Kaderanalyse Teil IV – Sturm

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Kaderanalyse Teil IV – Sturm

Mit Luca Waldschmidt hat sich der FC im Angriff noch einmal verstärkt. Auch die Rückkehr von Mark Uth wurde als Neuzugang empfunden. Sind alle Angreifer fit, geht der FC mit einem starken Trio an den Start.

Stand jetzt startet der FC mit sechs Stürmern in die neue Saison. Allerdings drohen zwei der größten Hoffnungsträger aktuell auszufallen, zwei weitere arbeiten an der Rückkehr nach ihren Verletzungen. Ob diese Konstellation reicht, muss sich erst zeigen. Unsere Kaderanalyse Teil IV: Sturm.

Mit der flachen Hand schlug Davie Selke gegen das Dach der Reservebank an der Bremer Brücke. Sichtbar genervt war der Angreifer nach seiner Auswechslung im Pokalspiel gegen den VfL Osnabrück. Allerdings nicht, weil Baumgart ihn vom Platz genommen hatte, vielmehr brachte ihn der Grund auf die Palme. Selke hatte sich eine Verletzung in der Oberschenkel-Muskulatur zugezogen. Keine strukturelle Verletzung, wie ein MRT am Dienstag zeigte, aber immerhin schlimm genug, dass der Angreifer am Mittwoch nicht mit der Mannschaft trainierte und ein Einsatz am Samstag im Topspiel bei Borussia Dortmund unwahrscheinlich ist. Bei Mark Uth geht die Tendenz mit Sicherheit Richtung spielfrei. Auch der gebürtige Kölner musste das Pokalspiel frühzeitig verlassen. Beim 31-Jährigen war sogar ein Muskelfaserriss prognostiziert worden, der sich aber nicht bewahrheitet hat.

Selke für eine zweistellige Anzahl an Treffern gut

Die beiden Stürmer werden also wahrscheinlich am Samstag ausfallen. Das Angriffs-Gebilde der Kölner scheint in diesem Moment sehr fragil. Denn Florian Dietz soll nach seinem Kreuzbandriss erst einmal in der U21 zu alter Stärke finden, Steffen Tigges trainierte am Mittwoch erstmals nach seiner Schulterverletzung, die er sich in der vergangenen Saison gegen Bremen eingefangen hatte, wieder mit der Mannschaft. 100 prozentig fit sind im Moment aus der ersten Reihe somit nur Luca Waldschmidt und Sargis Adamyan. Waldschmidt soll aber hinter den Spitzen agieren, Adamyan kommt aus einer schweren Spielzeit, zeigte sich aber in den vergangenen Wochen in starker Form. Ein gefährlicher Zielstürmer ist der Armenier aber nicht. Das MRT-Ergebnis dürfte bei den Kölner Verantwortlichen demnach für große Erleichterung gesorgt haben.

Denn gerade auf den beiden angeschlagenen Stürmern ruht viel Hoffnung für die bevorstehende Saison. Davie Selke, im Winter komplett außer Form aus Berlin gekommen, avancierte schnell zu einem Hoffnungsträger der Fans und einer wichtigen Stimme innerhalb der Kabine. Fünf Tore erzielte der Stürmer in der Rückrunde, war damit maßgeblich am frühen Klassenerhalt beteiligt. Selke überzeugte den Trainer sogar so sehr, dass Steffen Baumgart ihn in Verbindung mit der Nationalmannschaft brachte. Tatsächlich profitiert der 28-Jährige ganz offensichtlich von dem großen Vertrauen, dass er von seinem Coach entgegen gebracht bekommt. Das Kölner Spiel kommt ihm entgegen. Selke ist in dieser Verfassung sicherlich für eine zweistellige Anzahl an Toren gut. Zumal der Stürmer bislang sehr gut mit Neuzugang Luca Waldschmidt harmoniert. Doch es gibt noch eine andere Wahrheit: die der Daten und Zahlen. Die Datenscouts von Global Soccer Network schätzen den Angreifer als Stürmer in der Kategorie „solider Bundesligaspieler“ ein, das Entwicklungspotenzial des 28-Jährigen hält sich demnach in Grenzen. Auch die Online-Plattform Gool.ai berechnet einen Marktwert von rund zwei Millionen Euro, Selke liegt damit deutlich unter dem Durchschnitt vergleichbarer Angreifer (Alter, Typ, Position) der Bundesliga.

Köln in der Offensive gut aufgestellt – wenn alle fit sind

Mark Uth schätzen die Experten höher, ordnen den 31-Jährigen in die Kategorie „internationale Klasse“, ein. Allerdings ist der Kölner ein anderer Stürmertyp, spielt eher hinter den Spitzen. Und die aktuelle Verletzung lässt die Sorge vor einem weiteren Ausfall nicht gerade sinken. Nach der verkorksten vergangenen Saison wurde der Angreifer als weiterer Neuzugang empfunden. Sollte Uth fit sein, macht er das Kölner Spiel variabler und gefährlicher. Diesen Eindruck hat der gebürtige Kölner bereits in den Testspielen hinterlassen. Die Spielfreude war Uth nach der langen Pause jedenfalls deutlich anzumerken. Das liegt auch an Neuzugang Waldschmidt. Der 27-Jährige ist der FC-Königstransfer dieser Wechselperiode. In den Testspielen zeigte er seine Klasse bereits, auch gegen Osnabrück leitete der Stürmer einige vielversprechende Aktionen ein. Vor allem das Zusammenspiel mit Davie Selke, aber eben auch Uth funktionierte sehr gut. „Wir haben zwei, die im Strafraum eine sehr gute Präsenz haben“, sagte Baumgart während der Vorbereitung. Mit Uth sind es sogar drei, die viel Offensivpower versprechen. In der vergangenen Spielzeit war der Sturm lange die größte Baustelle beim FC, in dieser Saison steckt also viel Potenzial im Angriff.

Etwas überraschend hat sich in der Vorbereitung zudem Sargis Adamyan aufgedrängt. Der 30-Jährige wollte in der vergangenen Spielzeit so gar nicht in Fahrt kommen. In der Vorbereitung kündigte der Armenier an, er wolle sich beim FC durchbeißen. Und Adamyan ließ seinen Worten Taten folgen. Der Armenier ist aktuell eine gute Alternative, wird am Samstag gegen Borussia Dortmund voraussichtlich beginnen. Allerdings sollten Mark Uth und Luca Waldschmidt in aller Regel den Vorrang haben. Problematischer würde sich ein längerer Ausfall von Davie Selke darstellen. Der 28-Jährige ist – abgesehen von seinen muskulären Problemen – der einzig gesunde Zielspieler der Kölner. Florian Dietz und Steffen Tigges sind ähnliche Typen, allerdings nicht fit oder nach längerer Verletzung noch hinten dran.

 

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