Das sagt Timo Schultz zu Davie Selke, zum Gegner und dem „heimlichen Chef“

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Das sagt Timo Schultz zu Davie Selke, zum Gegner und dem „heimlichen Chef“

Nach der 0:1-Niederlage gegen Werder Bremen am vergangenen Freitag geht es am Samstag gegen Stuttgart wieder um drei Zähler. Am Donnerstag fand die obligatorische Pressekonferenz vor dem Spieltag statt.

Mit dem Duell beim VfB beginnt für den FC das Hammer-Programm bis zur Länderspielpause. Der 1. FC Köln spielt in den kommenden Wochen unter anderem gegen die Schwaben, Leverkusen und Leipzig. Das sagt Timo Schultz vor dem Stuttgart-Spiel.

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Nach der enttäuschenden 0:1-Niederlage gegen Werder Bremen am vergangenen Freitag kann sich die kommende Aufgabe des 1. FC Köln sehen lassen. Die Geißböcke sind am samstag zu Gast beim VfB Stuttgart (15.30 Uhr, Sky). Nach dem Fast-Abstieg in der vergangenen Spielzeit spielen die Schwaben in dieser Saison um die Teilnahme an der Königsklasse mit. Und das nicht ohne Grund. „Die Tabellenplatzierung sagt schon einiges über den Gegner aus“, betonte Timo Schultz am Donnerstag auf der Pressekonferenz. „Sie spielen einen guten Fußball, treten als Mannschaft auf. Sie arbeiten auch gegen den Ball kompakt nach vorne. Wir werden defensiv kompakt stehen müssen, um ihnen nicht zu viele Räume zu geben.“ Die defensive Stabilität ist weiterhin ein Thema bei den Geißböcken. Ein Thema, das sich seit dem Amtsantritt von Timo Schultz positiv entwickelt hat.

Optimistisch nach Stuttgart

Auch deswegen blickt Schultz optimistisch Richtung Duell am Samstag. „Was uns Hoffnung machen darf, ist dass wir in jedem Spiel, seitdem ich hier bin, mit dem Gegner auf Augenhöhe waren. Wir können jedes Spiel siegreich gestalten. Wenn wir am Limit sind, und das waren wir in den vergangenen beiden Spielen nicht, können wir jeden Gegner schlagen“, erklärte Schultz. „Dann können wir extrem unangenehm sein für jeden Gegner, auch für den VfB Stuttgart.“

Unangenehm war der FC gegen Werder Bremen aber eher selten. Die Kölner erspielten sich keine einzige zwingende Chance. „Gerade unsere Bemühungen in der Offensive waren einfach nicht ausreichend, um uns Chancen zu erspielen. Das war in den ersten drei, vier Spielen nach der Winterpause sehr gut“, sagte Schultz und verwies auf die Mängel in den Begegnungen gegen Hoffenheim und Bremen. „Das war einfach nicht ausreichend.“

Nur wenige Veränderungen

Zu viele Veränderungen im Vergleich zur Vorwoche wird es beim FC wohl nicht geben. Jeff Chabot kehrt auf jeden Fall zurück in die Startelf. „Die sportliche Bedeutung kann jeder sehen“, sagte Schultz und betonte, dass der Abwehrspieler auch neben dem Platz, in der Kabine mit seiner Art und seinen Ansprachen ein wichtiger Teil der Mannschaft ist. „Er ist unser heimlicher Chef“, sagte Schultz.

Ob Faride Alidou nach seiner Erkrankung wieder zur Verfügung steht, sei eine 50:50-Entscheidung. Allerdings hat der Außenbahnspieler noch keine Trainingseinheit in dieser Woche absolviert. Sonst fehlen dem FC nur die Langzeitverletzten. Bei Mark Uth und Luca Waldschmidt ist eine schnelle Veränderung nicht in Sicht, bei Davie Selke schon. „Davie ist jetzt seit einer Woche wieder auf dem Trainingsplatz“, sagte Schultz. „Das sieht danach aus, dass er bereits vor der Länderspielpause wieder zurückkommt. Da gehen wir aber Schritt für Schritt.“
Damion Downs zog sich in der vergangenen Woche eine Gehirnerschütterung zu.


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Einzelkritik

Stimmen zum Spiel

Serhou Guirassy: Vom Kölner Entwicklungsspieler zur Stuttgarter Lebensversicherung

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Serhou Guirassy: Vom Kölner Entwicklungsspieler zur Stuttgarter Lebensversicherung

Am Samstag gibt es für den FC einmal mehr ein Wiedersehen mit Serhou Guirassy. Beim FC gelang dem Angreifer der Durchbruch nicht, beim VfB Stuttgart ist er mittlerweile unersetzlich.

Seine vergebene Chance gegen Werder Bremen 2017 wird den meisten Kölnern noch im Sinn sein. Serhou Guirassy überzeugte beim 1. FC Köln nur selten. Beim VfB Stuttgart startet der Stürmer dagegen durch. Serhou Guirassy: beim FC ausgemustert, beim VfB durchgestartet.

Nein, ein Goalgetter ist Dominique Heintz nun wirklich nicht. Aber an diesem Tag im Oktober vor gut sechs Jahren hatte sich der Innenverteidiger etwas vorgenommen. Mit einem schönen Schlenzer sorgte Heintz für den zwischenzeitlichen Ausgleich gegen den VfB Stuttgart. Dass der Innenverteidiger den Treffer erzielte, war angesichts seiner bisherigen Goalgetter-Qualitäten erstaunlich, dass das Torschießen aber generell ein Abwehrspieler übernehmen musste, dann doch wieder auch nicht.

Damals wie heute umgab den FC im Herbst 2017 eine gewisse Sturmflaute. Bis zu jenem achten Spieltag hatten in der Liga nur Offensivspieler Yuya Osako und Innenverteidiger Fredrik Sörensen für den FC getroffen. Gerade der Sturm wollte nicht in Fahrt kommen. Für einen kurzen Augenblick keimte die Hoffnung eines ersehnten Auswärtserfolgs auf, als Serhou Guirassy in der Nachspielzeit im Strafraum mit Dennis Aogo aneinanderstieß. Schiedsrichter Benjamin Cortus entschied auf Strafstoß, nahm diesen dann aber nach geschlagenen vier Minuten und Intervention des VARs wieder zurück – vermutlich eine richtige Entscheidung. Dennoch fiel nur wenige Sekunden später das 2:1 für den VfB, die Krise der Geißböcke setzte sich fort.

Serhou Guirassy strahlte beim 1. FC Köln kaum Torgefahr aus

Zu diesem Zeitpunkt stand Guirassy seit einem knappen Jahr beim FC im Kader. „Wir wollen ihn als jungen Spieler bei uns weiterentwickeln, wir glauben an sein Potenzial“, sagte der damalige Kölner Cheftrainer Peter Stöger, als Serhou Guirassy im Sommer 2016 seinen Vertrag bei den Geißböcken unterschrieb. Der Stürmer war damals zarte 20 Jahre alt, also im besten Entwicklungsalter, hatte zunächst Probleme mit dem Medizincheck und wurde dann für (damals wohl nicht sonderlich verwunderlich) fünf Jahre verpflichtet. 3,8 Millionen Euro soll das Talent, der damalige U20-Nationalspieler Frankreichs, gekostet haben. Der Wunsch des Entwickelns hielt sich für die Kölner aber in Grenzen.

Auch, weil der Offensivspieler oft verletzt war, sehr oft. Guirassy kam in zweieinhalb Jahren auf 45 Einsätze, erzielte in diesen neun Tore und bereitete zwei vor. Wirkliche Torgefahr strahlte der junge Stürmer zu Beginn der FC-Zeit nur selten aus, vielmehr fiel er in dieser Phase mit technischen Schwierigkeiten auf. So wie beim 0:0 gegen Werder Bremen im Oktober 2017. Eine flache Hereingabe von Tim Handwerker schoss der frei stehende Franzose erstaunlich weit über anstatt ins leere Tor. Erstaunlich, weil er eigentlich nur einen Meter vom Kasten entfernt stand und Werder-Keeper Jiri Pavlenka längst geschlagen war. Zu wenig Entwicklung für den FC, vielleicht auch eine zu langsame für den ambitionierten Aufstiegskandidaten. Bestimmt auch, weil sein späterer Trainer Markus Anfang in ihm eher einen Außenspieler als einen Stürmer sah.

Guirassy wird zur Stuttgarter Lebensversicherung

Denn die Spitze war mit Simon Terodde und Jhon Cordoba gesetzt, die Rückkehr von Anthony Modeste wohl nur noch eine Formsache. Der Franzose war bereits in Köln, wartete noch auf die Spielgenehmigung. Der FC suchte einen Abnehmer für Guirassy und fand ihn beim SC Amiens. „Dieser Wechsel ist für beide Seiten eine gute Lösung. Serhou ist ein junger, talentierter Spieler, der für seine Entwicklung regelmäßige Spielpraxis benötigt. Die können wir ihm derzeit nicht bieten“, hieß es damals von Kölner Seiten. Worte, die ebenfalls von Christian Keller hätten stammen können, aber von Armin Veh, dem damaligen Sportdirektor ausgesprochen wurden. Zur guten Lösung wurde die Leihe in erster Linie allerdings für Amiens.

Denn die Vertragspartner hatten eine Kaufpflicht in dem Kontrakt verankert, die im Falle des Klassenerhalts der Franzosen greifen würde. So musste der SC den Stürmer verpflichten. Sechs Millionen Euro brachte der Verkauf den Geißböcken und damit nicht einmal die Hälfte von dem, was die Franzosen für den Stürmer einstrichen. Denn nach anderthalb Jahren und neun Saisontoren wechselte der Stürmer zu Stade Rennes, für 15 Millionen Euro. Bis heute ist nicht vollends geklärt, ob die Kölner noch einmal mit verdienten. Auf eine ordentliche Spielzeit 20/21 folgte eine durchwachsene beim französischen Erstligisten. Die Leihe zum VfB Stuttgart wurde möglich. Der schlaksige Stürmer sollte die Nachfolge von Sasa Kalajdzic antreten, wurde aber so viel mehr. Mit elf Toren in 22 Spielen war Guirassy plötzlich die Lebensversicherung der Schwaben.

Interesse aus Europa

Und diese ließ sich der VfB nicht nur in diesem Sommer als Kaufoption rund neun Millionen Euro kosten. Dem Vernehmen nach wurde mit der Unterschrift das Gehalt ordentlich in die Höhe geschraubt. So sehr, dass die ersten namhaften interessierten Klubs erschrocken das Portemonnaie wieder geschlossen haben. Mittlerweile hat Guirassy 18 Tore in der Liga erzielt, den VfB damit in den Bereich eines Champions-League-Anwärters geschossen. Schon jetzt haben die Schwaben mehr Punkte und mehr Tore auf dem Konto als in der gesamten vergangenen Spielzeit.

Guirassy hat mehr Tore erzielt als der gesamte Profikader des FC. Der Angreifer trifft aus der Distanz, mit dem Kopf und als Abstauber. Der 27-Jährige hat mittlerweile ein beeindruckendes Stellungsspiel, aktuell ein Gespür für die richtigen Laufwege und findet immer wieder die Räume, um zu Chancen zu gelangen. Dabei initiiert er diese auch selber, tritt als Torschussvorlagengeber in Erscheinung. Er ist stark im Eins-gegen-eins, das er auch immer wieder sucht und absolviert erstaunlich viele Sprints. In den vergangenen Jahren hat der Stürmer zudem massiv an seiner Physis gearbeitet. Der junge Franzose verkörpert genau das, was dem FC aktuell so bitter fehlt.

Die Entwicklung war so nicht abzusehen

Gemeinsam mit Deniz Undav, der gegen den FC verletzt ausfällt, bildet Guirassy das gefährlichste Sturm-Duo der Liga. Wieder einmal ließen die Kölner einen jungen Spieler gehen, der nun an anderer Stelle durchstartet. Hat der FC bei diesem Transfer also alles falsch gemacht? Sicher nicht. Auch, wenn es den Anschein macht, als habe der FC einmal mehr Millionen in den Wind gesetzt. Dabei schlägt nicht jeder junger Spieler ein. Als der FC Guirassy ziehen ließ, war die heutige Entwicklung beim besten Willen nicht abzusehen. Und auch in der Folgezeit in Frankreich war der Stürmer kein schlechter Spieler, aber bislang eben bei keiner Station ein überragender. Nicht umsonst konnte der VfB Guirassy problemlos ausleihen. Rennes hatte damals für knapp 50 Millionen Euro zwei Angreifer verpflichtet, Guirassy drohte die Bank, wenig Einsatzzeit – nur noch die Rolle des Jokers.

Beim FC vermisst man einen Stürmer wie Guirassy in dieser Saison mehr denn je. Aktuell fehlt die Fantasie, wer beim FC am Samstag gegen den VfB die Tore schießen soll. Vielleicht nimmt sich Dominique Heintz mal wieder ein Herz.

Einzelkritik

DFB verhängt erneut Strafe gegen den 1. FC Köln

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DFB verhängt erneut Strafe gegen den 1. FC Köln

Der DFB hat den 1. FC Köln zu zwei weiteren Geldstrafen in einer Gesamthöhe von 46.000 Euro belegt. Das teilte der Verband am Mittwoch mit.

Der 1. FC Köln muss für das Vergehen einzelner Fans ein weiteres Mal in die Tasche greifen. Für Vergehen im Oktober und November hat das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) nun die Strafe ausgesprochen. Der DFB verhängt somit erneut eine Strafe gegen den 1. FC Köln.

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Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes hat den FC in zwei Fällen wegen unsportlichen Verhaltens seiner Anhänger mit zwei Geldstrafen in Gesamthöhe von 46.000 Euro belegt. Davon kann der FC rund 15.000 Euro für sicherheitstechnische oder gewaltpräventive Maßnahmen verwenden. Laut DFB haben im Spiel gegen Bayer Leverkusen im Oktober Kölner Anhänger Becher, Feuerzeuge und Münzen in den Innenraum geworfen. Einer der Schiedsrichter-Assistenten sei dabei von einigen Münzen an Kopf und Rücken getroffen worden sein. Der FC hatte die Begegnung damals 0:3 verloren.

Keller: Die Geldstrafe trifft den FC hart

Zudem habe eine größere Anzahl von Kölner Anhängern vor Beginn des Bundesligaspiels beim VfL Bochum versucht, den Einlassbereich zu stürmen. Die Polizei musste daraufhin den Ordnungsdienst unterstützen. Es sei zu körperlichen Auseinandersetzungen gekommen. Darüber hinaus habe ein Kölner Zuschauer einen Böller in den Innenraum geworfen. Ende Januar waren die Kölner bereits zu einer Strafe von 7.000 Euro für Fehlverhalten im DFB-Pokal gegen Kaiserslautern verdonnert worden. Im Dezember hatte der DFB die Geißböcke mit einer Rekordstrafe in Höhe von fast 600.000 Euro belegt, die Strafe aber später auf 433.000 Euro reduziert.

Dennoch kommen die Kölner mittlerweile auf Strafen in einer Gesamthöhe von mehr als einer halben Millionen Euro. Die Tabelle der verhängten Strafe führt der FC damit an und zwar deutlich. Auf Rang zwei folgte Werder Bremen mit etwas mehr als 200.000. Der 1. FC Heidenheim musste erst 1000 Euro Strafe bezahlen. Und den Kölnern droht noch weiteres Ungemach. Beim 2:0-Heimsieg gegen Eintracht Frankfurt brannten Kölner Ultras in der Südkurve wieder Pyro- und Feuerwerkskörper ab.


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CAS-Urteil

Der 1. FC Köln trennt sich von Berater Jörg Jakobs

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Der 1. FC Köln trennt sich von Berater Jörg Jakobs

Der 1. FC Köln und Berater Jörg Jakobs gehen getrennte Wege. Das gab der Verein am Mittwochnachmittag bekannt. Die Kündigung sei Teil der Aufarbeitung der Transfersperre, heißt es vom Verein.

Der 1. FC Köln trennt sich von Berater Jörg Jakobs. Das gab der Verein am Mittwochnachmittag bekannt. Demnach würde das Kölner Präsidium die Dienstleistung nicht mehr in Anspruch nehmen.

Unmittelbar vor Weihnachten erhielt der 1. FC Köln die Hiobsbotschaft, die Bestätigung der Transfersperre. Entgegen des Kölner Optimismus bestätigte der internationale Sportgerichtshof die von der FIFA verhängte Strafe in voller Länge. Die Kölner dürfen bekanntlich über zwei Transferperioden keine neuen Spieler verpflichten. Der FC steht vor einer der größten Herausforderungen der Vereinsgeschichte. Kein Wunder, dass erst im Januar die Mitglieder auf dem FC-Stammtisch Antworten forderten. Antworten auf die Frage, wie es überhaupt zu der Transfersperre hat kommen können. Damals versprachen die FC-Bosse den Kölner Fans Aufklärung. Eine diskutierte Aussage, denn nach dem Vernehmen der Fans, hätten die Beteiligten doch eigentlich nach einem monatelangen Rechtstreit über alle Einzelheiten Bescheid wissen müssen.

Werner Wolf: „Die Kündigung ist Teil der Aufarbeitung der Transfersperre“

Nun gibt es einen ersten Schritt. Wie der Verein am Mittwochnachmittag mitteilt, ist Jörg Jakobs nicht mehr Berater des Kölner Präsidiums. „Die Kündigung ist Teil der Aufarbeitung der Transfersperre, die gegen den 1. FC Köln verhängt wurde. Die Rolle von Jörg Jakobs in dem Transfer um Jaka Cuber Potocnik, bei dem er die damalige Geschäftsführung der 1. FC Köln GmbH & Co KGaA beriet, lässt eine weitere Zusammenarbeit als sportlicher Berater des Vorstands aus unserer Sicht nicht zu. Auch wenn uns dieser Schritt sehr schwerfiel, nach dem wir mit Jörg sehr lange erfolgreich zusammengearbeitet haben“, wird Präsident Dr. Werner Wolf in der Meldung zitiert. Wolf selbst hatte auf dem Mitgliederstammtisch einige Fragen nicht beantworten können.

Jaka Potocnik hatte bei seinem Ex-Verein Olimpija Ljubljana gekündigt und am Folgetag einen neuen Kontrakt bei den Geißböcken unterschrieben. Die FIFA sah darin den Verdacht einer Anstiftung zum Vertragsbruch. „Wir kennen keine Hinweise, dass der FC schon vorher mit dem Spieler in Kontakt war“, hatte FC-Geschäftsführer Philipp Türoff auf dem FC-Stammtisch gesagt. „Das haben wir dokumentiert und formuliert. Sonst wäre das Risiko überwältigend gewesen.“ Erst auf diverse Nachfragen räumten die Kölner Verantwortlichen mehr ein. „Das war nicht aus heiterem Himmel. Jörg Jakobs kannte den Spieler vorher schon, es gibt auch einen engen Kontakt von Jörg Jakobs aus seinen Zeiten bei Alemannia Aachen, der den slowenischen Markt gut kennt. Deswegen hatten wir ein klares Bild und konnten der Einschätzung vertrauen, dass es sich um einen guten Spieler handelt“, sagte Türoff.

Aus dem CAS-Urteil geht hervor, dass Potocniks Berater Goran Sukalo bereits im Dezember 2021 einen Kontakt zu Jörg Jakobs gesucht hat. Involviert war beim Potocnik-Transfer neben Berater Jakobs auch Ex-Geschäftsführer Alexander Wehrle. Die Aufarbeitung ist allerdings noch nicht abgeschlossen. „Die genauen Umstände rund um den Transfer des slowenischen Fußballtalents werden gegenwärtig aufgearbeitet. Die Ergebnisse sollen in wenigen Wochen vorgestellt werden“, heißt es weiter von Seiten des FC.

Einzelkritik

Kein Investoren-Deal – DFL stoppt Verhandlungen

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Kein Investoren-Deal – DFL stoppt Verhandlungen

Der Investoren-Deal bei der DFL ist vom Tisch. „Eine erfolgreiche Fortführung des Prozesses scheint in Anbetracht der aktuellen Entwicklungen nicht mehr möglich“, teilte die DFL nach einer außerordentlichen Sitzung am Mittwoch mit.

Die DFL hat die Investoren-Pläne in den deutschen Profifußball gestoppt. Das teilte die DFL am Mittwochnachmittag mit. Hintergrund sind auch die Proteste der vergangenen Wochen in den Stadien der Bundesliga.

Fliegende Tennisbälle, Goldtaler, ferngesteuerte Autos und Modellflugzeuge – in den vergangenen Wochen hat es in den deutschen Fußballstadien zahlreiche Fan-Proteste gegen den geplanten Einstieg eines Investors in der DFL gegeben. Nun hat die DFL die Verhandlungen mit dem verbliebenen möglichen Investor gestoppt. So gab das DFL-Präsidium am Nachmittag bekannt, dass es einstimmig beschlossen habe, den Prozess zum Abschluss einer Vermarktungspartnerschaft nicht weiterzuführen. „Eine erfolgreiche Fortführung des Prozesses scheint in Anbetracht der aktuellen Entwicklungen nicht mehr möglich“, wird Hans-Joachim Watzke, Sprecher der DFL, zitiert.

Fan-Proteste führten zu langen Spielunterbrechungen

Die Fan-Proteste hatten zu zahlreichen, langen Unterbrechungen geführt. Einige Partien standen sogar unmittelbar vor dem Spielabbruch. Viele Fans befürchteten durch den Einstieg eines Investors eine zunehmende Kommerzialisierung des Fußballs. Zudem forderten zuletzt immer mehr Mannschaften, dass es eine weitere Abstimmung über den möglichen Einstieg eines Investors geben soll. Hintergrund war die Abstimmung im Dezember, bei der die Klubs der 1. und 2. Bundesliga knapp für einen Einstieg eines Investors gestimmt hatte. Anschließend kamen allerdings Fragen in Bezug auf die Abstimmung von Martin Kind, Geschäftsführer von Hannover 96, auf. Der 79-Jährige soll vom Klub angewiesen worden sein, gegen den Investor zu stimmen, er habe aber dafür gestimmt. Dann stünde ein Verstoß gegen die 50+1-Regel im Raum.

Der 1. FC Köln hatte sich deutlich gegen den Weg der DFL ausgesprochen und in einem offenen Rundschreiben an die DFL und alle 36 dazugehörigen Klubs eine erneute Abstimmung zum geplanten Investoren-Deal gefordert. Der FC hatte in dem Schreiben ebenfalls auf einen möglichen Verstoß gegen die 50+1-Regel hingewiesen. „Auch wenn es eine große Mehrheit für die unternehmerische Notwendigkeit der strategischen Partnerschaft gibt: Der deutsche Profifußball steht inmitten einer Zerreißprobe, die nicht nur innerhalb des Ligaverbands zwischen den Klubs, sondern teilweise auch innerhalb der Klubs zwischen Profis, Trainern, Klubverantwortlichen, Aufsichtsgremien, Mitgliederversammlungen und Fangemeinschaften für große Auseinandersetzungen sorgt, die mit zunehmender Vehemenz den Spielbetrieb, konkrete Spielverläufe und damit die Integrität des Wettbewerbs gefährden“, heißt es in der Meldung der DFL. „Die Tragfähigkeit eines erfolgreichen Vertragsabschlusses im Sinne der Finanzierung der 36 Clubs kann in Anbetracht der Umstände im Ligaverband mit seinen 36 Mitgliedsclubs nicht mehr sichergestellt werden.“

Nun will die DFL in den Austausch mit den Klubs treten, um andere Wege einer Vermarktung zu finden.

Einzelkritik

Jonas Hector: „Man kann keinem einen Vorwurf machen“

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Jonas Hector: „Man kann keinem einen Vorwurf machen“

Jonas Hector verfolgte die 0:1-Niederlage des 1. FC Köln gegen Werder Bremen am Freitagabend im Stadion. In der aktuellen Podcast-Folge von „Schlag und fertig“ äußerte sich Hector zum FC, aber auch zu den Fan-Protesten und der Baller League.

In der neuen Folge von „Schlag und fertig“ spricht der ehemalige Kapitän der Kölner über das vergangene Fußball-Wochenende. Das sagt Jonas Hector zur 0:1-Niederlage des FC, der Baller League und den Fan-Protesten in den Stadien der Bundesliga.

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Beim 1. FC Köln blickt man auf ein enttäuschendes Wochenende zurück. Und das nicht nur wegen der 0:1-Niederlage. „Es war insgesamt ein sehr ernüchterndes Wochenende für den FC. Es hat ja im Grunde jeder gewonnen, der nicht hätte gewinnen dürfen. Das war traurig“, sagt auch Jonas Hector in seinem Podcast „Schlag und fertig“. Tatsächlich hatte mit Union Berlin, Mainz und Bochum die direkte Konkurrenz gepunktet. Mit dem Comedian Fabian Köster, bekennender FC-Fans, sprach der ehemalige Kölner Kapitän unter anderem über den FC und die Begegnung von Freitagabend. „Was mich daran stört, dass man gefühlt keinem einen Vorwurf machen kann. Die Jungs hauen alles rein. Es ist ja nicht so, dass sie abschenken oder nix machen“, sagte Hector. „Der Trainer kriegt es auch hin, dass man nach hinten auch stabil ist und wenig zulässt. Aber nach vorne geht eben… . Das ist das Traurige an der Sache.“

Jonas Hector: „Ich würde lieber Fußball gucken“

Im Gegenteil dazu, spielt Bayer Leverkusen aktuell in anderen Sphären. Die Werkself ist mittlerweile seit 32 Pflichtspielen ungeschlagen, führt die Tabelle souverän an. „Wenn man so spielt, dann hat man es auch verdient. Wenn sie es denn über die Saison halten“, sagt Hector und mahnt gleichzeitig. „Man weiß ja nie was passiert. Es ist nun mal Fakt, wie man es ja auch im letzten Jahr bei Dortmund gesehen hat: Die hatten es die letzten drei Spieltage in ihrer Hand und die Bayern haben es trotzdem gezogen. Ich trauen den Bayern auch in dieser Saison zu, dass die da nochmal rankommen.“ Die Verantwortlichen des Rekordmeisters gaben am Mittwoch bekannt, dass das Engagement von Thomas Tuchel als Trainer bei den Bayern im Sommer frühzeitig endet. Der Podcast wurde am Montagmorgen aufgenommen.

Hector äußerte sich auch zu den Fan-Protesten in den Stadien: „Für mich ist das nicht unterhaltsam“, sagte der 33-Jährige. „Die DFL versucht ein Stückweit wettbewerbsfähig zu bleiben und versucht, mehr Maßnahmen zu treffen um mehr Geld reinzubekommen. Um auch gegenüber anderen Ländern konkurrenzfähiger zu sein. Die Frage ist natürlich, wie man an diese Gelder kommt.“ Das könne Hector verstehen, betonte er. „Der Weg wie es kommuniziert wurde, ist nicht gut. Man kann sich da viel schneller und besser annähern. Mir macht es jetzt nicht unbedingt Spaß, die Konferenz am Samstagmittag zu gucken, weil es keine Konferenz mehr ist. Ich würde lieber Fußball gucken“, sagte Hector und wies auch auf Schwierigkeiten hin. „Ich hab mit dem ein oder anderen Kontakt gehabt, der auf dem Feld steht und der sagt, dass es wirklich schwierig ist. Gerade wenn es so lange Pausen sind. Wenn ein Spiel gerade auch für dich läuft und die halbe Stunde Pause hast, dann verlierst du deinen Rhythmus.“

Jonas Hector: „Da sehe ich mich nicht“

Ein weiteres Thema ist die von Lukas Podolski und Mats Hummels initiierte Baller League. Während Fabian Köster nichts mit dem Hallenturnier anfangen kann, gab Hector zu ab und an, Zusammenfassungen zu schauen. Hector verwies auch auf den FV Endenich. Der Bonner Mittelrheinligist stellte Anfang der Woche fünf Spieler frei, die auch an der Baller League teilnehmen. Unter anderem verwies der Verein auch auf eine teils intensive Spielweise. Das sieht Hector ähnlich. Auch ein Grund, warum er selbst nicht spielen würde. „Das ist mediale Aufmerksamkeit, die sie da haben. Die hast du in der Oberliga nicht. „Das ist mir zu ambitioniert. Da sehe ich mich nicht. Da gucke ich lieber die Zusammenfassungen“, sagte der ehemalige Kölner Kapitän.


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Winterkritik

Huseinbasic soll künftig für Bosnien-Herzegowina spielen

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Huseinbasic soll künftig für Bosnien-Herzegowina spielen

Im vergangenen Sommer nahm Denis Huseinbasic noch mit der DFB-Auswahl an der U21-EM teil, künftig soll er für die A-Nationalmannschaft von Bosnien-Herzegowina spielen.

Hat der 1. FC Köln schon im März einen weiteren A-Nationalspieler in seinen Reihen. Aktuell deutet viel darauf hin. Wie der bosnisch-herzegowinische Fußballverband (NFSBIH) heute mitteilt, kann Denis Huseinbasic künftig für Bosnien-Herzegowina spielen.

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Die Enttäuschung war Denis Huseinbasic im Sommer ins Gesicht geschrieben, als die U21 bei der Europameisterschaft sang- und klanglos in der Gruppenphase ausschied. Viel hatte sich die Mannschaft von Antonio Di Salvo vorgenommen, am Ende stand das bittere Aus. Auch Denis Huseinbasic blieb weit hinter den eigenen Erwartungen zurück. Seit dem ist der Mittelfeldspieler des 1. FC Köln aus dem U21-Zyklus herausgewachsen. Das DFB-Trikot wird der 22-Jährige wohl ohnehin nicht mehr tragen. Denn laut dem NFSBIH soll Huseinbasic künftig für die Nationalmannschaft Bosnien-Herzegowinas auflaufen. „Heute erhielten wir die offizielle Bestätigung, dass Denis Huseinbašić für die Nationalmannschaft von Bosnien und Herzegowina spielen kann“, heißt es in der Meldung des Verbandes.

Spielt Denis Huseinbasic die EM-Playoffs im März?

Der im hessischen Erbach geborene Mittelfeldspieler feierte im November 22 sein Debüt im National-Dress gegen Italien. Damals erzielte der Mittelfeldspieler sein erstes Tor, im zweiten Duell im März 23 legte Huseinbasic gegen Japan nach. Ziemlich genau ein Jahr später könnte der 22-Jährige sein Debüt in der A-Nationalmannschaft geben. Bosnien-Herzegowina tritt dann gegen die Ukraine an. Und das in den Playoffs für die EM. Für Huseinbasic steht also möglicherweise die Europameisterschaft im eigenen Land auf dem Plan. Im vergangenen Jahr buhlte Bosnien bereits um die Gunst des Spielers. Zvjezdan Misimovic, Technischer Direktor des NFSBIH legte sich fest, Huseinbasic würde zu 100 Prozent für Bosnien spielen. Damals sagte der Kölner Youngster aber gegenüber dem „Express“: „Wenn ich die EM spiele (U21, Anm.d.Red.), ist es vorbei“, betonte der Mittelfeldspieler damals. „Mein Ziel ist es für die A-Nationalmannschaft zu spielen, das traue ich mir in den nächsten Jahren zu.“

Nun scheint die Entscheidung für das Heimatland seiner Eltern gefallen zu sein. “ Ich bin zur Hälfe Deutscher, zur Hälfe Bosnier, spreche die Sprache und bin in dieser Kultur aufgewachsen“, hatte Huseinbasic 2022 betont. Nun geht es für Huseinbasivc möglicherweise gegen die Ukraine am 21. März um das Endspiel für das EM-Ticket. Sollte Bosnien gewinnen folgt noch das Endspiel gegen den Sieger der Partie Israel gegen Island. Für den FC wäre es aktuell einer der wenigen A-Nationalspieler. Zuletzt waren nur Florian Kainz und Mathias Olesen mit ihren Mannschaften unterwegs. Olesen ist aktuell an Yverdon Sport FC verliehen. Dejan Ljubicic liebäugelt ebenfalls noch mit einer Rückkehr in den EM-Kader.


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Winterkritik

FC-Dilemma: Der Sturm lahmt, aber was sind die Alternativen?

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FC-Dilemma: Der Sturm lahmt, aber was sind die Alternativen?

Seit dem Verletzungs-Aus von Davie Selke spielt Jan Thielmann die Sturmspitze der Geißböcke – engagiert, aber mit überschaubarem Erfolg. Doch Trainer Timo Schultz fehlen die Alternativen.

Seit dem Duell gegen den BVB steht Jan Thielmann im Sturmzentrum. Der Plan scheint bislang nicht wirklich aufzugehen. Doch Timo Schultz fehlen die Alternativen im Sturm.

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Es waren nur noch wenige Minuten zu spielen, als Timo Schultz gegen Werder Bremen das System gänzlich umstellte. Der Trainer brachte mit Steffen Tigges und Florian Dietz für die Schlussphase zwei Stoßstürmer, mit der Brechstange sollte das 1:1 her. Eine Maßnahme, die aber auch gänzlich verpuffte. Zusammen kamen die beiden Akteure in den letzten Minuten auf neun Ballkontakte und einen Torabschluss, der aber nur sehr wenig von Gefahr hatte. Während der Einsatz der Zielstürmer komplett wirkungslos blieb, gab es durch den Wechsel aber einen interessanten Begleiteffekt.

Thielmann auf anderer Position stärker?

Jan Thielmann wich auf die rechte Seite aus und sorgte in den Schlussminuten noch einmal für ordentlich Tempo auf der Außenbahn. Einen entscheidenden Vorstoß gab es von dem 21-Jährigen auch nicht mehr. Dennoch hatte Thielmann in der späten Phase der Partie mehr Zugriff. Auch diese Personalie verdeutlicht das Ausmaß der Kölner Offensiv-Krise. Thielmann, der im Juniorenbereich öfter in der Spitze und das auch sehr erfolgreich gespielt hat, war in den vergangenen Begegnungen so gut wie wirkungslos.

Dass der 21-Jährige auf dieser Position aber funktionieren kann, hat das 2:0 gegen Frankfurt gezeigt, als der 21-Jährige sein erstes Saisontor erzielte und zu weiteren Möglichkeiten kam. Auch gegen Wolfsburg und Dortmund hatte das Kölner Eigengewächs seine Chancen, allerdings noch nicht einmal eine Handvoll von Möglichkeiten. Thielmann wirkt auf der Position im Sturmzentrum verschenkt, auf der Außenposition deutlich gefährlicher. Gemeinsam mit Justin Diehl auf der anderen Seite wirkte das Kölner Spiel offensiver.

Schultz fehlen die Alternativen

Das war wiederum aber auch nicht sonderlich schwer. Die Kölner Offensive fand gegen Bremen einmal mehr so gut wie gar nicht statt. Wieder einmal. Mit seinen wenigen Aktionen war Thielmann in den vergangenen Wochen die größte Kölner Waffe. Mit einem Treffer bei insgesamt 24 Torabschlüssen aber eine eher stumpfe. Und das spricht nicht gerade für den FC im Angriff. „Defensiv war es anständig, offensiv müssen wir eine Schippe drauflegen. So wird es nicht reichen“, erklärte Timo Schultz auch deswegen. „Es fehlten Überzeugung und Mut, um mit dem Ball mehr zu kreieren.“ Vor allem fehlt aktuell aber die Phantasie, wie die Kölner diese Schippe drauflegen wollen. Denn auch Florian Kainz ist in der Zentrale kein Faktor, genauso wenig wie Dejan Ljubicic oder Linton Maina, die wieder viel rackerten, aber auch keine großen Möglichkeiten herausspielten.

Zwar brachte Justin Diehl noch einmal neuen Schwung und suchte auch das Eins-gegen-eins sowie den schnellen Abschluss, der Ausgleich lag dennoch nicht in der Luft. So muss die Frage nach dem System mit Thielmann in der Sturmspitze durchaus erlaubt sein. Stabile Defensive ja, aber kein Sturm ist in der aktuellen Phase sicher auch keine Lösung. Dem Trainer fehlen aber die Alternativen. Weder Tigges noch Dietz haben am Freitag Argumente gesammelt, dass Schultz nun doch bereits zu Beginn auf einen der beiden Stoßstürmer setzen sollte. Auch Damion Downs ist weiterhin kein Faktor bei den Profis. Der U21-Stürmer zog sich zuletzt eine Gehirnerschütterung zu.

So wird Jan Thielmann wohl auch am kommenden Samstag seine Chance in der Spitze erhalten – es sei denn, Schultz wagt das Experiment Justin Diehl als Angreifer. Der ist zwar noch einige Zentimeter kleiner als Thielmann, hat die Position aber ebenfalls schon erfolgreich gespielt – zuletzt in der Regionalliga West. Ein Startelf-Einsatz rückt für den 19-Jährigen ohnehin näher.

Rasmus Carstensen: Opfer des Defensiv-Systems?

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Rasmus Carstensen: Opfer des Defensiv-Systems?

Rasmus Carstensen ist eigentlich einer der wenigen Lichtblicke der Kölner Sommer-Transferphase. Der 23-Jährige erkämpfte sich als vermeintlicher Backup den Startplatz. Den hat der Däne aktuell wieder verloren.

Die Nachspielzeit gegen Frankfurt bedeuteten die letzten Minuten, die Rasmus Carstensen für den FC auf dem Feld stand. Zwar lobte Trainer Timo Schultz den Dänen zuletzt, doch Einsatzzeit brachte das nicht. Deswegen ist Carstensen im Moment außen vor.

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Es waren gerade einmal zehn Minuten. Es waren aber zehn Minuten, die es durchaus in sich hatten. Eine Großchance liegen gelassen, einen Elfmeter verursacht und einen Gegentreffer eingeleitet. Durch diese 600 Sekunden geriet der FC gegen Borussia Dortmund im Januar endgültig ins Hintertreffen und Rasmus Carstensen ins zweite Glied. Sicherlich war der junge Däne nicht alleinverantwortlich für die am Ende doch deutliche Niederlage, er hatte aber durchaus großen Anteil am hohen Ergebnis. Die Quittung ließ nicht lange auf sich warten: der Stammplatz war weg. In den vier Spielen nach Dortmund stand Carstensen nur noch 28 Minuten auf dem Platz – zuletzt saß der 23-Jährige sogar zwei Mal die komplette Spielzeit auf der Bank. 

Einsatz von Schmitz verkörpert Schultz‘ Marschroute

Ein Novum für den Rechtsverteidiger, denn eigentlich zeigte die Leistungskurve bei Carstensen seit diesem Sommer steil nach oben. Der Leihspieler hat in dieser Saison – bis eben zum BVB-Spiel – erst zwei Begegnungen verpasst, stand bis zum 17. Spieltag 14 Mal in der Startelf. Der 23-Jährige war eben doch mehr als nur ein Backup. Im Hinspiel gegen Bremen fehlte der Däne aufgrund einer Gelb-Roten Karte, beim 1:0-Erfolg gegen Darmstadt aufgrund einer Ellenbogenverletzung. Nun also die beiden Begegnungen als Zuschauer. Und das, obwohl Trainer Timo Schultz noch in der vergangenen Woche betont hatte, dass sich die beiden Dänen doch auch in der Nähe der Startelf befinden würden. Dort erhielt zuletzt wieder Benno Schmitz den Vorrang. Der Routinier verkörpert dabei auch ein wenig die Marschroute, die sich Timo Schultz auf die Fahne geschrieben hat: die Defensive muss stabilisiert werden.

Schmitz wirkt tatsächlich in der Rückwärtsbewegung sicherer, wenn auch nicht immer sattelfest, aber nicht so anfällig wie Carstensen, der im Sommer eigentlich als Backup für den dienstältesten FC-Profi gekommen war. Doch der 23-Jährige gefiel den Kölner Verantwortlichen. Christian Keller ohnehin. Der Sportdirektor hatte im vergangenen Jahr erzählt, dass er sich bei der Entscheidung pro Carstensen auch gegen Widerstände durchgesetzt habe.

Carstensen offensiv der Stärkere?

Doch auch Steffen Baumgart war zunehmend angetan, denn der Däne verstand sehr schnell, was Baumgart von einem Rechtsverteidiger verlangte – den unermüdlichen Offensivdrang. Und so avancierte der 23-Jährige, der bei seinem Heimatverein Genk von nicht wenigen als Fehlgriff wahrgenommen wurde, zum heimlichen Königstransfer. Die Ablöse der Kaufoption in Höhe von 1,5 Millionen Euro hat Carstensen mit seinem Marktwert um ein Vielfaches übertroffen. Dass der FC die Option ziehen wird, wäre wohl auch ohne Transfersperre keine Frage.

Auf der anderen Seite verkörpert Schmitz zurzeit auch die Kölner Schwachstelle. Der FC findet in der Offensive kaum statt. Das gilt auch für Schmitz, der zwar immer wieder den Weg in die Offensive sucht, dort aber weiterhin auf das Flankenspiel setzt, das dem FC in dieser Spielzeit eher selten weitergeholfen hat. Am Freitagabend schlug der Rechtsverteidiger vier Flanken, von denen keine beim Mitspieler ankam. In der gesamten Saison kommt Schmitz auf 30 Flanken, vier fanden einen Mitspieler. Carstensen kommt auf 46 Hereingaben, mit einer ähnlich schwachen Quote. Doch in nahezu jeder Offensivstatistik hat der junge Däne deutlich die Nase vorne. Ob das für die Startelf gegen den VfB reicht?

Lob vom Ex an Max Finkgräfe

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Lob vom Ex an Max Finkgräfe

Am Nachmittag wurde Steffen Baumgart als neuer Trainer beim Hamburger SV vorgestellt. Über seinen Ex-Verein sprach der 52-Jährige erwartungsgemäß nicht. Ein Lob für Max Finkgräfe war dennoch drin.

Seit Dienstag ist Steffen Baumgart neuer Trainer des Hamburger SV. Bei seiner Vorstellung sprach der Coach nicht über seinen Ex-Verein. Baumgart lobt aber Max Finkgräfe.

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Nun ist es also amtlich und es fühlt sich noch ein wenig fremd an: Zwei Monate nach seinem Aus beim 1. FC Köln ist Steffen Baumgart neuer Trainer des Hamburger SV. Der 52-Jährige soll die Rothosen zurück in die Bundesliga führen. „Ich war bei einem großen Verein und bin jetzt wieder bei einem großen Verein“, sagte der gebürtige Rostocker bei seiner Vorstellung am Dienstagnachmittag. Baumgart betonte auch, dass man nicht unbedingt die Null von ihrem erwarten könne. Eigentlich ein Aspekt, den die HSV-Bosse als wichtig erachtet hatten. Man sei sich relativ schnell einig geworden. Der 52-Jährige bestätigte auch, dass René Wagner auch in Hamburg den Kölner Ex-Coach unterstützen werde.

Baumgart: Finkgräfe reißt gerade einfach alle Türen ein

Ein Wiedersehen gibt es für den Trainer derweil mit Noah Katterbach, der in der Winterpause zum HSV gewechselt war. Auch, weil er beim FC keine große Chance erhalten hat. „Noah Katterbach war einer der besten Nachwuchsspieler Deutschlands. Auf der Linksverteidigerposition hat in Köln aber Jonas Hector gespielt. Auf dieser Position hätte sich keiner durchgesetzt“, sagte Baumgart. „Der ist aus meiner Sicht zu dieser Zeit der beste Linksverteidiger gewesen, den wir in Deutschland hatten.“ Das sei der Hauptgrund gewesen, warum sich Noah nicht durchgesetzt habe. Man wollte auch nicht der Entwicklung des Eigengewächses im Weg stehen und habe sich deswegen für eine Leihe entschieden.

Baumgart betonte, dass Katterbach nicht schlecht gearbeitet habe, sondern Charakter bewiesen habe. „Auf der Position hat einfach Max Finkgräfe, der aktuell alle Türen einreißt und für alle eine sehr gute Saison spielt, einfach ihm den Platz weggenommen“, erklärte Baumgart. Der Youngster hatte unter dem Trainer sein Bundesliga-Debüt gefeiert, wurde aber aus Sicht vieler Fans zu wenig eingesetzt. Mittlerweile kommt Finkgräfe auf zwölf Einätze, ist absoluter Stammspieler. „Leart Pacarada kennt man auch in Hamburg und da war die Konkurrenz auf dieser Position einfach nun mal da.“ Es sei immer klar gewesen, dass der Weg nach Hamburg eine Möglichkeit gewesen sei.