Die Mutmacher

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Die Mutmacher

Auch, wenn am Samstag nicht alles rund lief, sind die Kölner Youngsters Justin Diehl und Max Finkgräfe die Hoffnungsträger der aktuellen Mannschaft. Ihre Unbekümmertheit könnte sich im Abstiegskampf noch auszahlen.

Der 1. FC Köln spielte am Samstag mit der jüngsten Startelf der gesamten Liga gegen den VfB Stuttgart. Auch, wenn sie nicht restlos überzeugen konnten: Justin Diehl und Max Finkgräfe sind die Mutmacher beim FC.

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Eigentlich hätte es das Startelf-Debüt schon vor einigen Wochen geben sollen, nun hätte es für die besondere Premiere wohl keinen besseren Gegner geben können. Gegen den VfB Stuttgart stand Justin Diehl erstmals in der Bundesliga-Anfangsformation. Ausgerechnet Stuttgart, der Club, der anscheinend am intensivsten um die Dienste des Youngsters buhlt. Der Arbeitsnachweis des 19-Jährigen war am Samstag dann aber doch überschaubar: Diehl kam in 60 Minuten auf einen Torschuss, keine Torschussvorlage, immerhin sechs Dribblings und einen haarsträubenden Fehlpass.

Schultz: „Wir wissen was der Junge kann“

So wirklich rund lief es bei dem Youngster gegen den VfB nicht. „Er ist ein talentierter junger Spieler, der auch noch Lehrgeld bezahlen muss. Aber er hat die Qualität und den Mumm, das Eins-gegen-eins zu suchen“, sagte Thomas Kessler, Leiter der Lizenzspielabteilung. Und gerade das suchte der 19-Jährige auch ab und an gegen den VfB. Zwar meist mit mäßigem Erfolg, doch seine Laufwege sind vielversprechend und unterscheiden sich beispielsweise von denen eines Linton Maina, der eher mit Tempo über die Flügel geht und dann den Ball in die Box bringt. Diehl will lieber den direkten Abschluss, auch, wenn es dafür schon mal leise Kritik geben mag. Den direkten Weg Richtung Tor suchen die FC-Profis in dieser Spielzeit bislang eher selten – zu selten.

„Wir wissen, was der Junge kann. Aber er hat heute auch gesehen, dass er in einigen Bereichen noch zulegen muss”, sagte auch FC-Trainer Timo Schultz. So tat sich der Offensivspieler gerade im Duell mit Josha Vagnoman am Samstag unheimlich schwer und hatte zudem seine Probleme in der Defensivarbeit. “Wir hatten auf unserer linken Seite in der ersten Halbzeit schon ein bisschen Probleme mit der wechselnden Spieleröffnung des VfB. Das war für Justin sicher nicht ganz so einfach, da immer sofort die Situation zu erkennen und Max Finkgräfe zu unterstützen“, so Schultz weiter. Dennoch ist der 19-Jährige so etwas wie der Mutmacher oder neben Max Finkgräfe einer der Mutmacher der Geißböcke.

Wie geht es weiter mit Diehl?

Finkgräfe und Diehl stehen symptomatisch für die Zukunft, für den Weg des 1. FC Köln. Selbst wenn jene Zukunft gerade bei Diehl nach wie vor in den Sternen steht. Für die jungen Wilden rückt Schultz ganz bewusst von seiner Aussage, dass es im Abstiegskampf gerade auch auf die erfahrenen Spieler ankomme, ab. Wenn es nur um Erfahrung ginge, hätte beispielsweise ein Leart Pacarada auf der linken Defensivseite den Vorzug vor Finkgräfe erhalten müssen. Doch der Routinier saß einmal mehr 90 Minuten auf der Bank, hat gegen Finkgräfe zurzeit nicht den Hauch einer Chance. Auch der Linksverteidiger erwischte am Samstag nicht den besten Tag, fiel aber auch nicht in ein spielerisches Loch.

Schultz vertraut den Profis wie dem Shootingstar oder eben Diehl. Fast schon selbstverständlich krallen sich die Youngsters gefühlt jede Standardsituation – im Fall von Finkgräfe gegen Hoffenheim auch mit Erfolg. Die Eigengewächse sorgen für Tempo im Spiel, für den Überraschungsmoment, für das gewisse, vielleicht das fehlende Etwas. Diehl und Finkgräfe, die beiden Jüngsten, beleben das Kölner Spiel in einer fast schon erschreckenden Art und Weise. Zumindest bringen die beiden aktuell mehr Spielwitz und Gefahr auf den Rasen als so mancher Routinier. An Selbstvertrauen mangelt es den 19-Jährigen nicht. Im Gegenteil, im Vergleich zu einigen anderen Spielern scheint der Kopf frei zu sein.

Diehl zahlt das Vertrauen nicht nur mit seiner unbekümmerten Spielweise auf dem Platz zurück. Dem Vernehmen nach soll der Youngster einen Abgang aus Köln nicht mehr kategorisch ablehnen, die Chancen für einen Verbleib sind nicht gut, sie haben sich aber minimal verbessert. Ein kleiner, aber vielleicht nicht unbedeutender Erfolg. In einer ähnlichen sportlichen Situation feierten in der Spielzeit 2019/2020 ebenfalls vier Kölner Youngster ihr Bundesliga-Debüt. Ismail Jacobs, Jan Thielmann, Tim Lemperle und Noah Katterbach.


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Einzelkritik

Diehl erst einmal bei der U21

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Diehl erst einmal bei der U21

Justin Diehl ist beim FC ein Versprechen für die Zukunft. Eigentlich. Denn der Vertrag des Youngsters läuft im Sommer 2024 aus, bislang gibt es keine Verlängerung. Und: Diehl wurde vorerst in die U21 versetzt.

Fast schon verdächtig war die Stille in den vergangenen Tagen rund um den FC. Keine Vertragsverlängerungen, keine Transfergerüchte. Das hat sich mit einem Paukenschlag zum Trainingsauftakt der U21 geändert. Denn an der ersten Einheit unter dem neuen Trainer Evangelos Sbonias nahm ein Überraschungsgast teil. Justin Diehl trainiert offenbar erst einmal bei der U21.

Bild: Herbert Bucco

Das kommt überraschend: Denn eigentlich ist Diehl fest für den Kader der Profis eingeplant gewesen. Das scheint sich nun grundlegend geändert zu haben. Hintergrund wird der Poker um den Vertrag des U19-Stürmers sein. Der FC hat dem Youngster bereits ein Angebot unterbreitet, das Team rund um den Spieler ist bislang nicht darauf eingegangen. Bereits vor einigen Wochen machten Gerüchte über ein mögliches Interesse von Bayer Leverkusen die Runde. Der Vergleich zu Florian Wirtz, der für eine Ablöse in Höhe von 350.000 Euro zum Nachbarn wechselte, ist naheliegend. Dem Vernehmen nach, strebt Diehl tatsächlich nach Höherem. Das Interesse anderer Bundesligisten hat er jedenfalls geweckt.

Auch beim FC hält man große Stücke auf den Youngster, die Kölner Verantwortlichen haben sich dementsprechend um Diehl bemüht. Der Angreifer nahm regelmäßig am Training der Profis teil, stand in der vergangenen Spielzeit vier Mal im Kader, kam sogar zu zwei Kurzeinsätzen. Auch für das Trainingslager der Profis vom 13. bis 21. Juli in Österreich war Diehl fest eingeplant. Nun steht sogar die Trennung im Raum. Wollen die Kölner noch eine Ablöse für den 18-Jährigen einstreichen, müsste Diehl wohl in dieser Transferperiode abgegeben werden. Der Vertrag des Youngsters läuft im Sommer 2024 aus.

Seit 2011 spielt Diehl bereits für den FC. Die Online-Plattform Gool.ai berechnet den Marktwert des Stürmers auf knapp 900.000 Euro.

 

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