Jan Thielmann: Zwischen Pechvogel und prognostizierter Weltklasse

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Jan Thielmann: Zwischen Pechvogel und prognostizierter Weltklasse

Wieder einmal wirft eine Verletzung Jan Thielmann zurück. Dabei gilt der Youngster als großer Hoffnungsträger beim FC. Die Kölner Verantwortlichen sehen in ihm die künftige Identifikationsfigur, Datenexperten einen künftigen Weltklasse-Spieler.

Der Schock einer weiteren schweren Verletzung sitzt bei Jan Thielmann und den Kölner Verantwortlichen tief. Der 21-Jährige soll endlich den Durchbruch beim FC schaffen. Kein Wunder, man traut dem Offensivspieler beim FC viel zu. Jan Thielmann: Zwischen Pechvogel und prognostizierter Weltklasse.

Bild: Herbert Bucco

Auch wenn es sich nur um Werbe-Aufnahmen handelt, das Strahlen von Jan Thielmann scheint groß. In hellblauem Jersey grinst der Kölner Youngster in die Kamera, schlägt sich offensichtlich die Hand auf die Brust. Wann die Fotos für die neuen Ausweichtrikots gemacht worden sind, ist nicht bekannt, sie werden vor Juni gemacht worden sein, denn zuletzt hatte Jan Thielmann eher wenig Grund zu strahlen. Der Kölner Offensivspieler zog sich im Juni eine Verletzung zu, mal wieder. Noch vor einem Jahr erklärte der 21-Jährige im Trainingslager in Donaueschingen, dass die kommende Saison mit dem FC und die anschließende U21-EM das große Ziel für das FC-Eigengewächs seien. Ein Jahr später blickt Thielmann auf eine durchwachsene Saison zurück, auf den geplatzten Traum der Europameisterschaft und auf Reha statt Saisonvorbereitung.

Thielmann verpasste nicht nur das Trainingslager in Maria Alm und die weitere Vorbereitung – der 21-Jährige wird den Kölnern frühestens im Herbst wieder zur Verfügung stehen. In Köln spricht man von einer Muskelverletzung, auf jüngsten Aufnahmen befindet sich das Knie aber in einer Orthese, wie nach einer Bänderverletzung. So oder so fällt Thielmann Monate aus. „Das stimmt uns traurig. Jans großes Ziel war die EM-Teilnahme. Und wenn du dich am Tag vor dem Start dann wieder so verletzt, dann kam man sich vorstellen, was in ihm los ist“, sagte FC-Trainer Steffen Baumgart. Wenn man so will war es der negative Höhepunkt eines Seuchenjahres. Seit Mai 2022 fehlten Thielmann mehr als 150 Tage. Immer wieder kam der Youngster zurück, doch es folgte direkt der nächste Rückschlag. „Es ist brutal schwer, die richtigen Worte zu finden“, schrieb Thielmann unmittelbar nach der jüngsten Verletzung auf Instagram.

Thielmann steht vor einer großen Zukunft

„Wir wissen, dass Jan vom Kopf her ein Typ ist, der sich zusammen mit uns da wieder herausarbeiten wird“, sagte Baumgart vor einigen Wochen und tatsächlich zeigen Instagram-Videos die harte Arbeit des Youngsters. Nicht nur für Thielmann persönlich ist die Verletzung ein weiterer Rückschlag. Denn die Kölner Verantwortlichen setzen große Hoffnungen in den Offensivspieler. Und das kommt nicht von ungefähr. Trotz seiner Verletzungen hat der 21-Jährige bereits die 100-Pflichtspiel-Marke beim FC geknackt, er durchlief sämtliche U-Nationalmannschaften, war im vergangenen Jahr für den Golden-Boy-Award nominiert. Der U17-Meister von 2019 soll mittelfristig ein Gesicht, eine Identifikationsfigur des 1. FC Köln werden. Das Potenzial des gebürtigen Föhreners scheint riesig, mittelfristig wird Thielmann – sollten ihn nicht weitere Verletzungen zurückwerfen – eine große Rolle im Kader der Kölner spielen.

So berechnet Gool.ai den Marktwert des Offensivspielers aktuell auf 4,23 Millionen Euro. Das Online-Portal lässt mehr als 300 objektive Leistungsparameter in die Berechnung mit einfließen. Im Gegensatz zu transfermarkt.de spielen die subjektiven Einschätzungen der User keine Rolle. Nach jedem Spiel wird der Wert neu berechnet, Thielmann ist demnach nicht nur einer der wertvollsten Spieler im Kader des FC, der Wert des Youngsters liegt damit um ein Dreifaches höher als der Durchschnittswert von mehr als 1200 nach Position und Alter vergleichbaren Akteuren. Von den deutschen Spielern dieser Altersgruppe erreichen nur Karim Adeyemi und Kevin Schade aktuell einen höheren Wert. Das Portal prognostiziert Thielmann für den kommenden Sommer sogar einen Marktwert von rund zehn Millionen Euro.

Thielmann fällt in die Kategorie „Weltklasse“

Auch die Datenexperten von Global Soccer Network (GSN) weisen auf das große Potenzial des Spielers hin. Anhand von 15.000 Daten und Algorithmen berechnet das Unternehmen den sogenannten GSN-Index eines Profis. Dieser gibt Vereinen wie PSG und Chelsea eine Hilfestellung bei der Suche auf dem Transfermarkt. Der GSN-Index von Thielmann liegt bei 76.96. Der 21-Jährige gehört damit schon jetzt der Kategorie „internationale Klasse“ an und sein Index-Wert ist der höchste im gesamten FC-Kader. Und nicht nur das: GSN berechnet auch das Potenzial eines Spielers. Das liegt bei Thielmann sogar bei 87.5 – er würde damit in die Kategorie „Weltklasse“ fallen.

Auch deswegen sind die Kölner natürlich an einer Vertragsverlängerung mit dem Eigengewächs interessiert. Thielmanns Kontrakt läuft im kommenden Sommer aus, beide Seiten sollen sich dem Vernehmen nach annähern.

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