekleidungsstück überlassen, nachdem sich die beiden beim letzten Aufeinandertreffen auf diesen speziellen Trikot-Schiebermützen-Tausch geeinigt hatten. Dass Moukoko mit Mütze zur Wand stapfte, war aber alles andere als selbstverständlich. Denn in der 88. Minute dürfte man sich ernsthafte Sorgen um das Stück Stoff machen. Baumgart riss sich die Mütze vom Kopf, sichtbar genervt, wütend, frustriert. „Am Ende geht ein Ding aus wenig rein“, sagte der Coach nach der höchst unglücklichen 0:1-Pleite gegen den Titelkandidaten. „Von unseren Dingern muss eher einer reingehen, als sich gegen das Standbein schießen und oben geht er dann rüber.“ Das einzige Manko des Kölner Spiels an diesem Abend.

FC lässt zu viele Chancen liegen

Tatsächlich sorgte eine verunglückte Aktion der wenig glücklich agierenden Dortmunder Offensive um den FC wiederum ins Unglück zu stürzen. Dollyen Malen stand bei der Ecke in der 88. Minute sträflich frei, rutschte beim Schussversuch weg und traf den Ball irgendwo zwischen Fuß, Knöchel und Schienbein. Dieser nahm eine physikalisch nur schwer erklärbare Flugkurve und segelte über den mit 1,84 Meter wahrlich nicht kleinen Leart Pacarada ins Tor. Baumgarts Mütze musste sich so einem besonderen Reiß- und Stresstest unterziehen. Offenbar mit gutem Ende. Der Frust war mehr als verständlich. Davie Selke traf nach einem tollen Ljubicic-Pass und starker Einzelleistung erst Niklas Süle und dann den Pfosten. Sargis Adamyan fand gleich zwei Mal aus aussichtsreicher Position Gregor Kobels Beine und nicht den Weg ins Dortmunder Gehäuse und Dejan Ljubicic schlenzte den Ball aus aussichtsreicher Position knapp am Tor vorbei. Genauso wie der starke Max Finkgräfe in der Schlussphase. „Ich bin mehr als zufrieden mit den Jungs, sie haben alles gegeben. Es war eine klasse Mannschaftsleistung“, sagte der Kölner Coach. „Wir haben mutig agiert und hatten gute Möglichkeiten.“ Nur wollte eben keine dieser Chancen den Weg ins Tor finden.

Dortmund kam im ersten Abschnitt zu einem gefährlich Abschluss, als Julian Brandt aus spitzem Winkel an Marvin Schwäbe scheiterte. So richtig gefährlich wurden die Westfalen dann aber nicht mehr – trotz der in der vergangenen Saison ausgestrahlten Torgefahr. Und so war es die verunglückte Malen-Aktion, die den Dortmundern den Auftaktsieg und dem FC eine bittere Niederlage bescherte. Dabei war Dortmund von der Spielanlage das bessere Team. Der BVB kam auf 67 Prozent Ballbesitz, spielte mehr als doppelt so viele Pässe wie der FC und zwang die Kölner zwischenzeitlich zu einer sehr defensiven Ausrichtung. Dabei wirkte die Dortmunder Offensive aber seltsam ideenlos, uninspiriert, unkreativ. Auch, weil die Kölner Defensive einen beeindruckend guten Job erledigte. Die Doppelsechs mit Eric Martel und Ljubicic gewann gefühlt jeden Zweikampf im Zentrum, gerade der Österreicher leitete dann zahlreiche Umschaltmomente ein. Der FC stand im Mittelfeld kompakt, hielt die Räume, die der BVB benötigte, eng, geschlossen.

Köln überzeugt in der Defensive

Die Innenverteidigung um Jeff Chabot und Timo Hübers fischte zudem so gut wie alles aus dem Sechzehner. Von den zwölf Flanken der Dortmunder fand nur eine einzige einen gelb-schwarzen Angreifer. Alleine Chabot gewann einmal mehr mehr als 70 Prozent seiner Zweikämpfe (Hier geht es zum FC-Ranking). Trotz optischer Dominanz fand der BVB überhaupt kein Mittel gegen den FC. „Es war heute nicht viel dabei, was uns gefallen hat“, sagte dementsprechend Dortmunds Trainer Edin Terzic. „Das einzig Positive war, dass wir als Sieger vom Platz gehen.“ FC-Trainer Steffen Baumgart hatte angekündigt, den Gegner überraschen zu wollen. Das gelang dem FC defensiv auf beeindruckende Weise. Die Sorge, das Kölner Gebilde würde ohne Ellyes Skhiri und Jonas Hector nicht funktionieren, wandelten die Geißböcke in Lust auf mehr – zumindest gegen Dortmund, immerhin einen Titelaspiranten.

Allerdings offenbarten die Kölner wieder ihre Schwächen im Torabschluss. Gerade Adamyan hätte mindestens eine seiner hervorragenden Chancen nutzen müssen. Zudem fehlte an der ein oder anderen Stelle der letzte, der entscheidende Pass. „Wir hatten immer wieder gute Ballgewinne, haben es dann aber häufig nicht konsequent zu Ende gespielt“, sagte Timo Hübers. So gingen die Kölner letztlich als Verlierer vom Platz. „Wenn du dann so spät das Gegentor bekommst, ist das sehr ärgerlich“, stimmte auch Florian Kainz zu. So ärgerlich, dass beinahe die Baumgart-Mütze nicht bei Moukoko gelandet wäre.

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Rasmus Carstensen – ein lohnendes Investment?

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Rasmus Carstensen – ein lohnendes Investment?

Rasmus Carstensen wurde mit großer Skepsis in Köln begrüßt. Der Rechtsverteidiger kam in Genk nicht zum Zug. Nach den ersten Einsätzen für den FC, stellt sich die Frage nach dem Warum?

Als Rasmus Carstensen in Köln vorgestellt wurde, war die Skepsis unter den Fans groß. Kein Wunder, der Rechtsverteidiger kam in Genk so gut wie gar nicht zum Zug. Das scheint sich beim FC zu ändern. Dort hält man große Stücke auf Rasmus Carstensen – wird er ein lohnendes Investment?

Auch wenn Steffen Baumgart es ganz sicher anders meinte, ließ der Kölner Trainer rund eine Stunde vor dem Duell gegen Borussia Dortmund seinen Worten taten folgen. Auf der Pressekonferenz am Donnerstag sagte der Kölner Coach, dass der FC in dieser Spielzeit den ein oder anderen Gegner überraschen wolle. Das tat Baumgart schon bei der Aufstellung. Denn auf dem Spielbogen tauchte ein Name auf, den man nicht unbedingt in der Startelf vermutet hätte – zumindest nicht gemeinsam mit Benno Schmitz. Rasmus Carstensen (Zum Datenblatt) stand da und damit jener Rechtsverteidiger, den der FC vor wenigen Wochen verpflichtete und von dem der Trainer zunächst sagte, er solle sich hinter Benno Schmitz erst einmal entwickeln. Nun lief der Däne allerdings vor Benno Schmitz im rechten Mittelfeld auf und löste seine Aufgabe gut, wie Steffen Baumgart nach dem Spiel gegen den BVB betonte.

Carstensen ist mehr als eine Notlösung

Tatsächlich spulte der 22-Jährige rund 12 Kilometer ab, brachte 70 Prozent seiner Pässe zum Mitspieler und leitete mit gedankenschnellen Pässen gefährliche Aktionen ein. So bei einem Doppelpass mit Dejan Ljubicic, der daraufhin Davie Selke bediente. Der Stürmer scheiterte an Niklas Süle und dem Pfosten. Seine scharfe Hereingabe auf Sargis Adamyan im zweiten Abschnitt hätte ein Tor verdient gehabt. Der Armenier traf aus kurzer Distanz nur Gregor Kobels Bein. Dass der Däne seine Rolle auf der rechten Seite offensiv auslegt, war bekannt. Dass er auch im rechten Mittelfeld in den Überlegungen von Steffen Baumgart eine Rolle spielt, eher nicht.

„Ich bin ein Verteidiger, der viel laufen kann und offensiv denkt, ohne die Defensiv-Aufgaben zu vernachlässigen“, sagte Carstensen in der vergangenen Woche und dass er sich auf den Zweikampf mit Schmitz freue. Dazu kam es zuletzt aber nicht. Denn schon im Pokal gegen Osnabrück setzte Baumgart die Neuverpflichtung im rechten Mittelfeld ein, auch da löste der 22-Jährige seine Aufgabe ordentlich. In seiner Zeit in Silkeborg spielte Carstensen genau drei Mal als Rechtsaußen. „Hoffentlich kann ich ein paar Vorlagen geben“, hatte sich Carstensen vorgenommen. Dass seine Hereingaben nicht zu Toren führten, lag nicht an Carstensen oder der Qualität seiner Pässe.

Bislang 24 Tore vorbereitet

Dass der etatmäßige Abwehrspieler über Offensivqualitäten verfügt, zeigt seine bisherige Profibilanz. In 89 Pflichtspielen bereitete Carstensen 24 Tore vor, erzielte zwei Tore. Unter Steffen Baumgart scheint er sich zu einer Option auf der rechten Seite zu entwickeln. Zumal der Däne über ein hohes Tempo verfügt. Nach dem Pokalspiel gegen Osnabrück hatte Baumgart betont, dass ihm drei, vier schnelle Spieler fehlen würden. Carstensens Einsatz wirkte ein wenig wie Notlösung. Nach dem Dortmund-Spiel ist klar, dass es deutlich mehr werden kann. Tatsächlich soll in den kommenden Tagen Faride Alidou beim FC unterschreiben, mit Linton Maina kehrt in den kommenden Wochen eine weitere schnelle Offensivkraft zurück und Carstensen könnte wieder eine defensivere Position übernehmen. So oder so könnte sich das Investment in Carstensen für die Kölner auszahlen. Dem Vernehmen nach hat der FC für den geliehenen Spiele eine Kaufoption ausgehandelt, die etwa bei rund 1.5 Millionen Euro liegt. Aktuell wird der Marktwert des Dänen von Gool.ai auf 1.25 Millionen Euro berechnet. Das Online-Portal sieht aber ein großes Entwicklungspotenzial. Schon im kommenden Sommer könnte die Kaufoption also deutlich unter dem Marktwert liegen.

Dabei war Carstensen mit einer Portion Skepsis in Köln begrüßt worden, nachdem er bei Genk in der vergangenen Saison keine Rolle gespielt hat. Das lag auch an der starken Konkurrenz in Belgien, an der der 22-Jährige nicht vorbeikam. Carstensen erhielt allerdings nur wenige Chancen, sich zu beweisen. Das scheint beim FC anders zu sein. Und stand jetzt wird er diese auch nutzen.

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Einzelkritik der FC-Profis gegen Dortmund

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Einzelkritik der FC-Profis gegen Dortmund

Der 1. FC Köln hat den Bundesliga-Auftakt bei Borussia Dortmund verloren, dennoch eine ordentliche Leistung absolviert. Dementsprechend gab es auch einige gute Noten. So bewerten wir die FC-Profis.

Der FC kehrt ohne Punkte, aber mit der Gewissheit einer guten Leistung aus Dortmund zurück. „Mir gefällt, wie die Jungs arbeiten. Wenn wir so spielen, gewinnst du mehr als du verlierst“, sagte FC-Trainer Steffen Baumgart nach der Begegnung. Zwar hat der FC verloren, die Spieler haben sich zum Großteil aber gute Noten erarbeitet. Unsere Einzelkritik der FC-Profis gegen Dortmund.

Gegen Osnabrück geriet der FC vor allem im zweiten Durchgang massiv unter Druck. Jeff Chabot bekam somit viele Gelegenheiten, sich auszuzeichnen. Das tat der Innenverteidiger auf beeindruckende Art. Zudem krönte der Abwehrspieler mit dem Treffer zum 3:1 seine starke Leistung – es war gleichzeitig die Entscheidung. Auch Benno Schmitz trug sich mit einem beeindruckenden Treffer in die Torschützenliste ein. Denis Huseinbasic und Mathias Olesen bereiteten jeweils ein Tor vor, konnten aber nicht an die guten Leistungen der Vorbereitung anknüpfen.

So bewerten wir die FC-Profis gegen Dortmund

Hatte 20 Minuten nichts zu tun, war dann hellwach. Parierte stark gegen Julian Brandt aus spitzem Winkel und später gegen Reus, der aber wegen Abseits zurückgepfiffen wurde. War beim Gegentor ohne Chance.

Sorgte für die erste Chance mit einem Schuss aus der Distanz und für das erste gelbwürdige Foul gegen Ryerson. Dennoch ein starkes Bundesliga-Debüt des 28-Jährigen.

Machte eine bessere Partie als noch gegen Osnabrück. Gewann zwei Drittel seiner Zweikämpfe, leistete sich aber auch einige Fehlpässe. Ließ im ersten Durchgang Dortmunds einzige Chance zu.

Überragendes Spiel des Innenverteidigers. Wieder einmal. Verteidigte so ziemlich alles weg. Als ihm das zu wenig wurde, suchte er sich Zweikämpfe im Mittelfeld, die er dann auch meist für sich entschied.

Bügelte seinen krassen Stellungsfehler gegen Donyell Malen selbst wieder aus und das stark. Blockte auch gegen den BVB-Angreifer – ebenfalls stark. Gewann nur 50 Prozent seiner Zweikämpfe.

Zweikampfstark, konsequent. Dazu mit 90 Prozent eine überragende Passquote. Martel ist auf der Sechs unverzichtbar.

Feierte überraschend sein Startelf- und sein Bundesliga-Debüt – und dazu noch ein gutes. Steigerte sich zunehmend und sorgte mit scharfen Hereingaben für Gefahr. Ist auf der rechten Seite auch in der Offensive eine Alternative.

Spielte wieder auf der Zehn und hatte mehr Einfluss auf das Spiel als noch gegen Osnabrück. Gefahr konnte der Kölner Kapitän aber auch auf dieser Position nicht so wirklich erzeugen.

Gewann zahlreiche Zweikämpfe im Mittelfeld und leitete umgehend die Kölner Angriffe ein. War nahezu an jeder starken Aktion beteiligt. Hätte die Führung mit einem Schlenzer erzielen können, wenn nicht müssen. Das schmälerte seine gute Leistung nicht.

Startete überraschenderweise auf der linken Seite, wechselte dann auf die rechte. Übte zunächst einige Zweikämpfe, in denen er meist zu spät kam. Konnte sich nicht so recht einbringen und bekam zu allem Überfluss den Ball aus kurzer Distanz ins Gesicht geschossen. Zeigte aber, dass er dem FC helfen kann.

Bis 52.: Machte in der Anfangsphase so ziemlich alles richtig, als Ljubicic ihn schickte. Süle rettete aber in höchster Not. Ackerte, wurde immer wieder von Ljubicic eingesetzt. Musste nach gut 50 Minuten erneut angeschlagen vom Platz.

Ab der 52: Erarbeitete sich viele Chancen, nutzte leider keine davon. Gerade den Kopfball gegen Kobel muss er eigentlich machen. Dennoch ein engagierter Auftritt.

Köln verliert unglücklich in Dortmund

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Köln verliert unglücklich in Dortmund

Der 1. FC Köln kehrt trotz starkem Kampf mit null Punkten aus Dortmund zurück. Beim BVB kassierten die Kölner eine 0:1-Pleite, hatten trotz Dortmunder Dominanz aber auch durchaus Chancen.

FC-Trainer Steffen Baumgart hatte bereits am Donnerstag auf der Pressekonferenz vor dem Dortmund-Spiel betont, er wolle Gegner in dieser Saison überraschen. Gegen den Vizemeister ist den Geißböcken genau das gelungen. Bis zur 88.Minute. Dann schlug Donyell Malen zu. Köln verliert unglücklich in Dortmund. „Wir haben nicht alles richtig gemacht, sonst hätten wir gewonnen“, sagte der starke Dejan Ljubicic. „Am Ende haben uns ein paar Prozent gefehlt.“

Wie erwartet spielte der FC in einer 4-2-3-1-Formation, wie erwartet stand Dejan Ljubicic für Mathias Olesen in der Startformation, überraschend dagegen das Startelf-Debüt von Rasmus Carstensen, der auf der rechten Seite für Denis Huseinbasic begann und, dass Florian Kainz auf der Zehn agierte, während Luca Waldschmidt über die linke Seite kam. Der BVB hatte dagegen wenige Überraschungen parat – weder personell noch taktisch. So übernahm der BVB von Beginn an die Initiative, presste wie erwartet aggressiv und ließ den Kölnern Räume. So kam Leart Pacarada bereits nach wenigen Minuten zum ersten Abschluss. Trotz der Dortmunder Dominanz ließen die Kölner dagegen kaum Chancen zu. Der FC suchte die Zweikämpfe und machte die Räume im Zentrum eng. Und die Kölner hatten ihre Möglichkeiten. Carstensen setzte Ljubicic ein, der wiederum Selke schickte. Süle rettete in letzter Sekunde zur Ecke.

Dortmund dominiert, der FC hat die Chancen

Erst nach einer guten halben Stunde fanden die Dortmunder erste Mittel gegen das kompakte Kölner Zentrum und erarbeiteten sich erste Chancen. Unter anderem prüfte Julian Brandt FC-Keeper Marvin Schwäbe aus spitzem Winkel. Der FC blieb aber bissig, gewann viele Zweikämpfe im Mittelfeld und leitete umgehend Konter ein. Meist über Dejan Ljubicic, der eine große Bereicherung für das FC-Spiel war. Der entscheidende Pass wollte aber auch bei den Kölnern nicht ankommen.

Auch zu Beginn der zweiten Halbzeit das gleiche Bild: Dortmund war bemüht, das Spiel zu machen, der FC gewann weiterhin die Zweikämpfe im Mittelfeld und schaltete schnell um. Ljubicic schickte Carstensen, der passte scharf ins Zentrum, doch der eingewechselte Sargis Adamyan scheiterte aus kurzer Distanz an Gregor Kobel. Der BVB-Offensive fiel weiterhin herzlich wenig ein. Zwar prüfte auch Marco Reus den Kölner Keeper, der ehemalige Dortmunder Kapitän wurde aber wegen einer Abseitsstellung zurückgepfiffen. Nach einer guten Stunde wechselte Baumgart, brachte unter anderem Max Finkgräfe für Luca Waldschmidt – das versprochene Profidebüt für den 19-Jährigen. Und der Youngster setzte – wenn auch unfreiwillig – Ljubicic ein, der aus 16 Metern knapp am Tor vorbeischlenzte.

Und die Kölner wollten in der Schlussphase offensichtlich mehr. Der FC agierte mit den Dortmundern plötzlich auf Augenhöhe. Der starke Carstensen flankte genau auf Adamyan, der aus kurzer Distanz Kobel auf die Füße köpfte. Dortmund sorgte nur noch selten für Entlastung. Wenn überhaupt kam der BVB nur bei Standards noch gefährlich vor das Kölner Tor. So auch in der 88. Minute. Dann stand Donyell Malen am langen Pfosten frei und versenkte den Ball über Pacarada im Tor. Der FC versuchte noch einmal alles. So setzte Finkgräfe mit dem Schlusspfiff den Ball über das Tor. Es blieb bei der bitteren Niederlage. Eine Niederlage, auf die die Kölner aber aufbauen können.

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1. FC Köln: Schwäbe – Schmitz, Chabot, Hübers, Pacarada – Martel, Ljubicic – Carstensen (90. Kilian), Kainz (65. Olesen), Waldschmidt (65. Finkgräfe) – Selke (51. Adamyam); Tore: 1:0 Malen 88.

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