Warum der FC durchaus zum Party Crasher werden kann

Bricht der FC erneut die Leverkusener Serie?
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Warum der FC durchaus zum Party Crasher werden kann

Bei 33 ungeschlagenen Spielen in Serie sind die Vorzeichen vor der Begegnung des 1. FC Köln gegen Bayer Leverkusen eindeutig. Und dennoch könnte der FC zum Spielverderber für Bayer werden.

Sechs Punkte gegen Leipzig, vier gegen die Bayern, der Pokalsieg über den VfB Stuttgart – Bayer Leverkusen eilt in dieser Saison von Erfolg zu Erfolg. 33 ungeschlagene Spiele in Folge sind nicht nur eine beeindruckende Serie, sie bedeuten den absoluten Rekord in der Bundesliga. Doch die Geißböcke haben schon oft bewiesen, dass sie Serien brechen können. Kann der FC ein weiteres Mal die Erfolgsserie von Bayer brechen?

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Keller-Kind gegen Tabellenführer, drei Saisonsiege und 17 Punkte gegen in 33 Pflichtspielen ungeschlagen, Abstiegskampf gegen Meisterschaftsanwärter – die Rollen des 1. FC Köln und von Bayer Leverkusen könnten vor dem Duell am kommenden Sonntag (15.30 Uhr, DAZN) nicht klarer verteilt sein. Auf dem Papier gibt es jedenfalls wenige Punkte, die in der Begegnung für die Geißböcke sprechen. Mit 44 Zählern war der Abstand zwischen den beiden Teams vor dem Duell noch nie so groß.

FC beendet Aufholjagd

Die Derbys habe ich bei mir früher immer unabhängig vom Tabellenstand gesehen„, sagte Lukas Podolski am vergangenen Dienstag in der „Bild“. Das Kölner Idol umschrieb damit das Phänomen, dass Derbys angeblich ihre eigenen Gesetze hätten. Und dennoch geht der FC selbst als Gastgeber als klarer Außenseiter in die Begegnung. Ob darin auch eine Chance liegt, weil kein Fan einen Sieg erwarte, ist eher unwahrscheinlich. Schließlich geht es bei den Kölnern so oder so um jeden Punkt – unabhängig des Gegners. Der Druck dürfte also groß genug sein.

Und doch gehen die Kölner nicht gänzlich chancenlos in die Begegnung – wie die Vergangenheit zeigt. Selbst die jüngste Vergangenheit. Nach dem verkorksten Saisonauftakt inklusive Trainerwechsel zog die Werkself nämlich bereits in der Vorsaison unter Xabi Alonso das Tempo ordentlich an. Genau vor einem Jahr startete Leverkusen mit einem 5:3 im Elfmeterschießen über AS Monaco eine beeindruckende Erfolgsserie, blieb in 14 Spielen in Serie ungeschlagen. Bayer war auf einmal wieder ein Champions-League-Anwärter, hatte sich nach holprigem Start bis ins Halbfinale der Europa League durchgearbeitet.

Die Saison schien noch ein versöhnliches Ende nehmen zu können. Bis zum Auswärtsspiel beim 1. FC Köln. Ausgerechnet das 1:2 beim Nachbarn war der zweite Game-Changer der Saison. Fortan gewann Leverkusen bis zum Saisonende kein Spiel mehr, schied in der Europa League doch noch aus und musste sich mit Rang sechs in der Tabelle begnügen, rutschte nur aufgrund der besseren Tordifferenz nicht noch in die Conference League ab.

FC gewinnt als abgeschlagener Letzter

Vor etwa sechs Jahren keimte beim 1. FC Köln in größter Abstiegsnot noch einmal so etwas wie Hoffnung auf. Es war die Katastrophen-Saison der Geißböcke. Der FC belegte mit gerade einmal 17 Punkten nach dem 26. Spieltag den letzten Tabellenplatz. Wirklich viel Hoffnung auf den Klassenerhalt hatte man rund um das Geißbockheim nicht mehr, der Relegationsplatz war acht Zähler entfernt. Doch ausgerechnet das Nachbarschaftsduell gegen den Champions-League-Anwärter aus Leverkusen ließ viele Kölner wieder träumen. Und das, obwohl Bayer seit elf Auswärts-Pflichtspielen ungeschlagen war. Yuya Osako brachte den FC in Führung, Alario sah Rot, Simon Zoller erhöhte auf den 2:0-Endstand. Ein Erfolg, mit dem niemand gerechnet hatte. Erstmals seit dem zweiten Spieltag verließen die Kölner wieder den letzten Tabellenplatz, die Relegation war nur noch fünf Zähler entfernt. Am Ende reichte es trotzdem nicht.

Debüt von Jan Thielmann

Nach dem Wieder-Aufstieg war die Ausgangslage aber ähnlich. Der FC trug nach dem 14. Spieltag die rote Laterne, selbst Mit-Aufsteiger Paderborn lag vor den Geißböcken. Leverkusen kam mit der Niederlage gegen Juventus Turin nach Köln, war zuvor aber sechs Spiele in Serie ungeschlagen. Beim FC kassierte die Werkself eine weitere 0:2-Pleite. Erstmals mit dabei: Jan Thielmann. Die Torschützen hießen aber Jhon Cordoba und Sebastiaan Bornauw. Für den FC war es der Startschuss der jetzt so ersehnten Serie. Vier Spiele in Folge gewannen die Geißböcke und hielten am Ende die Klasse.

In der Spielzeit 21/22 waren die Rollen auch vergeben, aber nicht ganz so deutlich. Leverkusen spielte um die Königsklasse, wollte die Konkurrenz auf Distanz halten, die Kölner träumten am 25. Spieltag vom internationalen Geschäft. Ein Sieg bei der Werkself würde die Hoffnung nähren. Aber die Werkself hatte wettbewerbsübergreifend neun Heimspiele in Serie nicht mehr verloren. Doch tatsächlich gewannen die Geißböcke nach einem Treffer von Kingsley Schindler 1:0. Unvergessen natürlich auch das 4:0 in der Spielzeit 96/97. Damals war Leverkusen sechs Spiele ungeschlagen, hoffte noch auf die Meisterschaft. Toni Polster machte die Hoffnung nahezu im Alleingang zunichte.

Auch, wenn die Rollen vor der Begegnung am Sonntag klar verteilt sein sollten, beweisen die Spiele gegen Leverkusen, dass Nachbarschafts-Duelle tatsächlich ihre eigenen Gesetze haben. Das Gesetz der Serie scheint es jedenfalls nicht zu geben.


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